16. November 2009
Von Viola Reinhardt
Man befindet sich in einer Lokalität in der eine Tanzfläche vorhanden ist. Es spielt die Musik, die einen anspricht und schon beginnt man mit dem Fuß zu wippen. Die Lust auf mehr steigt langsam an und es wird sich der Tanzfläche genähert. Doch bereits auf dem Weg dahin, wird das Vorhaben in seiner Ausführung geschmälert. Man schaut sich um, denn es könnte ja sein, dass man beobachtet wird und blamieren will man sich ja nun doch nicht. Schon wird die nächste Stelle gesucht an der man ganz unauffällig verharren und dem Geschehen auf der Tanzfläche, aus der Ferne beiwohnen kann.

Musik ist Emotion. Demzufolge kann sie in allen erdenklichen Formen auftreten. Sollte die Musik zu guter Laune bewegen, ist ein entsprechender Tanzstil angebracht, der aus dem Gefühl heraus entsteht und nicht unter Vorgaben gewisser Richtlinien, die womöglich noch Trendbewusst sind. Denn es geht um den Spaß, den man dabei hat und wenn man sich selbst an bestimmte Tanzstile bindet, ist die Freiheit unwillkürlich eingeschränkt. So ist die Bewegung an sich, an das eigene Empfinden gerichtet, welches den Spaß im Vordergrund stehen haben sollte.
Da nicht alle sofort ein Gefühl für die Musik bekommen, wird eine experimentelle Phase unumgänglich sein. Wer da nicht über seinen Schatten springen kann und etwaige abfällige Blicke ertragen kann, dem wäre entweder eine Räumlichkeit außerhalb des Bekanntenkreises zu empfehlen oder schlicht und ergreifend sollte derjenige seine ganz eigene Priorität an oberster Stelle setzen.
Gewiss ist der gemeinsame Spaß reizvoll, aber wie viel Spaß kann man mit Menschen schon haben, die ausschließlich das Aussehen für wichtig empfinden und jede aus der Reihe tanzenden Person, mit Missachtung strafen. Mit diesem Argument dürfte die Hemmung gegenüber Kritikern auf der Tanzfläche wohl beseitigt sein, denn das befreiende und wohltuende Tanzen ist schließlich einem selbst vorbehalten und wird nur erreicht, sofern man auch wirklich aus freien Stücken den Bewegungen ihren freien Lauf lässt.
Beim nächsten Besuch der Tanzfläche, weiß man nun, dass es nur um den Spaß geht. Von den sich profilieren wollenden Anschauungssubjekten mal abgesehen. Immer munter los und den Spaß im Vordergrund stehen lassend, wird sich ein Tanzstil entwickeln, der gerade durch die freie Ausführung, von einer ehrlichen Aura umgeben sein und alles andere in den Schatten stellen wird. Denn wahrer Spaß ist fühlbar. Und man wird überraschend feststellen, wie viele man damit zum echten Tanzen animieren kann.
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