Winterwandern - Merkmale, Ausrüstung und beliebte Regionen

Eine Wanderung stellt immer ein schönes Vorhaben dar. Während es viele Menschen vor allen Dingen an den warmen Tagen im Jahr hinauszieht, stellt für andere das Winterwandern einen besonderen Reiz dar. Natürlich wird eine Tour umso schöner, wenn man sie in einer schneebedeckten Landschaft unternehmen kann; in diesem Fall ist eine entsprechende Ausrüstung von Nöten. Rund um das Winterwandern - informieren Sie sich über die richtige Ausrüstung und holen Sie sich Tipps für Ihre nächste Winterwanderung.

Wissenswertes zum Winterwandern

Winterwandern - Merkmale und Möglichkeiten

Eine Wanderung im Winter zu unternehmen, kommt sicherlich nicht jedem in den Sinn; viele Menschen tendieren in Sachen Outdooraktivitäten in der kalten Jahreszeit dann doch eher zum Skifahren oder beispielsweise Rodeln. Für andere wiederum brungt das Wandern - idealerweise durch den Schnee - einen ganz besonderen Zauber mit sich.

Die Natur und die Landschaft können auf eine ganz neue Art und Weise entdecktw erden. Durch das Knirschen des Schnees ensteht eine spezielle Atmosphäre, und vielleicht entdeckt man ja sogar die ein oder andere Spur, beispielsweise von einem Reh.

Mittlerweile erfreut sich das Winterwandern großer Beliebtheit. Es gibt immer mehr Wege, die speziell zu diesem Zweck angelegt und/oder ausgeschildert wurden. So findet man auf Höhe von Skigebieten zahlreiche Pfade, bei denen es sich teils auch um extra präparierte Trassen handelt. Das Winterwandern kann dabei auch die Bereiche

beinhalten.

In den zahlreichen Wintersportorten finden sich somit immer mehr Winterwanderwege. Diese weisen unterschiedliche Längen auf, sodass man Touren sowohl in zwei als auch in fünf oder sechs Stunden zur Auswahl hat.

Solche Wege können im Tal starten; möglich ist je nach Region aber auch das Hinauffahren mit einem Lift, von wo aus man dann die Tour nach unten antreten kann. Natürlich finden sich auch zahlreiche Rundwege.

Besonders Wanderanfänger sollten jedoch bedenken, dass das Winterwandern durchaus zu einer kräftezehrenden Angelegenheit werden kann. Das Spazieren durch den Schnee fordert den Körper ganz anders als das Gehen auf einem Waldweg oder gar auf Asphalt.

So sollte man sich den Rat zu Herzen nehmen, nicht im Winter mit dem Wandersport anzufangen. Zumindest sollte man bereits seine Wanderschuhe eingelaufen haben; außerdem ist Trittsicherheit sehr wichtig.

Die richtige Ausrüstung zum Winterwandern

Möchten Sie mit dem Winterwandern beginnen? Dann ist es besonders wichtig, dass Sie sich eine gute Ausrüstung zulegen. Denn mit unzureichendem Material werden Sie bald nass und unterkühlt sein, und Ihrer Wanderung wenig Spaß abgewinnen können. Worauf Sie bei Ihrer Ausrüstung achten sollten, das sagen wir Ihnen gerne.

Schneeschuhe

Bevor Sie sich ins Gelände wagen, sollten Sie sich ein Paar richtig guter und moderner Schneeschuhe zulegen. Diese sind gerade in den letzten Jahren wieder in Mode gekommen, und ihre Technik ist inzwischen sehr stark ausgefeilt und verfeinert. Kennt man noch die geflochtenen, breiten Treter aus dem Bergbauernmuseum, so wird man über die modernen Ausführungen umso mehr erstaunt sein.

Schneeschuhwanderer mit Stöcken, Rucksack und roter Jacke
Schneeschuhwanderer mit Stöcken, Rucksack und roter Jacke

Funktion von Schneeschuhen

Schneeschuhe haben im Wesentlichen die Aufgabe, das Körpergewicht des Wanderers auf eine größere Auflagefläche zu verteilen, um das Einsinken in den Schnee zu verhindern. Deshalb wurden früher einfach tellerartige Geflechte unter die Schuhe geschnallt.

