8. April 2010
Dass es beim Eisschnelllauf um Geschwindigkeit geht, das ist auch für den Laien auf den ersten Blick ersichtlich. Allein die Ausrichtung der Sportart auf der zweispurigen Laufbahn lässt erahnen, dass sich der Eisschnelllauf sehr stark vom herkömmlichen Eislaufen unterscheidet. Das einzige Ziel ist die möglichst schnelle Zurücklegung einer bestimmten Strecke in kürzester Zeit und ohne Umwege. Doch welche Geschwindigkeiten können tatsächlich erzielt werden, und welchen Einfluss hat die Länge der Strecke auf die Geschwindigkeitsentwicklung?
Betrachtet man einmal die Distanzen der Eisschnelllauf Wettbewerbe, so erkennt man schnell, dass es sich bei der 500 Meter Strecke und der 1.000 Meter Strecke um die Sprintdistanzen handelt. Die Mittelstrecken liegen bei 1.500 Metern und 3.000 Metern, während man bei der 10.000 Meter Strecke von der Langdistanz spricht. Wie in jeder Sportart darf man hier nicht den Fehler begehen, die Geschwindigkeiten, die auf den Kurzdistanzen erzielt werden, mit denen über die Langdistanzen zu vergleichen.
Die höchsten Geschwindigkeiten - die jeweils im Durchschnitt und nicht in der absoluten Spitze gemessen werden - werden auf der 1.000 Meter Strecke gemessen. Der Grund dafür, dass sie nicht auf der 500 Meter Distanz erzielt werden liegt darin, dass der Anlauf bei beiden Strecken etwa gleich lang ist, und so bei der kürzeren Strecke prozentual mehr ins Gewicht fällt. Im Sprint werden Durchschnittsgeschwindigkeiten von knapp über 50 km/h erzielt, unter bestimmten Umständen auch um die 60 km/h.
Auf der 1.500 Meter Distanz werden etwa dieselben Geschwindigkeiten erzielt wie auf der 500 Meter Strecke. Ein deutlicher Abfall der Geschwindigkeit zeigt sich jedoch auf den längeren Strecken von 3.000 Metern und 10.000 Metern.
Beobachtet man die Entwicklung der Geschwindigkeiten beim Eisschnelllauf über einen langen Zeitraum hinweg, so kann man ganz deutlich erkennen, dass die Spitzengeschwindigkeiten linear zunehmen. Ein Grenzwert scheint nicht in Sicht zu sein. Seit dem Jahr 1945 zum Beispiel hat sich die Spitzengeschwindigkeit auf der 10.000 Meter Strecke um etwa 25 Prozent erhöht.
Das bedeutet, dass das Equipment immer noch genügend Potenzial für Verbesserungen bereit hält. Bei anderen Sportarten, die mit weniger technischer Ausstattung ausgeübt werden, sind die Grenzwerte der menschlichen Leistungsfähigkeit in den meisten Fällen bereits in Sicht oder deutlich erreicht.
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