Rodeln im Winter und Sommer: Merkmale unterschiedlicher Rodelbahnen

Wenn von Rodeln die Rede ist, so ist im Allgemeinen das Herunterfahren eines Berges auf einem Schlitten gemeint. Doch es gibt auch spezielle Rodelbahnen, auf denen man dafür konzipierte Rodelschlitten nutzen kann. Hierbei besteht der Vorteil, man auch Sommerrodelbahnen findet, sodass der Sport auch in der warmen Jahreszeit möglich ist. Informieren Sie sich über die Merkmale unterschiedlicher Rodelbahnen.

Rodelspaß im Winter und Sommer: Wissenswertes zur Winter- und Sommerrodelbahn

Rodeln im Winter

Das Rodeln wird auch als Schlittenfahren oder Schlitteln bezeichnet. Mit einem Schlitten bzw. Rodel fährt man dabei einen Berg hinunter. Die heutigen Schlittenmodelle stellen Sportgeräte dar, welche sich durch Gewichtsverlagerung lenken lassen.

Traditionell fertigt man einen Rodelschlitten aus Buchen- oder Eschenholz an. Die Kufen sind eisenbeschlagen; es gibt zudem auch Modelle mit Kunststoffkufen. In der Regel finden ein bis zwei Personen darauf Platz. Unterschieden wird hauptsächlich zwischen dem Hornschlitten und dem Davoser Schlitten.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Rodeln zur eigenständigen Wintersportart; dabei gab es die Varianten des Rennrodelns - ausgeführt auf Kunsteisbahnen - sowie auf Naturbahnrodeln. Beim modernen Touren- oder Sportrodel sind die Kufen gummigelagert und somit beweglich.

Die Kufen des Davoser Schlittens befinden sich flach auf dem Untergrund, während die des Rodels nur auf einer Kante liegen. Um den Davoser Schlitten lenken zu können, muss der Fahrer die Füße gegen den Untergrund drücken: linke Kurve links, rechte Kurve rechts).

Der Rodel weist eine bessere Spurtreue auf und kann durch Gewichtsverlagerung und Herandrücken des Fußes gegen den Rahmenbogen an der vorderen Seite gelenkt werden. Mit ihm lassen sich auch höhere Geschwindigkeiten erzielen.

Merkmale von Naturbahnen

Die Errichtung der Naturbahnen erfolgt teils auf bestehenden Wegen, und teils sind spezielle Flächen dafür vorgesehen. Die Abgrenzungen erfolgen durch Schaumstoffmatten, Plastikwänden oder Holzbanden.

Die Breite muss mindestens drei Meter aufweisen; der Mindestradius der Kurven beträgt sieben Meter. Es darf keine Überhöhung erfolgen, anders als bei Kunstbahnen.

Naturbahnen sind zwischen 800 und 1.200 Meter lang. Ein durchschnittliches Gefälle von 13 % sowie ein maximales Gefälle von 25 % dürfen nicht überschritten werden. Diese Elemente müssen mindestens gegeben sein:

  • eine Linkskurve
  • eine Rechtskurve
  • eine Kehre, links und rechts
  • eine Kurvenkombination
  • eine Gerade.
Mehrere Menschen rodeln auf einer Rodelbahn hinunter
Mehrere Menschen rodeln auf einer Rodelbahn hinunter

Rodeln im Sommer

Rodeln macht sowohl Erwachsenen als auch Kindern im Winter großen Spaß, doch leider ist das Vergnügen meist begrenzt, da häufig nicht genügend Schnee liegt, oder dieser zu schnell wieder wegschmilzt. Um dem Bedürfnis der Rodler nach Bewegung und Unterhaltung Rechnung zu tragen, wurden so in den 70er Jahren die ersten Rodelbahnen entwickelt, auf denen man auch bei wärmeren Temperaturen und ohne Schnee gut fahren konnte. Die Sommerrodelbahn war geboren.

Merkmale von Sommerrodelbahnen

Auf Sommerrodelbahnen wird nicht mit herkömmlichen Schlitten oder Bobs gerodelt. Entweder werden ganz neue Spezialrodel für die Bahn entwickelt, oder aber die Rodel sind mit Rollen versehen, die dank weniger Reibungswiderstand eine Abfahrt ermöglichen.

Mit solchen Rollenrodeln werden zum Beispiel die Sommerrodelbahnen aus Holz befahren. Hier werden Holzplanken so verlegt, dass sie einen befahrbaren Weg bilden.

Sie sind eben in den möglichst weichen Untergrund eingelassen, so dass die Verletzungsgefahr bei Stürzen oder beim Abkommen vom Weg möglichst gering ist. Meist dient eine natürliche Wiese als Untergrund.

Tatsächlich gibt es somit etliche unterschiedliche Ideen, Aufbauten und Ausführungen von Sommerrodelbahnen. Gemeinsam haben sie aber alle eines: Auf einem fahrbaren Untersatz bewegt sich der Rodler mehr oder weniger schnell über eine abfallende Strecke in Richtung Ziel oder Tal.

Sommerrodelbahn und Blick ins grüne Tal und die Berge
Sommerrodelbahn und Blick ins grüne Tal und die Berge

Verschiedene Arten von Sommerrodelbahnen

Bei den Sommerrodelbahnen handelt es sich um spezielle Anlagen, die an überlange Rutschbahnen mit mehr oder weniger starkem Gefälle erinnern. Sie sind aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, wobei bei den modernen Varianten das Aluminium überwiegt.

