15. Juli 2010
Das Synchronschwimmen ist ein choreographisches Schwimmen im Einklang mit der Musik. Sowohl die Harmonie mit der Musik, als auch die Synchronität der Schwimmerinnen untereinander fließen in die Bewertung ein. Eine Choreographie besteht - ähnlich wie beim Ballett - aus einer Folge unterschiedlicher Figuren, die von den Schwimmerinnen ausgeführt werden müssen. Man spricht dabei sowohl vom Figuren schwimmen als auch vom Figuren legen.
Die einzelnen Figuren sind höchst anspruchsvoll und erfordern nicht nur Körperbeherrschung und Kraft, sondern auch ein exzellentes Koordinationsvermögen. Meist finden Teile der Figur unter Wasser statt, so dass zum Beispiel nur die Beine oder der Oberkörper über der Wasseroberfläche sichtbar sind. Bei vielen Figuren und deren Vorbereitung müssen die Schwimmerinnen mehr als eine Minute unter Wasser bleiben und dabei körperliche Höchstleistungen bringen können.
Im Synchronschwimmen sind exakt 171 Figuren bekannt, die von den Schwimmerinnen geschwommen werden. Diese Figuren sind alle ausnahmslos von der FINA, dem Weltschwimmverband, definiert. Sie sind international gültig. Mögliche Veränderungen werden ebenfalls international gültig dokumentiert. Welche dieser Figuren für den Pflichtteil des Programms im Synchronschwimmen verlangt werden, wird jedes Jahr neu von der FINA festgelegt. Auf diese Weise erhalten weltweit alle geschwommenen Synchronschwimmprogramme dieselben Schwierigkeitsstufen und Anforderungen. Einige der Figuren sind fester Bestandteil eines jeden Pflichtprogramms, andere werden kurz vor dem Wettbewerb den einzelnen Schwimmerinnen oder Mannschaften zugelost.
Ausgangsfigur fast jeder Kür im Synchronschwimmen ist die Rose. Sie wird meist von vier Schwimmerinnen dargestellt. Dabei liegen die Schwimmerinnen auf dem Rücken. Die Zehen der Schwimmerinnen berühren sich, ihr Abstand zueinander bleibt exakt gleich, so dass sie ein Kreuz bilden. Aus der Rose heraus entwickelt sich der Stern. Um den Stern zu erzielen, werden die Beine leicht geöffnet. Dabei ist es notwendig, auf dem Rücken liegend ein Stück nach hinten zu schwimmen. Die Schwimmbewegung als solche darf jedoch nicht sichtbar sein, sondern wird durch ein ganz leichtes Paddeln mit den Händen erreicht. Aus der Ausgangsposition des Sterns heraus lässt sich die Figur des Quadrats stellen. Dabei öffnen die Schwimmerinnen die Beine auf 90 Grad, und kommen so rechtwinklig zueinander zum Liegen. Auch zum Erzielen des Quadrast muss auf die oben beschriebene Weise unmerklich nach hinten geschwommen werden. Auf diesen drei Grundfiguren basieren sehr viele der im Synchronschwimmen bekannten 171 Figuren.
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