Heute sind Schneeschuhe mit modernen Bindungen ausgestattet. Diese Bindungen erlauben ein Abheben der Ferse bei gleichzeitigem Dahinschlurfen auf der Auflagefläche. Die Schneeschuhe sind also in Wirklichkeit Schneegleiter; ein Anheben des Fußes ist nur noch bedingt notwendig, wodurch Kräfte gespart werden. Diese Technik ist in etwa der des Skilanglaufs vergleichbar, nur dass Schneeschuhe eben sehr breit und sehr kurz sind.

Auf ihrer Unterseite besitzen sie meist zwei Reihen scharfer Eiszähne, die nach hinten gebogen sind. Sie sorgen für Halt auf rutschigem oder vereistem Untergrund, stören jedoch die Vorwärtsbewegung nicht.

Funktionskleidung

Funktionsmaterialien: Eine Winterwanderung kann schon mal mehrere Stunden lang dauern - Funktionskleidung sorgt langanhaltend für Wärme und schützt vor Auskühlung.

Doch nicht nur die Schneeschuhe allein entscheiden über Spaß oder Frust beim Winterwandern. Auch die Kleidung spielt eine erhebliche Rolle.

Wählen Sie deshalb leichte aber gut isolierende Funktionskleidung,

  • die möglichst viel Bewegungsfreiheit lässt. Die Funktionsfasern transportieren die Feuchtigkeit vom Körper weg auf die Außenseite der Kleidung, verhindern aber gleichzeitig ein Durchnässen bei Schnee oder Regen. Spezielle Windstopper schützen auch vor dem Auskühlen durch starke Winde.

    Tragen sie nicht nur entsprechende Unterwäsche, Shirts und Jacken, sondern auch die geeigneten Hosen. Selbst eine Thermohose aus dem Wintersportbereich ist besser als eine Jeans, denn Jeans werden schnell nass und trocknen dann nicht mehr ab.

    Wasser abweisende Stulpen sorgen dafür, dass kein Schnee unter die Hosenbeine gelangen kann. Tragen Sie bei kalten Temperaturen zusätzlich noch eine lange Funktionsunterziehhose.

    Tipps rund um das Winterwandern

    Interessieren Sie sich fürs Winterwandern? Möchten Sie ein verlängertes Wochenende oder einen ganzen Urlaub dazu nutzen, sich diese derzeit so stark im Trend liegende Sportart und Freizeitbeschäftigung einmal näher anzusehen? Dann suchen Sie sicher noch nach geeigneten Angeboten. Wo Sie diese finden können, dazu geben wir Ihnen gern ein paar nützliche Hinweise.

    Winterwandern mit der Familie

    Im Winter kommt es häufig vor, dass das Wetter nicht unbedingt für Aktivitäten in der freien Natur spricht. Häufig ist es grau und trüb verhangen, und man möchte die Wohnung nicht wirklich verlassen.

    Doch gerade Kinder möchten am liebsten ständig etwas erleben und beschäftigt werden. Sie benötigen Bewegung und frische Luft.

    Eine ideale Abwechslung an frostig kalten Tagen bietet hier das Winterwandern. Mit einer geschickt gewählten Route können Sie dafür sorgen, dass jedes Familienmitglied auf seine Kosten kommt.

    Die richtige Route und Ausrüstung wählen

    Wenn Sie mit Ihrer Familie im Winter wandern möchten, dann sollten Sie eine Route wählen, die für alle Familienmitglieder gut zu bewältigen ist. Sie sollte vor allem nicht zu lang und nicht zu steil sein.

    Kalkulieren Sie auch die Schneeverhältnisse mit ein. Hat es gerade frisch geschneit, dann meiden Sie am besten zu hoch gelegene Wanderwege.

    Viele Pfade werden durch den Schnee unpassierbar und gefährlich. Für eine Schneewanderung können Sie sich ebenso gut einen Weg im sicheren Tal auswählen.

    Achten Sie darauf, dass alle Familienmitglieder warm gekleidet sind und entsprechendes Schuhwerk tragen.

    sind unverzichtbar, denn wer friert, hat im Allgmeinen keinen besonderen Spaß an einer Wintertour.

