Skihallen - Vor- und Nachteile, Merkmale und Herstellung von Kunstschnee und empfehlenswerte Ziele

Wer auch in den warmen Jahreszeiten Skifahren möchte oder keine Möglichkeit findet, da das nächste Skigebiet zu weit entfernt liegt, muss auf Skihalle und Kunstschnee zurückgreifen. Deutschlandweit gibt es sechs Skihallen, die den Wintersportlern ein ganzjähriges Training ermöglichen. Doch es gibt auch Nachteile. Informieren Sie sich über die Vor- und Nachteile einer Skihalle, und lesen Sie über die Merkmale und Herstellung von Kunstschnee.

Wissenswertes rund um die Skihalle und den Kunstschnee

Skihalle - Generelle Merkmale

Bei einer Skihalle handelt es sich um eine geschlossene Halle, die ein Gefälle aufweist. Der Boden ist mit Schnee, je nach Region meist mit Kunstschnee, versehen, sodass das Ski- und Snoboardfahren ganzjährig ermöglicht wird.

Außer den Skipisten und den entsprechenden Skiliften findet sich in der Regel noch ein umfangreiches gastronomisches Angebot in den Skihallen. Hinzu kommen diverse weitere Sportmöglichkeiten und Events, wie

  • Kletterpark
  • (Mini-)Golfplatz
  • Fußballfeld
  • Spielplätze
  • Biergarten und
  • diverse Partys.

Abgerundet wird das Angebot oftmals durch Übernachtungsmöglichkeiten in Form eines Hotels oder in Form von Chalets.

Vorteile

Wenn Sie spontan zum Skifahren gehen möchten, wie weit müssen Sie dann bis zum nächsten Skilift fahren? In den meisten Fällen sind es mehrere Stunden; nur die wenigsten Glücklichen leben ohnehin in oder nahe bei einem Skigebiet.

Ein Ausflug zum Skifahren ist also meistens sehr umständlich, zudem erfordert er Zeit und Planung. Wenn Sie jedoch eine Skihalle in Ihrer Nähe besuchen, dann können Sie viel spontaner reagieren.

Sie müssen auch keinen ganzen Urlaub einplanen, sondern können sich einfach so und zum Spaß einen Mittag auf der Piste vergnügen.

So eignen sich Skihallen zum Beispiel ganz vorzüglich, wenn Sie vor dem eigentlichen Skiurlaub noch einmal schnell Ihre Kenntnisse auffrischen oder sich "einfahren" wollen. Steile Hänge oder unwegsames Gelände brauchen Sie in der Skihalle übrigens ebenfalls nicht zu fürchten.

Meistens ist die Piste einheitlich angelegt und hält nicht viele Überraschungen bei. Dies ist ein großer Vorteil, der den besonders ungeübten Skifahrern große Sicherheit geben kann.

Zudem sind Sie in der Skihalle vor Schlechtwettereinbrüchen geschützt. Die Skihalle ist überdacht, deshalb können Sie sie auch noch beim unwirtlichsten Wetter aufsuchen.

Nachteile

Für sehr gute Skifahrer macht sich besonders eine Sache eher nachteilig bemerkbar: Die Piste bietet keine Abwechslung und keine Herausforderungen und kann schnell langweilig werden.

Viele Menschen genießen beim Skifahren nicht nur den Sport selbst, sondern auch die frische Luft, die oftmals überwältigende Aussicht und ein Gefühl von Freiheit und Naturverbundenheit. Attraktionen dieser Art dürfen Sie in einer Skihalle natürlich nicht erwarten. Weder wird Ihnen eine nenneswerte Aussicht noch ein besonderes Naturerlebnis geboten.

Meistens sind Skihallen sehr gut besucht, vor allem an den Wochenenden. Wer kontaktfreudig und aufgeschlossen ist, der mag dies als eine gute Gelegenheit betrachten, interessante neue Bekanntschaften zu machen oder sich in der Gruppe zu amüsieren. Bei wem jedoch der sportliche Aspekt des Skifahrens im Vordergrund steht, dem kann es in der Skihalle schnell zu eng oder zu voll werden.

Skihallen in Deutschland

Skihallen Deutschland:

  • Alpincenter
  • Jever Skihalle
  • Snowtropolis
  • Snow Funpark
  • Snow Dome
  • DKB-Skisport-HALLE

Skihallen in Deutschland befinden sich in Bottrop, Neuss, Senftenberg, Wittenburg, Bispingen und Oberhof; letztere fällt als Langlaufskihalle dabei etwas aus dem Rahmen.

