4. Mai 2010
Das Wasserfallklettern oder auch Eisklettern gilt als die Königsdisziplin des alpinen Klettersports. Es ist extrem anspruchsvoll und verlangt von den Athleten nicht nur körperliche Höchstleistungen, sondern auch herausragende psychische Fähigkeiten. So müssen die Kletterer zum Beispiel in der Lage sein, ihr eigenes Können richtig einzuschätzen. Gleichzeitig müssen sie die Wetterlage im Auge behalten und auch unter extremen Bedingungen noch die richtigen Entscheidungen treffen können. Doch all dies nützt nichts, wenn die physischen Anforderungen nicht bewältigt werden können.
Um im Wasserfall zu klettern, muss ein Bergsteiger sehr gut trainiert sein und über einen reichen Erfahrungsschatz verfügen. Seine Muskulatur muss ausgeprägt und trainiert sein, damit sie ihm im Eis nicht den Dienst versagt. Das bedingt, dass ein Eiskletterer das ganze Jahr über ein Training in vergleichbaren Bedingungen simuliert. Wer nur eine gute Grundkondition und Muskulatur aus anderen Sportarten mitbringt, dem wird dies im Eis nicht viel nützen.
Das Wasserfallklettern beansprucht nahezu jede Muskelpartie. Den Beinen kommt dabei eine ebenso wichtige Aufgabe zu wie den Armen. Nicht selten muss das komplette Körpergewicht gehalten werden. Deshalb ist es auch sehr wichtig, dass die Unterarme, die Hände und die Finger sehr kräftig und gut trainiert sind. Auch die Rücken- und Nackenmuskulatur darf nicht vernachlässigt werden. Sehr viele Aufstiege und Bewegungsabläufe sind nur mit einer sehr gut trainierten Bauchmuskulatur durchführbar.
Es versteht sich von selbst, dass ein Eis- oder Wasserfallkletterer kein Übergewicht aufweisen darf. Schwere Menschen sind in der Regel weniger wendig. Der zusätzliche Ballast würde die Muskulatur überfordern. Deshalb sind Wasserfallkletterer meist extrem dünne, muskulöse und wendige Menschen, da schon leichtes Übergewicht nicht wie bei manch anderer Sportart kompensiert werden kann. Auch die Beweglichkeit des Körpers muss extra für das Klettern trainiert werden. Es ist wichtig, dass der Kletterer gut dehnbar ist, damit er sich bis zu weiter entfernten Haltepunkten strecken kann, ohne sich Sehnen oder Muskeln anzureißen.
Wer im Wasserfall klettert, darf keine Höhenangst haben und muss frei von Schwindelattacken sein. Aufgrund der Kälte des Untergrunds ist das Wasserfallklettern für Menschen mit der Tendenz zu Durchblutungsstörungen in den Extremitäten nicht zu empfehlen. Ein gutes Seh- und Hörvermögen ist zudem wichtig, um bestimmte Situationen richtig einschätzen zu können.
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