Das Verhalten eines Arbeitnehmers kann entscheidende Einflüsse auf den Erfolg oder Misserfolg einer Firma haben. Die objektive Bewertung des Verhaltens durch den Vorgesetzten ist allerdings nicht immer einfach, da das Verhalten keine messbare Größe ist.
Das individuelle Verhalten des Arbeitnehmers wird von unterschiedlichen Einflüssen bestimmt. Zum einen hat es bei jedem Menschen durch die Erziehung im Kindes- und Jugendalter sowie durch vorangegangene berufliche und private Erfahrungen eine gewisse Prägung erhalten.
Zum anderen steht das Verhalten des Einzelnen in einer engen Wechselwirkung zum Verhalten anderer Mitarbeiter und Vorgesetzter. Ein Sprichwort sagt: Die Umwelt formt den Menschen.
Bei der Einschätzung des Verhaltens spielen die Erwartungshaltungen des Vorgesetzten eine bedeutende Rolle. Es besteht, abhängig von der Position des Arbeitnehmers, ein großer Unterschied darin, ob das Verhalten eines erfolgreich Führenden oder eher das eines Mitläufers erwünscht ist.
Nicht in jeder Position sind Eigeninitiative und Kreativität gewollt. Man stelle sich beispielsweise einen Mitarbeiter am Fließband vor, der statt der einheitlichen Abläufe eigene Arbeitsweisen entwickelt, die überhaupt nicht in den Produktionsprozess passen.
In anderen Berufen hingegen, unter anderem im Bereich der Musikproduktion, ist Phantasienreichtum eine der besten Eigenschaften für den Erfolg. Hier wäre es sogar schädlich, sich anzupassen. Der Vorgesetzte erwartet von seinem Mitarbeiter also, dass er sich in eine bestimmte Rolle fügt. Diese dürfte das Gesamtverhalten spiegeln.
Vom Gesamtverhalten abweichend können bestimmte Situationen am Arbeitsplatz, unter anderem ein hoher Arbeitsanfall oder das Auftreten anderer Mitarbeiter, aber auch private Lebensumstände, wie der Tod eines nahen Angehören, für das Auftreten des Arbeitnehmers ausschlaggebend sein. Hier muss der Beurteilende unterscheiden.
Sofern das situationsbestimmte Verhalten in der Bewertung erwähnt werden soll, muss die Situation näher bezeichnet werden, damit der nachfolgende Arbeitgeber sich ein reales Bild über den Arbeitnehmer machen kann.
Nicht unerwähnt bleiben soll, dass Bewertungen zu einem großen Teil subjektiv geprägt sind, sofern es nicht um messbare Ergebnisse geht. Letztere lassen sich nur schwer manipulieren. Geht es darum, das Verhalten eines Mitarbeiters einzuschätzen, werden allerdings Sympathien und Antipathien des Beurteilenden gegenüber dem Arbeitnehmer ebenso eine große Rolle spielen wie momentane Gefühlslagen.
Bei der Bewertung des Verhaltens eines Arbeitnehmers sollte Fairness immer an erster Stelle stehen.
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03.02.12 | |
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