    Junge Frau mit Schneeschuhen im Schnee sonnt ihr Gesicht
    Junge Frau mit Schneeschuhen im Schnee sonnt ihr Gesicht

    Winterwandern mit Kindern

    Mit etwas Glück finden Sie eine Route, die Sie in mehrere kürzere Etappen unterteilen können. Sehr schön ist es, wenn die Etappenziele etwas Interessantes zu bieten haben. Kinder lieben Tierparks oder Spielplätze, während auch ein Restaurant oder ein schönes Café eine Attraktion auf dem Weg sein kann.

    Wenn Sie mit kleineren Kindern unterwegs sind, dann achten Sie auch auf die Infrastruktur Ihrer Wegstrecke. Wichtig sind hier die Möglichkeiten, die Winterwanderung unterbrechen zu können, um sich aufzuwärmen.

    Auf das Wetter achten

    Manchmal kann das Wetter oder sonst eine Gegebenheit es auch notwendig machen, eine Wanderung vorzeitig abzubrechen. Wählen Sie deshalb eine Wegstrecke, die auch mit dem Auto gut abfahrbar ist. So können Sie zur Not Ihre Familie oder Teile davon auch mit dem Wagen wieder einsammeln.

    Einsteigertipps

    Um ins Winterwandern einzusteigen, sollten Sie sich erst einmal bewältigbare Aufgaben und Strecken auswählen. Nur über kleine Erfolgserlebnisse können Sie in Ihrer Familie die Freude am Winterwandern wecken. Überraschen Sie sie gleich zu Beginn mit extremen Touren, so wird der Funke eher nicht überspringen können.

    Schneewanderer mit Rucksack unter blauem Himmel
    Schneewanderer mit Rucksack unter blauem Himmel

    Geeignete Regionen

    Es ist ganz einfach: Winterwandern wird meist in winterlichen Regionen mit großer Schneesicherheit angeboten. Dabei wird jedoch zwischen dem alpinen und dem nicht-alpinen Winterwandern unterschieden.

    So können Sie zum Beispiel Glück haben, und das Hotel, in dem Sie Ihren Skiurlaub verbringen, bietet abendliche Winterwanderungen oder auch Tagesausflüge an. Meist erfolgen solche Angebote in Zusammenarbeit mit den örtlichen Tourismusverbänden.

    Tourismusverbände und Skischulen kontaktieren

    Zwei Schneeschuhwanderer mit Schneehuhen und Stöcken
    Zwei Schneeschuhwanderer mit Schneehuhen und Stöcken

    Wenn Sie sich noch nicht für einen bestimmten Aufenthaltsort entschieden haben, dann können Sie auch verschiedene Tourismusverbände winterlicher Regionen im Internet ausfindig machen und um Informationen bitten. Manchmal finden Sie diese auch bereits auf den Websites der einzelnen Wintersportorte selbst. Eine gezielte Suche über Internet-Suchmaschinen wird Sie auf jeden Fall weiter bringen.

    Sind Sie Gast in einem Hotel, so können Sie aber auch ganz einfach an der Rezeption nach entsprechenden Angeboten fragen. Kann man Ihnen dort nicht weiter helfen, so ist die örtliche Skischule meist auch noch ein guter Anlaufpunkt.

    Skigebiete zum Winterwandern in Deutschland

    Um das Winterwandern zu genießen, müssen Sie nicht zwangsweise eine weite Reise unternehmen oder ins Ausland fahren. Auch in Deutschland gibt es sehr idyllische und reizvolle Regionen, die sich fürs Winterwandern ganz hervorragend eignen.

    Schwarzwald und Thüringer Wald

    In Baden-Württemberg bietet zum Beispiel der winterlich verschneite Schwarzwald eine ideal geeignete Kulisse für lange und ausgedehnte Wanderungen, die sich auch über mehrere Tage erstrecken können.

    Im Thüringer Wald gibt es mehrere wunderschöne Höhenwege, die sich in Tages- oder Wochentouren erleben lassen. Einer der bekanntesten dieser Höhenwege ist der Rennsteig, der sich mit vielen Steigungen über diverse Höhenplateaus schlängelt und unvergleichliche Aussichten bietet.