Sie sind meist mehrere hundert Meter lang und können mit einem Gefährt befahren werden, das in seiner Form an einen Schlitten erinnert und sich gleitend vorwärts bewegt, häufig aber auch auf Rollen fährt. Die meisten Schlitten verfügen über ein Bremssystem, so dass der Fahrer die Geschwindigkeit selbst steuern kann.

Alpine Coaster

In manchen Bahnen werden die Schlitten auch auf Schienen geführt. Diese Variante des Alpine Coaster ist etwas weniger unfallträchtig und gilt als sehr sicher.

Die Alpine Coaster werden jedoch ebenfalls zu den Sommerrodelbahnen gezählt. Die Bahnen verlaufen teilweise in den Untergrund eingelassen, andernorts sind sie - ähnlich wie Achterbahnen - auf Stelzen gestellt.

Im Wesentlichen lassen sich bei den Sommerrodelbahnen jedoch zwei Bauformen unterscheiden: Die herkömmliche und bewährte Wannen-Rodelbahn und die Schienen-Rodelbahn.

Wannen-Rodelbahnen (Tubes)

Bei der Wannenvariante hat die Fahrrinne die Form einer Wanne oder eines aufgeschnittenen Rohrs, das in den Untergrund integriert ist. In dieser Wanne, und geschützt von den Wannenwänden kann sich der Schlitten ohne weitere Führung bewegen.

In den Kurven ist Vorsicht geboten, denn durch die Fliehkräfte zieht es den Schlitten die Wannenwände hinauf. Manchmal kommt es auch dazu, dass ein zu schneller Schlitten die Fahrrinne überwindet und aus der Spur gerät. Auch bei den Tubes ist der Untergrund idealerweise ein weicher Naturboden, um Verletzungsrisiken vorzubeugen.

Schienen-Rodelbahn

Bei der Schienen-Rodelbahn dagegen existiert eine erzwungene Führung auf der Schiene. Die Wagen oder Schlitten sind in dieser Schiene fest verankert und können sie nicht verlassen. Ein Stürzen aus der Bahn kann damit komplett verhindert werden.

Meist verlaufen diese gespurten Rodelbahnen recht flach über dem Boden, es können jedoch auch Aufbauten konstruiert werden, die optisch an die Vorläufer einer Achterbahn erinnern. Da diese Technologie dem Achterbahnbau entliehen wurde, so wurde auch der Name entsprechend angepasst. Aus der Achterbahn, dem Roller Coaster, wurde der Alpine Coaster.

Sandrodeln

Eine andere Art des Rodelns im Sommer bietet das Sandrodeln. Auf hohen, künstlich aufgeschütteten Sandbergen oder auch in natürlichen Dünen kann ganz hervorragend mit manchen herkömmlichen Plastikbobs gerodelt werden.

Das Sandrodeln findet jedoch nicht auf einer Bahn, sondern im freien Gelände statt. Das Sandrodeln ist in vielen Vergüngungsparks zu finden.

Deutschlands beste Rodelbahnen

Interessieren Sie sich fürs Rodeln? Möchten Sie einmal bei einem Rodelwettkampf zuschauen, oder sich selbst auf einer Rodelbahn versuchen? Suchen Sie eine Trainingsmöglichkeit?

Das ist gar nicht so einfach, denn in Deutschland gibt es nicht allzu viele Rodelbahnen, so dass Sie unter Umständen einen weiteren Anfahrtsweg in Kauf nehmen müssen. Wir geben Ihnen gerne einen Überblick über die besten und größten Rodelbahnen in Deutschland. Mit etwas Glück finden Sie sogar eine geeignete Bahn in Ihrer Nähe.

Ab in den Süden - zum Rodeln

Sucht man nach Rodelbahnen in Deutschland, findet man ganz sicher etwas für den eigenen Geschmack. Dabei zeigt sich erfreulicherweise, dass es im Süden Deutschlands sehr viele schöne Rodelbahnen gibt. Am Fuße der Berge laden viele größere und kleinere Strecken der voralpinen Zone zum Rodeln nach Herzenslust ein.

Heimvorteil

Wenn Sie in dieser Region wohnen, dann haben Sie Glück und können sich viele verschiedene Rodelbahnen ansehen, um die richtige für Ihre Wünsche und Ansprüche herauszufinden. Bedingt durch die Vielfalt des Angebots haben Sie auch die Möglichkeit, Ihre Rodelstrecke immer wieder zu wechseln und zu variieren.

Etwas schwieriger wird es leider dagegen für die Menschen, die im Norden Deutschlands wohnen. Hier sind nur sehr wenige Rodelbahnen bekannt, die wohl eher zu den Ausnahmen zählen.

Rodelspaß für jeden

Mit Sicherheit werden sich aber auch hier in den Wintermonaten einige Möglichkeiten zum Rodeln finden lassen. Möglicherweise müssen Sie auf eine gespurte Bahn verzichten, und sich einfach so im freien Gelände vergnügen.

Wenn Sie einen richtig schönen Rodelurlaub verbringen möchten, dann haben Sie zum Beispiel die Möglichkeit, sich in der Gegend um

einzuquartieren. Von dort aus erreichen Sie viele sehr unterschiedliche und sehr schöne Rodelbahnen für einen Tagesausflug.

Quellen:

  • Helmut Gamper: Rodeln, Schlitteln, Edition Raetia, 2006, ISBN 8872832683

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  • Mountain meadow © Galyna Andrushko - www.fotolia.de
  • Rodeln in Österreich © joziii - www.fotolia.de
  • Sommerrodelbahn © Andreas P - www.fotolia.de

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