29. Juni 2010
Häufig ist beim Segelsport die Rede vom Jollensegeln. Bei der Jolle handelt es sich um eine Form des Segelschiffs, die sich vor allem durch ihre Konstruktion von anderen Booten unterscheidet. Diese Konstrukktion wirkt sich auf die Fahreigenschaften aus, so dass auch die Aufgaben der Mannschaft und der Segelcrew ganz eigenen Gesetzen gehorchen. Eine kurze Einführung in die Jolle und ihr Segelverhalten geben wir Ihnen hier.
Bei den meisten Segelbooten handelt es sich um Kielboote, die tief ins Wasser reichen. Die Jolle dagegen ist mit einem Schwert ausgestattet, ihr Konstruktionsschwerpunkt dagegen liegt oberhalb des Wasserspiegels. Von unten betrachtet ist die Jolle nahezu platt. Dennoch hat sie genügend Auftrieb, denn die große Auflagefläche lässt sie mit Hilfe des Wasserdrucks sehr gut schwimmen. Auch viele kleine Ruder- und Segelboote werden im Volksmund als Jolle bezeichnet. Die einzelnen Kategorien der Jolle sind die Rennjolle und die Wanderjolle.
Beim Jollensegeln ist ein gutes und schnelles Reaktionsvermögen gefragt. Krängt die Jolle, so richtet sie sich meist nicht von selbst wieder auf, sobald sie einen bestimmten Krängungswinkel überschritten hat. Nun muss sich die Besatzung mit dem ganzen Körpergewicht nach außen in die Windrichtung - also nach Luv - lehnen, um ein Kentern zu verhindern. Dies ist so lange nötig, bis der Impuls nachlässt, der die Krängung verursacht hat. In den meisten Fällen ist die der Wind, doch auch Wellengang kann das Krängen auslösen. Damit die Mannschaft beim Gegensteuern nicht aus dem Boot fällt, und damit die Kräfte besser eingesetzt und übertragen werden können, ist eine Trapezsicherung erforderlich. Zusätzlich zum Trapezgang müssen jedoch die Segel noch gefiert werden, das bedeutet, sie werden für den Wind geöffnet und der Winddruck kann abfließen. Bei Fahrfehlern können Jollen sehr schnell kentern.
Jollen neuerer Bauart sind häufig mit speziellen Auftrieben versehen, die durch aufgeschäumte Hohlräume oder andere Schwimmkörper erzielt werden können. So kann die Jolle zwar kentern, versinkt dann aber nicht im Gewässer, sonder treibt kieloben an der Oberfläche. Ein zusätzlicher Doppelboden ist so ausgelegt, dass das beim Kentern aufgenommene Wasser automatisch wieder abfließen kann, sobald die Jolle wieder in Fahrposition gebracht wird. Eine bestimmte Anzahl von Auftriebskörpern ist hier Vorschrift, damit die Jolle auch bei starker Beschädigung nicht sinkt, und die Mannschaft in Sicherheit ist.
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