18. Januar 2011
Cheerleading soll eine Männersportart sein? Nie im Leben, denken Sie jetzt bestimmt. Männer mit glitzernden Puscheln und in farbenfrohen, sexy Kostümen, das mutet seltsam an. Zwar kennt man ähnliche Bilder von den Paraden der Homosexuellen, im Sport jedoch sind sie nicht verbreitet. Doch es stimmt: Ursprünglich waren Männer die Cheerleader. Mehr über die interessante Historie des in Europa immer noch exotischen Sports erfahren Sie hier.
Tatsächlich stammen die ersten Cheerleader-Gruppen aus den USA. Die Überlieferung zeigt, dass im Jahr 1898, bei einem American Football Endspiel der University of Minnesota gegen die Northwestern University zum ersten mal organisierte Anfeuerungsrufe aus dem Publikum zu vernehmen waren. Gezielt wurden dort männliche Zuschauer ins Publikum verteilt, die durch laute Rufe und einschlägige Gesten Stimmung machen sollten. Es gelang den ersten Cheerleadern der Geschichte, die Aktionen der Fans beider Mannschaften zu intensivieren. Das Cheerleading war geboren.
Da es sich zu jener Zeit für die Damen der Gesellschaft nicht schickte, sich in dieser Form hervor zu tun, blieb die Aufgabe den Herren überlassen. Sie verfügten zudem über die lauteren und besser vernehmbaren Stimmen. Auch die Autorität, das Publikum zum Mitmachen zu animieren, wurde bei den Männern eher gesehen. Ist eine Gewohnheit erst einmal etabliert, so ist sie meist auch schwer wieder zu durchbrechen oder zu verändern.
So dauerte es bis in die 1980er Jahre, bis die ersten weiblichen Cheerleader in der heutigen Form und mit dem heutigen Selbstverständnis vom Publikum akzeptiert wurden. Das Auftreten und Entstehen weiblicher Cheerleader-Gruppen hat viel mit der Emanzipationsbewegung der 60er und 70er Jahre zu tun, die das Selbstbild von Frauen und die Wahrnehmung von Frauen in der Öffentlichkeit doch stark beeinflusste. Erst seitdem Frauen selbstbewusst und eigenständig auftreten, ist auch das Agieren als Cheerleader überhaupt denkbar.
Wurden die weiblichen Cheerleader anfangs vor allem in den prüden USA noch sehr skeptisch beäugt, so gehören sie heute längst zum Bild einer jeden Sportveranstaltung und werden von ihrer Zielrichtung her nicht mehr hinterfragt. Längst sind sie zu einem akzeptierten und benötigten Inventar geworden, das nicht mehr weg zu denken ist. Die Sportart ist als solche ebenfalls akzeptiert, denn das Publikum sieht, dass hier hohe Leistungen erbracht werden.
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