21. Juni 2010
Für den Zuschauer am Beckenrand sieht das gekonnte Kunstspringen meist leicht, elegant, mühelos und fließend aus. Dass dahinter harte Arbeit und noch härteres Training steckt, wird den meisten Menschen erst dann klar, wenn sie sich einmal selbst an einer einfachen Sprungfigur versuchen. Hier zeigen wir Ihnen ein paar einfache Übungen, mit denen Sie sich aufs Kunstspringen vorbereiten können.
Nicht selten wird ein Sprungversuch schon dadurch verhindert, dass den Sportler, wenn er auf dem Sprungturm steht, die Höhenangst gefangen nimmt. Dies liegt daran, dass der Blick von oben nicht nur ungehindert bis zur Wasseroberfläche schweift, sondern durch eine optische Täuschung auch noch der Abstand bis zum Boden des Schwimmbeckens als tatsächliche Sprunghöhe erscheint. Die Distanz, die vom Beckenrand aus überschauber erscheint, löst plötzliche Schwindelgefühle aus.
Deshalb sollten Sie sich langsam an abwechselnde Höhen gewöhnen. Beginnen Sie mit Sprüngen vom Beckenrand und vom Startblock, und wechseln Sie erst dann zum 1-Meter-Brett, wenn Sie sich sicher fühlen. Weitere Höhenschritte sollten Sie jeweils erst dann übernehmen, wenn Sie sich ganz sicher sind. Neue Sprünge sollten Sie erst einmal aus niedrigeren Höhen versuchen.
Wenn Sie einen geübten Kunstspringer beim Absprung beobachten, dann wird Ihnen schnell klar, wie viel Kraft dabei in den Oberschenkeln benötigt wird. Doch nicht nur das: Auch die Absprungposition ist für das Gelingen des Sprunges elementar wichtig. Diese Sicherheit erlangt man nur durch ständig wiederholtes Üben. Da ein Sprungbrett aber nur wenige Sprungfehler verzeiht, ist es empfehlenswert, den Absprung auf dem Boden zu üben. Viele Kunstspringer trainieren auf den Sprunganlagen der Leichtathleten. Hier geht es weniger darum, Weiten und Höhen zu erzielen, als vielmehr ein Gefühl für die richtigen Abstände und Schrittfolgen zu entwickeln. Als positiver Nebeneffekt stellt sich die Sprungkraft in den Oberschenkeln dabei ebenfalls ein. Ein zusätzliches, speziell auf die Beine ausgerichtetes Krafttraining, rundet die Fitness ab.
Auch die Konzentrationsfähigkeit können Sie trainieren. Sehr wichtig ist es, einen Sprung und seine Technik nicht nur visuell aufzunehmen und nachmachen zu wollen, sondern ihn in seinen einzelnen Bewegungsabläufen zu verstehen. Meist ist es die Aufgabe des Trainers, diese zu vermitteln. Haben Sie einmal verstanden, woraus der Sprung genau besteht, dann sollten Sie ihn im Geiste wieder und wieder springen. So automatisieren Sie die späteren Bewegungsabläufe und springen intuitiv.
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