12. August 2009
Von Viola Reinhardt
Wer bereits Erfahrungen im Bereich einer vertrauten Beziehung im Beruf gesammelt hat, wird, wenn er sich zu den vielen unglücklichen zählt, bereits die Kehrseite der Medaille zu Gesicht bekommen haben. Denn schon bei der ersten Meinungsverschiedenheit kann sich das Verhältnis schlagartig ändern. Vom unangenehmen Gang zur Arbeit über Mobbing bis hin zur Kündigung als letzten Ausweg, um dem unerträglichen Berufsalltag zu entfliehen. Doch seinen Chef zum Kumpel oder Freund zu haben, kann selbst bei Streitigkeiten, weiterhin ein Vergnügen bleiben. Die Professionalität beider Seiten natürlich vorausgesetzt.
Eine unumgängliche Eigenschaft, die diese Professionalität beinhaltet, ist die Trennung zwischen der Arbeit und dem Privaten. Denn gerade dadurch wird die Gefahr gebannt, dass Ereignisse und deren Nachwirkungen in die andere Welt miteinbezogen werden. Die Möglichkeit, aufgrund eines negativen Erlebnisses die Arbeit nur noch mit gemindertem Engagement auszuüben oder eine Gehaltserhöhung zu verweigern, wird hierdurch ausgeschlossen und kann somit für eine harmonische Beziehung zwischen den Beteiligten sorgen.
Gefühle bei Handlungen und Entscheidungen außer Acht zu lassen ist nicht gerade jedermanns Stärke. Hierbei wird eine absolute Kontrolle der Emotionen und des Verstands abverlangt, die leider bei den meisten nicht selbstverständlich ist. Wem diese Fähigkeit nicht in den Schoß gefallen ist oder es unmöglich zu erlernen sei, kann sich mit ein paar psychologischen Tricks, die gleichen Vorzüge eines perfekten Arbeits- sowie Privatverhältnisses verschaffen.
Hierzu muss unbedingt ein klar differenzierter emotionaler Bezug aufgebaut werden, um der Gefahr zu entgehen privates und berufliches miteinander zu vermischen. Das heißt, es wird ein unterschiedlicher Verhaltensbereich erstellt, der schon beim Beginn des Gesprächs sichtlich zu erkennen ist und dann auch automatisch ausgewählt wird. Eine Möglichkeit wäre die Bereiche zu trennen in einen offiziellen und inoffiziellen. Beginnend mit der Ansprache "Sie", sollte eindeutig zu verstehen geben, dass es sich um den ernsthaften Bereich handelt, der rein auf die Arbeit bezogen ist. Wiederum einleitend mit "Du", sollte dann als freundschaftlicher Bereich zu verstehen sein, bei dem die Emotionen mit eingebracht werden dürfen.
Diese Grenzlinien auf Dauer angewandt, werden dafür sorgen, dass eine Trennung zwischen Arbeit und Beruf schon ganz automatisch geschieht, die nötige Konsequenz beider Seiten natürlich vorausgesetzt. Sollte nach der ersten Meinungsverschiedenheit keinerlei Verbindung in den verschiedenen Umfeldern festzustellen sein, ist man auf dem besten Wege, einer überaus positiven und wundervollen Erfahrung im privaten sowie beruflichen Umfeld entgegenzublicken, die bisher als unerreichbar galt.
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