Alpincenter in Bottrop

Mitten im Ruhrgebiet sitzt die Skihalle des fünffachen Gesamtweltcupsiegers Marc Girardellig. Von Köln, Düsseldorf, Essen, Bochum oder Dortmund aus ist die Skihalle mit dem Auto und mit der Bahn gut zu erreichen.

Mit einer Abfahrt von 640 Metern ist die Skihalle die längste der Welt. Sie verfügt über

  • einen Anfängerlift
  • einen mittelschweren und
  • einen schwierig zu fahrenden Bereich.

Auch Kurse für nahezu jeden Leistungsbereich werden angeboten, sowohl für Skifahrer als auch für Boarder.

Skihandschuhe und Skihelm mit Skibrille auf Holztisch vor Holzwand
Skihandschuhe und Skihelm mit Skibrille auf Holztisch vor Holzwand

Jever Skihalle in Neuss

Die Skihalle in Neuss hat 365 Tage im Jahr geöffnet und verspricht

Sie wurde im Jahr 2001 erbaut und ist damit die älteste deutsche Skihalle, zählt aber dennoch zu den schönsten und modernsten.

Ausgestattet ist die Halle mit einem Vierer-Sessellift und zwei Schleppliften, die bis zu 5.000 Wintersportler pro Stunde befördern können. Die Abfahrt hat eine Länge von 300 Metern und eine Breite von 60 Metern. Für die Boarder ist ein eigener Funpark angelegt.

Snowtropolis in Senftenberg

Das Snowtropolis in der Lausitz hat ebenfalls 365 Tage im Jahr geöffnet. Im Winter wird zusätzlich noch eine Eishalle für Schlittschuhläufer betrieben. Im Sommer wird die Eisfläche zu einem Sportplatz für

Senftenberg liegt zwischen Cottbus und Dresden und ist leicht anzufahren. Wer mehrere Tage bleiben möchte, kann einen eigenen Bungalow auf dem Gelände anmieten. Die Piste ist 130 Meter lang und verfügt über unterschiedliche Gefälle und Schwierigkeitsstufen.

Snow Funpark in Wittenburg

Wittenburg liegt östlich von Hamburg und westlich von Berlin, direkt an der Autobahn A24. Die Anlage verfügt über gigantische Dimensionen.

Der Snow Funpark weist eine Gesamtfläche von 33,8 ha auf. Davon sind 30.000 qm permanent mit Kunstschnee bedeckt. Die Beförderung erfolgt durch

  • einen 4er-Sessellift
  • fünf Förderbänder und
  • einen Ankerlift.

Die Hauptpiste ist 330 Meter lang und hat eine Höhendiffernez von 57 Metern. Das maximale Gefälle von 31% erfüllt auch die höchsten Ansprüche guter Skifahrer.

Snow Dome in Bispingen

Bispringen in der Lüneburger Heide bietet Europas komfortabelste und breiteste Skihalle. Die Liftanlagen können bis zu 4.600 Skifahrer pro Stunde befördern. Die Pistenlänge beträgt 300 Meter.

Insgesamt stehen 23.000 qm Schneefläche zur Verfügung. Die Piste ist gleichermaßen für Anfänger wie auch für anspruchsvolle Fahrer geeignet.

DKB-Skisport-HALLE Oberhof

Bei der Skihalle DKB-Skihalle in Oberhof, Thüringen, handelt es sich um die erste Langlauf-Skihalle Deutschlands. Sie wurde speziell für den nordischen Skisport konzipiert; neben dem Skilanglauf lässt sich dort auch Biathlon ganzjährig durchführen. Geöffnet wurde die Halle im Jahr 2009.

Insgesamt stehen dem Sportler pro Trainingsrunde eine Lauflänge von 1.754 Metern zur Verfügung. Die Strecke wird dabei zwei Mal durchlaufen und enthält Abfahrten bzw. Steigungen von bis zu 12 %. Die Schießbahnen für Luftgewehr und Luftgewehr befinden sich in einer separaten Halle und wurden im Jahr 2011 angebaut.

Skihallen verfügen über geschlossene Decken, also können die Pisten nicht natürlich beschneit werden. Wie die Hallenbetreiber es bewerkstelligen, dass Sie zum Teil 365 Tage im Jahr auf pulvrigem Schnee fahren können, das zeigen wir im Folgenden...

Merkmale des Kunstschnees

Die Vermutung läge nahe, dass der Schnee im Winter aus schneesicheren Gebieten herbei geschafft werden könnte. Betrachtet man einmal Gebiete mit hohem Schneeaufkommen, so findet man schnell heraus, dass die Schneemassen dort häufig sogar regelrecht abtransportiert werden müssen, weil es keinen Stauraum mehr für sie gibt.

