(RaIA/dgk) Der Gesundheitsschutz in der Arbeitswelt ist ein Thema der Zeitschrift "Ratgeber aus Ihrer Apotheke" (Ausgabe 3A/2010).
Bestimmte Arbeitsbedingungen können die Gesundheit nachhaltig schädigen und sogar die Lebenserwartung verkürzen. Das wissen nicht nur Bergleute, die unter einer Staublunge (Silikose) leiden, oder Bauarbeiter, die viele Jahre Asbeststaub einatmen mussten, bis dieser krebsfördernde Baustoff schließlich gesetzlich verboten wurde.
Auch Maler, die häufig schädliche Lösungsmittel einatmen, Friseure, die sich durch den ständigen Umgang mit chemischen Substanzen Allergien einhandeln, oder Schichtarbeiter in Wechselschicht mit einem gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus müssen sich mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen auseinandersetzen.
Auch Lärmbelästigung ist ein hoher Stressfaktor. Man vermutet heute, dass er Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar die Entstehung von Lungenerkrankungen begünstigt.
Den häufigsten Anlass für Fehlzeiten am Arbeitsplatz liefern heute Rückenschmerzen und Depressionen. Starke oder einseitige körperliche Belastungen, zum Beispiel auf dem Bau oder in der Pflege, sind typische Ursachen für die weit verbreiteten Rückenbeschwerden.
Der Anteil psychischer Erkrankungen hat seit 1997 um 70 Prozent zugenommen. Psychische Störungen sind Untersuchungen zufolge heute bei jedem fünften Erwachsenen nachweisbar.
Wer seinen Job verliert, fühlt sich ausgegrenzt, verliert Kontakte und erlebt nicht selten einen schmerzhaften sozialen Abstieg – ein psychosozialer Dauerstress, der das Selbstwertgefühl der Betroffenen stark beeinträchtigt. Sie fühlen sich nicht mehr gebraucht, leiden an ihrem vermeintlichen Versagen und ziehen sich häufig schamvoll von sozialen Aktivitäten zurück.
Wie sich die seelische Dauerbelastung besonders auf Langzeitarbeitslose auswirkt, haben nun Sozialmediziner untersucht. Die Ergebnisse sind alarmierend, denn ihr Gesundheitszustand ist durchweg schlechter als der von Berufstätigen und reicht vom Verlust der Lebensfreude über körperliche und psychische Erkrankungen bis hin zum markanten Anstieg von Alkoholproblemen: Arbeitslose Männer sind zehnmal häufiger von der Suchtproblematik betroffen als berufstätige Geschlechtsgenossen.
Sogar die Lebenserwartung nimmt ab, je länger die Arbeitslosigkeit andauert: Wer hoffnungslos ist und sich überflüssig fühlt, verkraftet ernste Erkrankungen schlechter und braucht auch länger, um wieder gesund zu werden. Ein Problem, für das die Politik noch Antworten finden muss. Denn für die spezifischen Gesundheitsbelastungen Arbeitsloser sind die Arbeitsämter und Sozialämter nicht oder nur bedingt zuständig.
In Deutschland hängt das Selbstbild viel stärker von der Arbeit ab als in anderen Kulturen. Sozialmediziner raten, gezielt Kontakte aufzubauen und sich verschiedene Strategien für die Arbeitssuche zurechtzulegen, etwa nach dem Motto: Plan A für den optimalen Job, Plan B für nötige Kompromisse und Plan C für einen Minimalanforderungsjob, um den Anschluss nicht völlig zu verlieren.
Eine weitere Möglichkeit, das Selbstbewusstsein aufzubauen, sind ehrenamtliche Aufgaben, in die man persönliche Interessen und Kompetenzen einbringen kann.
Sehr guter Artikel, auch ich bin der Ansicht, dass Arbeitslosigkeit schlimmer ist als ein schlechtbezahlter Job. Deshalb: Egal, was man tut, h...
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06.01.13 | |
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29.05.12 | |
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28.03.12 | |
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