3. Februar 2010
Wir kennen sie alle: Die romantischen Gemälde und Fotografien aus längst vergangenen Zeiten, auf denen Menschen in dicken, langen Mänteln zu sehen sind, die sich anmutig über das Eis natürlicher Gewässer bewegen. Sei es auf Schlittschuhen oder nur spazierend, aber für unsere Großväter gehörte es noch zu den normalen winterlichen Vergnügen, sich aufs Eis zu wagen.
Heute dagegen ist dies ein weitaus gefährlicheres Unterfangen. Die Temperaturen sind im gesamten Jahr wärmer geworden, so dass Flüsse und Seen weitaus weniger stark zufrieren, als dies früher der Fall war. Häufig sind Seen nur noch von einer dünnen Eisschicht bedeckt, die kein menschliches Gewicht mehr zu tragen vermag.
Auch die Kälteperioden an sich sind in ihrer Dauer stark verkürzt. War es früher über Wochen hinweg eisig kalt, so kann man heutzutage nur noch partielle Kälteeinbrüche beobachten, die sich mit wärmeren Abschnitten abwechseln. Sind wir in unserer Kindheit auf dem benachbarten See noch Schlittschuh gelaufen, so ist dies heute in den meisten Regionen nicht mehr möglich.
Seen mögen zwar noch gefrieren, vereiste Flüsse dagegen sind längst nicht mehr zu beobachten. Auch dafür gibt es vielfältige Gründe: Flüsse, die als Handelswege dienen, sind im Laufe der Jahrzehnte mehr und mehr begradigt, ausgebaggert und industrialisiert worden. Sie führen ihre Wassermassen stärker und schneller, so dass an ein Gefrieren fast nicht mehr zu denken ist. Vielerorts werden Industrieabwässer eingeleitet, die zwar sauber, ökologisch unbedenklich und bereits abgekühlt sind, deren Temperaturen aber dennoch deutlich über den Jahresdurchschnitten liegen. Sollte dennoch einmal ein Handelsweg gefrieren, so wird er meist rasch wieder aufgebrochen.
Natürliche und benutzbare Eisflächen sind so zu einer großen Seltenheit geworden. Wer sich darauf wagt, der sollte einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. So ist es zum Beispiel unerlässlich, mindestens eine Begleitperson am Ufer abzustellen, die im Notfall Hilfe leisten oder Hilfe rufen kann. Betreten Sie eine Eisfläche auch nie bei Tauwetter, sondern immer nur dann, wenn die Temperaturen bereits seit mehreren Tagen deutlich unter dem Gefrierpunkt liegen. Achten Sie auch auf die Verletzungsgefahr: Natürliches Eis ist nicht eben und glatt, sondern mit kleinen Erhebungen und Unebenheiten nur so gespickt. Sehen Sie also gut hin, wohin Sie treten oder fahren, und achten Sie auch auf eingefrorene Äste oder andere Hindernisse.
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