In vielen Wintersportgebieten werden unglaubliche Schneemassen mit LKW abtransportiert. Läge ein solches Skigebiet in der Nähe einer Skihalle, so könnte man den Schnee doch dort optimal verwenden.

Doch leider ist dies nicht der Fall, denn Schneehallen entstehen grundsätzlich nicht in der Nähe von Skigebieten, sondern mehr im nördlichen Flachland, in Gegenden, in denen begeisterte Skifahrer sonst keine Möglichkeit finden, ihrem Vergnügen nach zu gehen. Wie so oft regelt auch hier die Nachfrage das Angebot.

Doch wenn der Schnee in Skihallen nicht herbeitransportiert werden kann, dann bleibt als letzte Möglichkeit eine künstliche Herstellung. Der Begriff "Kunstschnee" ist weithin bekannt.

  • Doch worum handelt es sich dabei eigentlich wirklich?
  • Ist Kunstschnee ein künstlicher Schnee, der womöglich aus Kunststoffen gefertigt wird?
  • Wie lange ist Kunstschnee haltbar, und welche Fahreigenschaften weist er auf?

Der Herstellungsprozess

Kunstschnee erhielt seinen Namen, da er künstlich hergestellt wird. Das heißt jedoch nicht, dass er künstliche Bestandteile oder Grundsubstanzen erhält.

Kunstschnee wird aus ganz normalem Wasser hergestellt, das in so genannten Schneekanonen so stark herunter gekühlt wird, sodass es zu winzigen Eiskristallen gefriert. Während der natürliche Schnee in Flocken von ganz unterschiedlicher Dichte, Härte, Größe und Konsistenz vom Himmel fällt, besteht der Kunstschnee aus einer einheitlichen Kristallform.

Mit einem starken und gekühlten Gebläse werden die winzigen Kristalle aus der Maschine hinaus gepustet, wo sie sich in einiger Entfernung zu einem veritablen Schneehaufen türmen. Dieser kann nun abtransportiert und auf die Skipiste verteilt werden.

Übrigens findet diese Art der künstlichen Schneeherstellung bei entsprechend schlechten Witterungs- und Schneebedingungen auch auf natürlichen Skipisten statt. Der Kunstschnee in Skihallen kann zudem mit gefrierfördernden Substanzen versetzt sein, da er beim Abtauen nicht ins Erdreich eindringt, sondern sein Tauwasser der Kanalisation zugeführt wird.

Veränderte Fahreigenschaften?

Der Skifahrer selbst merkt kaum, dass er auf Kunstschnee fährt. Die Piste in der Skihalle wird ebenso gut präpariert wie die Pisten im Skigebiet.

Auch hier sind spezielle, jedoch meist kleinere Pistenraupen im Einsatz, die für einen festen und gleichmäßigen Untergrund sorgen. In aufwändigen Fahrten wird der Kunstschnee so stark verdichtet, dass eine gleichmäßige Schneedecke entsteht.

Auswirkung der halleninternen Bedingungen

Welche Konsistenz diese Schneedecke hat, das hängt jedoch nicht allein von der Schneebeschaffenheit, sondern auch von den sonstigen halleninternen Bedingungen ab.

  • Ist die Halle zu stark beheizt oder der Boden zu wenig gekühlt, dann wird auch Kunstschnee schnell matschig, sulzig und schmilzt dahin.
  • Ist die Halle dagegen zu sehr gekühlt, dann kann sich der Kunstschnee nur schwer zu einer festen Schneedecke verbinden und bleibt locker und schwer fahrbar.

Am besten fährt es sich nach wie vor auf einer gut gefestigten Unterlage mit einer dünneren Auflage lockeren Schnees. Selbst wenn diese mit dem Kunstschnee erzielt werden kann, so unterscheiden sich doch die Fahreigenschaften im Vergleich zur Naturpiste. Der Untergrund im Kunstschnee ist häufig fester und härter.

Der Skifahrer muss ein kantenbetonteres Fahrverhalten anstreben, um genügend Halt im harten Untergrund zu finden. Der Kunstschnee kann in etwa die Fahreigenschaften vermitteln wie ein leicht vereister Hang am frühen Morgen.

Auch Graupel sind vielfach zu finden. Sie bilden einen leicht holprigen Untergrund, der besonders schwer zu fahren ist, wenn er zudem noch leicht überfroren ist. Wichtig sind hier ein sehr guter und sicherer Stand und eine umsichtige Fahrweise.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?
Quellenangaben
  • Skischuh Einstieg in Tourenski © matthiasrethmann - stock.adobe.com
  • Colorful ski glasses, gloves and helmet © Lukas Gojda - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema