Freeski - Merkmale, Disziplinen und Lerntipps

Auf der Suche nach dem Kick treibt es die abenteuerhungrigen Wintersportler auf einsame Gipfel. Für sie ist kein Berg zu steil, keine Klippe zu hoch und kein Sprung zu tief. Freeskiing, die Kombination aus Varianten fahren und Freestyle-Sprüngen, ist ebenso furchterregend wie faszinierend. Lesen Sie über die Merkmale und Disziplinen des Freeskiings, und holen Sie sich Tipps, um diesen Sport zu erlernen.

Wissenswertes zum Freeskiing

Freeskiing - Merkmale und Disziplinen

Freeski bzw. Freeskiing ist eine noch relativ junge Trendsportart des Wintersports, die sich aber immer mehr ausbreitet. Sie unterscheidet sich vom herkömmlichen Skifahren sehr stark in der Technik, aber auch im eingesetzten Material. Wer das Freeskiing erlernen möchte, der sollte am besten bereits ein sehr guter und sehr sicherer Skifahrer sein, denn schnell kann es zu Stürzen und Verletzungen kommen.

Das Freeskiing stellt eine Skifahrart im Extremsport dar. Die eingesetzten Skier tragen den Namen Twintips. Mit diesen kann man

  • auch rückwärts fahren
  • Tricks ausführen
  • Hindernisse überwinden und
  • über Obstacles gleiten.

Freeskier fröhnen ihren Extrem-Sport abseits von normalen Pisten und planierten Hängen, immer die Herausforderung der unberührten Natur und unverspurten Steilhänge suchend. Für diesen Adrenalinrausch im weißen Powder nehmen sie meistens einen anstrengenden Aufstieg in Kauf.

Nur selten besteht die Möglichkeit, mit einer Gondel direkt auf den Gipfel zu gelangen. In einigen Skigebieten werden Helikopterflüge für Freeskier oder Gleitschirmflieger angeboten.

Am Gipfel angekommen, entscheidet das Gelände vor Ort und das Können, wo und wie man abfährt.

  • Schwünge an Steilhängen
  • Jumps über riesige Felsabbrüche
  • schnelle Turns in schmalen Schneerinnen und
  • Downhill-Fahrten durch enge Scharten

sind zu bewältigen und in den flacheren Bereichen fährt man symmetrische Schlangenlinien im weit auslaufenden Tiefschneehang.

Man unterscheidet diverse Disziplinen:

  • Big Mountain Skiing bzw. Freeride: das Fahren im Tiefschnee abseits der Pisten
  • Park and Pipe Skiing: das Fahren in künstlich angelegten Funparks
  • Urban Skiing: das Fahren in städtischen Gebieten mit Nutzung der dortigen Infrastruktur
Skifahrer springt steilen Abhang hinunter
Skifahrer springt steilen Abhang hinunter

Merkmale der Skier

Typisch für das Freeskiing sind die stark verkürzten und häufig auch verbreiterten Ski. Sie unterscheiden sich von angesagten Carvern nicht nur durch den speziellen Schliff, sondern vor allem auch durch das stark aufgebogene hintere Ende. Diese Form ist als Twin Cut bekannt.

So kann mit den Freeskiern auch rückwärts gefahren werden. Viele Figuren entstehen aus der Rückwärtsfahrt heraus oder enden mit ihr. Dies gilt auch für die oft halsbrecherisch anmutenden Sprünge.

Akrobatik und kunstvolle Sprünge beim Freeskiing

Das Freeskiing zeichnet sich durch spektakuläre Sprünge und Figuren aus
Luftakrobatik beim Freeskiing

Spektakulär und reizvoll sind die beim Freeski gezeigten Figuren, Sprünge und Fahrtechniken. Damit sie exakt ausgeführt werden können, benötigt der Freeskier ein ganz spezielles Material: Die Ski verfügen nicht nur an der Spitze, sondern auch am Ende über hoch gebogene Kanten. Diese ermöglichen das Rückwärtsfahren und auch das rückwärtige Anfahren auf eine Buckelpiste oder eine Schanze.

Gerne stellen wir Ihnen ein paar der spektakulärsten Kunststücke etwas ausführlicher vor. Allerdings handelt es sich beim Freeskiing um eine extrem trendorientierte und schnelllebige Sportart, die vorwiegend von sehr jungen Athleten ausgeführt wird. Deshalb unterliegen auch die Übungen und Standards einer sehr schnellen und fortwährenden Fluktuation.

Aerials

Einen wichtigen Bestandteil der Freeskiing Kunststücke stellen die so genannten Aerials dar. Dabei handelt es sich um Luftsprünge und Luftakrobatik, die mittels der Abfahrt von einer künstlichen Schanze ausgeübt werden. Die Absprungfläche der Sprungschanze zeigt dabei beinahe senkrecht nach oben.

Aerials können aus

  • Saltos
  • Grätschen
  • Drehungen und
  • kombinierten Elementen

bestehen. Dabei sind die Sprünge in einzelne Schwierigkeitsgrade unterteilt, denen in Wettkämpfen besondere Punktzahlen zugewiesen sind.

Big Airs

Im Bereich der Big Airs wird von einer sehr großen Schanze aus gefahren. Die Kunststücke sind von der Ausführung her vergleichbar, wirken jedoch um einiges spektakulärer.

Da eine größere Höhe beim Absprung erzielt wird, bleibt in der Luft mehr Möglichkeit zur Durchführung der Figuren. So werden manche Elemente auch doppelt ausgeführt.

Akrobatische Elemente

Ebenso wichtig wie die Aerials sind die akrobatischen Einlagen, die beim Durchfahren der Moguls, der Buckelpisten, gezeigt werden. Hier wechseln sich nicht nur extrem schnelle und aggressive Fahrweisen ab, sondern werden mit Anlauf über die Buckel auch Sprünge und Luftakrobatik gezeigt.

Am häufigsten sind dabei Grätschen, doch auch der Salto ist mittlerweile erlaubt und wird viel gefahren. Bei der Durchfahrt eines Moguls müssen im Wettkampf zwei Sprünge gezeigt werden.

Aber auch Kunststücke mit Bodenhaftung sind in den Moguls gut durchführbar. Hier wechselt die Fahrtrichtung und es gibt etliche Figuren mit Rotationsdrehungen.

Wettkampfdiziplinen des Freeski

Bereits im Jahr 1991 fand der erste Wettkampf mit dem Rennen von Valdez in Alaska statt. Je schwieriger die gewählte Strecke für die Abfahrt, in einem steilen Hang der mit Felsen durchsetzt war, desto mehr Punkte gab es.

Die Punktrichter schauten am Fuß des Hangs zu und bewerteten die Läufe der Freeskier nach

  • der Streckenwahl
  • der Flüssigkeit der Ausführung
  • den Sprüngen und
  • dem Gesamteindruck.

Heute hat sich die Worldtour der "International Free Skier Association" etabliert. Die Rennen werden in zwei Kategorien eingeteilt.

In der Kategorie "Big Mountain" müssen, wie bei dem ersten Wettkampf in Valdez, extrem steile Hänge gemeistert werden. Die Kategorie "Slope Style" teilt sich nochmal in drei Bereiche auf. Es wird durch eine Halfpipe gefahren, mit vier Fahrern gemeinsam ein Hindernisparcour bewältigt oder spektakuläre Sprünge über eine Schanze vorgeführt.

Einsatzgebiete

Fahren im Gelände

Theoretisch können Freeski auch auf der normalen Piste gefahren werden. Jedoch entstand die Freeski Technik abseits des gespurten Geländes.

Im freien und naturbelassenen Gelände finden sich natürliche Hindernisse, die als Sprungschanzen genutzt werden können. Das Gefühl von Freiheit und Abenteuer fernab der Massen anderer Fahrer gehört zum Sport ebenso dazu wie Mut und Waghalsigkeit.

Fahren in Freeskiing Parks

Vorwiegend aus Sicherheitsaspekten heraus wurden spezielle Parks und Pisten für Freerider angelegt. Damit werden gute Trainingsmöglichkeiten geschaffen, und die für Zuschauer zugänglichen Parks tragen auch zur Popularität des neuen Sports bei.

Ursprünglich trainierten ambitionierte Freerider in den Halfpipes gemeinsam mit den Snowboardern. Dadurch wurde schnell klar, dass auch für Freerider spezielle abgesteckte Areale geschaffen werden könnten. Die Ausstattung der Parks besteht meist aus

  • einer oder mehreren Buckelpisten
  • Schanzen und
  • Pipes.

Im Unterschied zu anderen Sportarten zeigt die Absprungfläche der Schanzentische beim Freeskiing meist senkrecht nach oben. In vielen größeren Skigebieten sind inzwischen spezielle Freeskiing Parks angelegt.

Erkundigen Sie sich beim Touristenbüro oder recherchieren Sie im Internet, dann werden Sie schnell fündig und können sich den passenden Urlaubsort für Ihre Freeskiing-Ferien aussuchen. Der Trend ist auf dem Vormarsch, deshalb ist damit zu rechnen, dass es in absehbarer Zukunft noch viel mehr Parks geben wird als bisher.

Die besten Freeskiing-Gebiete

In den Alpen sind die besten Freeskiing-Reviere:

Tipps zum Erlernen des Freeskiings

Versuchen Sie Freeski nicht auf eigene Faust, und vor allem nicht mit ihren normalen Standardskiern, sonst sind Knochenbrüche und Verletzungen mehr oder minder vorprogrammiert. Wenn Sie Freeski Techniken erlernen oder den Sport an sich einmal kennen lernen möchten, dann bieten sich Ihnen mehrere Möglichkeiten.

Nichts für Skianfänger

Eventuell haben Sie einen begeisterten und fortgeschrittenen Fahrer in Ihrem Bekanntenkreis, der Sie in die Theorie einweisen kann. Mit etwas Glück bringt er Ihnen auch einige Fahrtechniken und Kunststücke auf der Piste bei.

Behalten Sie dabei aber im Auge, dass Freeski niemals eine Einsteigersportart sein kann, sondern sich ausschließlich an den weit fortgeschrittenen und sehr versierten Skifahrer wendet. Erst wenn Sie Ihre Ski von Grund auf beherrschen, sollten Sie sich ans Freeskiing heran wagen.

Unterricht nehmen

Wählen Sie für Ihren Winterurlaub oder Wochenendausflug ein Skigebiet, in dem Freeski-Unterricht angeboten wird. Dabei können Sie davon ausgehen, dass dies auf jeden Fall überall dort möglich ist, wo es spezielle Freeski-Pisten oder -Parks gibt. Recherchieren Sie deshalb gründlich im Internet.

Erkundigen Sie sich bei der Touristeninformation. Wenn Sie fündig geworden sind, dann rufen Sie die regionale Skischule an, denn meistens sind Freeski-Kurse gut besucht und deshalb häufig schnell ausgebucht.

Mit einem versierten Lehrer haben sie gute Chancen, die Basics der neuen Trendsportart in einigen Übungsstunden zu verstehen. An ihrer Perfektionierung können Sie dann zur Not alleine oder mit der Unterstützung von Freunden weiter arbeiten.

Wer es sich leisten kann, der kann sich zum Erlernen der Freeski Techniken auch einen privaten Skilehrer mieten. Im Einzelunterricht können die diversen Inhalte sehr viel konzentrierter vermittelt und geübt werden.

Allerdings ist ein Gruppenunterricht meist auch sehr viel lustiger und motivierender. Gerade in der Gruppe kann man kleine Rückschläge besser wegstecken und nimmt die eigenen Fehler häufig nicht zu tragisch. Im Vergleich mit den anderen Gruppenmitgliedern lernt man die eigenen Leistungen richtig einzuschätzen.

Tipps für ein sicheres Fahrverhalten

Erfahrene Freeskier schätzen das Gefahrenrisiko als relativ gering ein, jedoch ist dafür das richtige Verhalten beim Fahren sehr wichtig.

Richtiges Stürzen und Abrollen

Zum Freeskiing gehören

  • Sprünge
  • Akrobatik
  • Salti und
  • Drehungen.

Diese sind nicht einfach zu erlernen und Stürze gehören zur Tagesordnung. Die Verletzungsgefahr beim Freeski gegenüber dem herkömmlichen Skifahren ist naturgemäß also um einiges höher.

Doch auch das richtige Fallen, Stürzen und Abrollen kann bis zu einem gewissen Punkt geübt und erlernt werden. Erfahrene Freeskier schätzen die Gefährlichkeit ihres Sports als relativ gering ein.