    Voralpenregion um Füssen und Kempten

    Doch auch die Voralpenregion um Füssen und Kempten hat einiges zu bieten. Hier jedoch sind die Berge zum Teil schon so anspruchsvoll, dass man die geplanten Routen am besten von einem Bergführer prüfen lässt, oder sich sogar einen Bergführer mit auf den Weg nimmt. Im Voralpenland kommen auch die sehr ambitiionierten Wanderer voll und ganz auf ihre Kosten.

    Tipps zum Buchen eines Bergführers

    Das Winterwandern umfasst nicht nur Wanderungen zu Fuß, sondern kann auch Skitouren, Langlauftouren und Schneeschuhwanderungen beinhalten. Wann es sinnvoll ist, sich für das Winterwandern einen professionellen und geländekundigen Bergführer hinzu zu ziehen, und was seine Aufgaben sind, das erfahren Sie hier.

    Im Winter geführte Touren aus Sicherheitsgründen vorziehen

    Das Winterwandern kann auf winterlichen Waldwegen und gut ausgeschilderten und planbaren Routen stattfinden. Solange es nicht im alpinen Gelände durchgeführt wird, ist es sicher nicht notwendig, einen Bergführer als Begleitung zu engagieren.

    Jedoch kann es sich im Winter durchaus lohnen, sich auch im unkritischen Gelände einer geführten Tour anzuschließen. Besonders bei hohem Schnee ist die Orientierung nicht immer ganz so einfach, und manchmal sind Wegmarken auch einfach eingeschneit. Ein ortskundiger Wanderführer kennt die Strecke, und so können Sie unnötigen Stress vermeiden.

    Bei einer Winterwander-Tour im alpinen oder halbalpinen Gelände sollten Sie sich auf jeden Fall auf die Kompetenzen eines Bergführers verlassen. Selbst normale Wanderwege in den Bergen, die im Sommer keine besonderen Anforderungen an den Wanderer stellen, können bei Schneefall zu anspruchsvollen und gefährlichen Herausforderungen werden.

    Unterschätzen Sie den Schnee und die schnellen Witterungsumschwünge niemals. Im Schnee kommen Sie wesentlich langsamer voran, eine Wanderung benötigt also erheblich mehr Zeit.

    Kompetenzen eines Bergführers

    Der Bergführer kann die Gefahren auf der Strecke gut einschätzen. Er kennt die Witterungsbedingungen, kann Wetterumschwünge erkennen und einschätzen. Er weiß genau, wann ein Gelände begehbar ist, und wann man es lieber meiden sollte.

    Der Bergführer schätzt die Gefahr der Lawinenbildung ein und achtet vorausschauend auf mögliche Schneebrettbildung. So kann er seinen Wanderern auch zusätzliche Sicherungshilfen wie das Gehen am Seil anbieten.

    Verhaltensweisen während der Wanderung

    Ist man mit dem Bergführer unterwegs, so muss man bereit sein, seine Anweisungen widerspruchslos zu befolgen. Natürlich wird er keine willkürlichen Vorgaben geben, sondern seine Entscheidungen auch begründen können. Er wird die Tour über sichere Wege führen oder notfalls vorzeitig abbrechen.

    Ist er der Meinung, dass in einer Hütte Schutz gesucht werden soll, so müssen die Teilnehmer seinen Weisungen folgen. Der Bergführer kennt aber auch die schönsten Strecken und Aussichtspunkte auf der Tour und wird den Ausflug für alle Teilnehmer zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

    Quellen:

    • Georg Weindl: Winterguide Südtirol: Die schönsten Winterwanderungen, Loipen und Schneeaktivitäten, Bruckmann, 2008, ISBN 3765448087
    • Csaba Szepfalusi: Winterwandern & Schneeschuhwandern, Pichler Verlag, 2000, ISBN 3854312113
    • Rainer Höh: Winterwandern: Ausrüstung, Proviant, Fortbewegung, Wintercamp, Gefahren und Erste Hilfe, Reise Know-How Rump Gmbh, 2006, ISBN 3831715017

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