11. Februar 2010
Das Eisklettern ist eine ganz spezielle Form des Bergsports, die aus dem alpinen Klettern heraus entwickelt wurde. Beim Eisklettern werden Eiswände und Eiszapfen überwunden. Diese sind häufig überhängend und wären mit einer normalen Ausrüstung nicht begehbar. Deshalb werden beim Eisklettern Spezialwerkzeuge wie Eispickel oder Eisschrauben verwendet. Zusätzlich kommen spezielle Techniken zum Einsatz. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Sicherungen bleibt das Eisklettern eine der gefährlichsten Sportarten überhaupt.
Eine große Gefahr beim Eisklettern besteht sicherlich darin, auf der glatten und rutschigen Oberfläche des Eises den Halt zu verlieren. Tritte und Griffe sind auf Eis weitaus unsicherer als auf festem Untergrund. Auch die Konsistenz und Härte des Eises selbst kann zur Gefahrenquelle werden. So kann durch Erwärmung oder übermäßige Belastung das Eis an Härte verlieren und brechen. Auch ein Auftauen des Eises kann zu großen Problemen führen, wenn zum Beispiel dadurch die Sicherungshaken dann aus ihrem Untergrund gelöst werden.
Eisflächen und große Eiszapfen befinden sich meist auf der Nordseite von Bergen und in großen Höhen. Schon der Aufstieg bis zum Erreichen einer solchen Eiswand kann gefährlich sein und sehr viele Kräfte kosten. Deshalb ist Übermüdung beim Eisklettern ebenfalls ein großer Risikofaktor. Hinzu kommt häufig eine mangelhafte Sauerstoffversorgung, die durch die großen Höhen bedingt ist. Diese Faktoren können die Reaktionsfähigkeit und das Urteilsvermögen auch eines sehr guten und versierten Bergsteigers erheblich beeinflussen.
Zum Eisklettern werden Seile, Eispickel und Eisschrauben verwendet. Im Unterschied zum normalen Bergsteigen, bei dem der Eispickel vorwiegend mitgeführt und nur in schwierigen Situationen eingesetzt wird, wird der Eispickel beim Eisklettern nahezu bei jedem Schritt und jeder Bewegung verwendet. So kann es leicht geschehen, dass durch ein beherztes Aufsetzen des Eispickels auch einmal eine Sicherungsleine beschädigt oder gar durchtrennt wird. Um Abstürze dieser Ursache zu vermeiden, wird deshalb inzwischen vermehrt mit einer doppelten Sicherungsleine geklettert.
Auch die Gefahr von Erfrierungen sollte beim Eisklettern nicht unterschätzt werden. Das Eis strahlt Kälte ab. Besonders Atemwege, Füße und Hände sind von Erfrierungen bedroht. Sind die Finger jedoch erst einmal richtig ausgekühlt oder sogar von Erfrierungen bedroht, so können die Hände nicht mehr als Kletterwerkzeuge eingesetzt werden. Diese Gefahr wird von vielen Eiskletterern unterschätzt und es wird häufig zu wenig Wert auf geeignete Handschuhe gelegt.
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