1. Februar 2010
Das Curling ist eine sehr anspruchsvolle Wintersportart, die auf dem Eis ausgetragen wird. Dabei treten pro Spiel zwei Mannschaften mit je 4 Spielern gegeneinander an. Geschicklichkeit und Wendigkeit sind eine der Voraussetzungen des Curlings. Mehr als auf die körperlichen Eigenschaften der teilnehmenden Athleten kommt es jedoch noch auf deren Geschick, Fingerspitzengefühl und auf taktische Finessen an. Curling erfordert also keinen vollen körperlichen Einsatz, und es ist nicht die Topform der Athleten, die über den Ausgang des Spiels entscheidet. Curling zählt zu den Präzisionssportarten.
So wurde das Curling zwangsläufig und zum Glück für Spieler und Zuschauer auch für den Behindertensport entdeckt. Geschickte und mobile Rollstuhlfahrer stellten fest, dass sie mit einer besonderen Bereifung ihre Sportrollstühle auch auf dem Eis steuern konnten. So bot sich das Curling als anspruchsvoller und abwechslungsreicher Sport für behinderte Sportler und Rollstuhlfahrer sehr bald an. Die Regeln wurden noch ein wenig modifiziert und den Möglichkeiten der Rollstuhlfahrer angepasst, sind im wesentlichen aber nahezu identisch mit denen der nicht behinderten Sportler.
Rollstuhlcurling erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit. Und so dauerte es nicht lange, bis es auch als paralympische Wintersportart entdeckt und zugelassen wurde. Im Unterschied zum regulären Curling dürfen jedoch beim Rollstuhlcurling auch gemischte Teams aus Frauen und Männern an den Start gehen. Diese Regel wurde erlassen, da es insgesamt nur sehr wenige Rollstuhlfahrer gibt, die sich mit dem Curling befassen. So wurde zum Beispiel im Jahre 2006 bei den IX. Winter Paralympics in der Nähe von Turin ein Wettbewerb im Rollstuhlcurling mit großem Erfolg ausgetragen.
Das Regelwerk ist wie folgt beschrieben: Das Turnier findet in zwei Phasen statt. In der ersten Spielrunde tritt jede Mannschaft abwechselnd gegen eine andere Mannschaft an, solange, bis alle Mannschaften gegeneinander gespielt haben. Dieses System wird als Round-Robin-System bezeichnet. Die vier Teams mit den jeweils höchsten erzielten Punktzahlen qualifizieren sich mit ihren Punkten für das spätere Halbfinale. Im Falle von Punktgleichheiten werden zusätzliche Runden im Stichkampfsystem ausgetragen.
Die Mannschaften des Halbfinalmatches ermitteln unter sich den Olympiasieger, der aus den Gewinnern der beiden Halbfinale und als Sieger des Finales hervorgeht. Die in den beiden Halbfinalspielen unterlegenen Mannschaften kämpfen gegeneinander um die Ränge 3 und 4.
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