11. Februar 2010
Das Eisklettern ist eine faszinierende und sehr anspruchsvolle Sportart. In einschlägigen Kreisen gilt sie als die Königsdisziplin des Bergsports. Betrachtet man den Sport und seine Voraussetzungen einmal näher, so wird schnell klar, dass auch an die Sportler, die Eiskletterer, extreme physische und psychische Anforderungen gestellt werden.
Eisklettern findet im freien Gelände statt, bevorzugt in großen Höhen. Erklettert werden steile, häufig senkrechte oder auch überhängende Eiswände, geforene Wasserfälle oder auch riesige Eiszapfen und deren Formationen. Keine Umgebung für einen Freizeitsportler, sondern eben eine Extremsportart, wie sie im Buche steht.
Wer Eisklettern möchte, muss zuerst über bereits sehr gute Kenntnisse und Erfahrungen beim normalen Klettern verfügen. Dann muss er die Technik des Eiskletterns erlernen und mit den Werkzeugen umgehen können, wozu auch das Wissen gehört, wann sie am besten einzusetzen sind.
Eisklettern erfordert Kraft und Kondition. Es genügt aber nicht, einfach über eine auftrainierte Muskulatur zu verfügen. Es müssen schon exakt die Muskelgruppen trainiert sein, die beim Klettern gefragt sind. Wer einen großen Bizeps, aber keine Kraft in den Unterarmen oder Händen hat, der wird in der Wand nur wenig Erfreuliches erleben. Eine gute Kondition ist ebenfalls von Nöten, da meist bereits der Anstieg zum eigentlichen Kletterziel sehr beschwerlich und Kräfte raubend ist.
Wer Eisklettern möchte, der muss über ein gesundes Herz-Kreislauf-System verfügen und sollte sich schrittweise darauf vorbereiten, in größeren Höhen und damit mit weniger Sauerstoff zurecht zu kommen. Wer nicht schwindelfrei ist, den wird es vermutlich erst gar nicht zum Klettern hinziehen.
Auch das Körpergewicht spielt beim Eisklettern - wie auch beim normalen Klettern - eine beachtliche Rolle. Je leichter der Kletterer ist, desto weniger Gewicht müssen seine Arme und Beine halten können. Dennoch muss das Körpergewicht in einer gesunden Relation zur Körpergröße verbleiben, denn wer sich herunterhungert, wird auch keine Kraft und Ausdauer mehr haben können. Stark übergewichtige Personen wird man beim Eisklettern nicht finden.
Zu den rein physischen Faktoren kommen aber auch noch psychische hinzu. Schnell kann man beim Eisklettern in gefährliche Situationen geraten oder in Bereiche, in denen ein klarer Kopf zur Entscheidungsfindung benötigt wird. Idealerweise ist man besonnen und gut überlegt und kann eine vernünftige Entscheidung treffen, anstatt sich waghalsig und unnötig in große Gefahren zu bringen.
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