Japanisches Paar gewinnt Tango-WM in Buenos Aires

Frauen- und Männerbeine beim Tangotanzen

Japan gehört zu den wenigen Hochburgen des Tangos - 2009 waren Japaner die ersten Ausländer, die die Tango-WM gewonnen haben

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  • von Paradisi-Redaktion

Die Tango Weltmeisterschaft wird ausgerechnet von einem japanischen Paar gewonnen? Das scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch in sich zu sein. Die Mentalität der häufig etwas steif und unterkühlt wirkenden Japaner entspricht so gar nicht der Mentalität der feurigen Argentinier. Doch der Sport hebt alle Grenzen auf, und die Darbietungen des japanischen Tanzpaares waren überzeugend.

So gewannen der Tänzer Hiroshi Yamao und seine Partnerin Kioko Yamao im Jahr 2009 die Tango-Weltmeisterschaft in Argentinien, die direkt in Buenos Aires ausgetragen wurde. In der Sparte Salon Tango konnten sie sich gegen eine hochklassige Konkurrenz durchsetzen.

Platz zwei wurde von den Kolumbianern Edwin Leon Medellin und Jennifer Arango Aguedelo besetzt. Das in der Rangfolge erste argentinische Paar konnte sich auf Platz 3 positionieren. Tänzer Jorge Marino und Tänzerin Sara Parnigoni mussten sich neidlos dem Können der Konkurrenz geschlagen geben und zeigten sich als faire Drittplatzierte.

Zur Tango-Weltmeisterschaft 2009 waren 427 Paare aus 25 unterschiedlichen Nationen nach Buenos Aires, der Hauptstadt von Argentinien, angereist. Das deutsche Paar Ramiro Romero und Bettina Stampfer (beide Augsburg) gelangten bis in die Vorrunde, schieden dort aber leider bereits aus.

Die Tango-WM

Seit 2003 wird die Tango-WM jährlich in Buenos Aires ausgetragen. Amateure und Profis aus der ganzen Welt können daran teilnehmen; seit 2013 sind auch gleichgeschlechtliche Paare zugelassen. Bei der WM - auf spanisch Campeonato Mundial de Baile de Tango wird ein inoffizieller WM-Titel vergeben; dabei gibt es zwei Kategorien:

  • den Tango de Pista und
  • den Escenario.

Die erste Kategorie hieß bis 2012 Tango de salón und bezieht sich auf die gesellschaftlichen, improvisierte Variante, während die zweite Kategorie den choreographierten Show- und Bühnentanz beschreibt.

Japanische Meister

Neben Argentinien und Deutschland zählen Finnland und Japan zu den Tango-Hochburgen
Tango-Hochburgen

Doch wie erklärt sich der Sieg des japanischen Paars? In Wirklichkeit ist er gar nicht so ungewöhnlich. Außerhalb von Argentinien gibt es nur wenige Hochburgen des Tangos, zu denen neben Deutschland und Finnland auch Japan zählen. Dort findet der Tango begeisterte Aufnahme, da er sich von den traditionellen japanischen Tänzen so grundlegend unterscheidet.

Der Tango erscheint dem Zuschauer als ein leichter, spielerischer Tanz, in Wirklichkeit erfordert er jedoch eine hohe tänzerische Perfektion und verlangt seinen Tänzern auch im Ausdruck sehr viel ab. Dies kommt den traditionellen Werten der Japaner gelegen, denn sie sind bereit, sehr diszipliniert und konzentriert zu arbeiten.

Die Faszination des Tango

Neben den WM-Teilnehmern zieht die Tango-Weltmeisterschaft zudem ein weit gestreutes Publikum an, das an Workshops teilnimmt oder einfach nur zuschaut. Über alle Nationen hinweg ist die Faszination des Tango ungebrochen.

Obwohl der Tango bereits Ende des 19. Jahrhunderts entstanden ist, hat er sich bis heute nicht nur etabliert, sondern immer wieder weiter entwickelt. Längst wird er nicht mehr nur in Argentinien und Uruguay getanzt, sondern hat sich über die ganze Welt verbreitet.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: tango-bewegung © Jan de Vries - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Vintage Chalkboard © Maceo - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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