Sicherheitsabstand einhalten

Beim Freeskiing in der angelegten Piste, dem so genannten Park, muss besonders auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum nächsten Fahrer geachtet werden. Nicht immer ist es einfach, bei komplexen Manövern oder Sprüngen auch die anderen Fahrer im Auge zu behalten. In vielen Parks regeln die Fahrer dies unaufgefordert untereinander, indem immer nur einer oder zwei Fahrer auf der Piste sind.

Gefährliche Hindernisse

Freeskiing im freien Gelände ist entsprechend um einiges gefährlicher. Deshalb sollte es auch nur dort ausgeführt werden, wo es ausdrücklich erlaubt ist.

Im tiefen Schnee sind verschneite Hindernisse wie zum Beispiel Baumstümpfe oder Zäune nicht erkennbar. Sie gefährden den Skifahrer, da er sich hier verfangen kann. Auch Bäume stellen gefährliche Hindernisse dar, gegen die nicht gefahren oder gesprungen werden sollte.

Lawinengefahr

Ein weiteres gefährliches Element ist die mögliche Lawinengefahr. Viele Freeskier tragen deshalb bereits einen speziellen Lawinenrucksack auf dem Rücken. Er enthält einen Ballon ähnlich einem Airbag, der sich beim Abgang einer Lawine öffnet und den Fahrer dadurch an der Schneeoberfläche hält.

Orientierung

Gefährlich sind Touren abseits der Pisten auch dann, wenn die Athleten das Gelände nicht kennen. Bei Einbruch der Dunkelheit besteht die Gefahr, den Weg ins Tal nicht mehr zu finden.

Die Kehrseite der Medaille: Lawinenunfälle

Die Abfahrt durch unberührtes Gebiet bringt immer die Gefahr von Lawinenunfällen mit sich. Die Statistiken zeigen, dass 90 Prozent aller registrierten Lawinenunfälle von den Betroffenen selbst ausgelöst wurden.

Gut: ausrüsten

Vor einem Freeriding-Trip sollte eine komplette Schutzausstattung besorgt werden: Helm und Protektoren gehören hier zur Grundausstattung eines jeden Skifahrers. Besonders beim Freeriding sollte aber auch immer an

  • einen Lawinenpiepser
  • eine Lawinenschaufel sowie
  • eine Lawinensonde

Das alleine reicht jedoch nicht aus, um für die nötige Sicherheit zu sorgen.

Zwei Personen in Skikleidung retten ein Lawinenopfer aus dem Schnee
Zwei Personen in Skikleidung retten ein Lawinenopfer aus dem Schnee

Besser: auskennen

Man sollte sich

  • in den Bergen
  • mit dem Wetter und
  • mit den Schneeverhältnissen

auskennen. All dies kann man von einem erfahrenen Bergführer lernen. Hat man diese Möglichkeiten nicht, dann sollte man sich zur "eigenen Sicherheit" einer Bergschule oder einem Skitourenanbieter anschließen.

Die Gefahr immer im Hinterkopf

Das Wichtigste beim Freeriden ist das Wissen um die mögliche Gefahr. Für einen gelegentlichen Hobby-Skifahrer ist dieser Trend nicht zu empfehlen.

Ein wenig Tiefschneeerfahrung sollte zumindest vorhanden sein. Tiefschneefahrten bergen immer die Möglichkeit, dass Lawinen abgehen und der Abenteuerausflug zur Katastrophe wird.

Auch sollten Anfänger auf keinen Fall allein ihre ersten Touren machen. Hier empfiehlt es sich immer, geführte Touren mit erfahrenen Guides zu buchen, denn sie sind in der Lage, die Lawinengefahr und das oft wechselnde Wetter in den Bergen zu beurteilen. Darüber hinaus kennen sie das Gelände und wissen, in welchen Regionen sich unter Umständen geschützte Tierarten aufhalten, die durch unerfahrenen Freerider vielleicht aufgescheucht oder verschreckt werden können.

Quellen:

  • Peter Geyer, Georg Sojer, Christof Schellhammer und Wolfgang Pohl: Freeriding: Ein Praxisbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene, Bruckmann, 2007, ISBN 3765447412
  • Xandi Kreuzeder: FreeSki, Bergverlag Rother, 2001, ISBN 3763370242

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