Bälle und Tanzveranstaltungen - Merkmale, Verbreitung und berühmte Vertreter

Tanzveranstaltungen in Form von Bällen waren besonders in früheren Zeiten gängige Ereignisse, zu denen man sich traf. Heutzutage sind solche Events seltener Natur und finden eher zu besonderen, feierlichen Anlässen statt. Passend dazu darf auch eine entsprechende Abendgarderobe nicht fehlen. Lesen Sie über die Merkmale von Bällen und Tanzveranstaltungen, deren heutige Verbreitung und informieren Sie sich über berühmte Vertreter.

Rund um den Ball und die Tanzveranstaltung

Tanzveranstalungen - Merkmale und Ablauf

Bei einer Tanzveranstaltung bzw. einem Ball, auch Tanzball, Festball, Ballnacht oder Tanzfest genannt, handelt es sich um eine festliche Veranstaltung mit dem Schwerpunkt Tanz, zu der in der Regel das ein ausgewähltes Publikum eingeladen wird. In früheren Zeiten kam Bällen eine besondere Bedeutung zu; sie waren Anlaufstelle für die gehobenen Gesellschaftsschichten und Bestandteil des Heiratsmarktes. Heutzutage spielt das Sehen und Gesehenwerden oftmals die ausschlaggebende Rolle.

In der Regel findet ein Ball am Abend statt. Hierbei kommt es auch auf die entsprechende Ausführung an. So beginnt beispielsweise ein Ball mit Buffet gegen 20 Uhr, während ein Gartenfest, welches anschließend in einen Ball übergeht, bereits um 17 oder 18 Uhr beginnen kann.

Hierbei wird auch nach Jahreszeit entschieden. Ebenso muss je nach Anlass auch auf andere Programmpunkte des Abends Rücksicht genommen werden.

Die Einladung zu einer Tanzveranstaltung kann ganz unterschiedlich gestaltet sein. Möglich sind zum einen persönliche Einladungen bei einer geschlossenen Gesellschaft oder auch Aushänge und Anzeigen in der Zeitung.

Handelt es sich um große gesellschaftliche Ereignisse, werden berühmte Persönlichkeiten auch oft dafür bezahlt, dass sie auf dem Ball erscheinen. Deren Begleitpersonen dürfen einen kostenlosen Abend auf dem Event verbringen.

Nicht selten entscheidet der gesellschaftliche Rang inklusive bedeutender Beziehungen, ob man zu einem Ball eingeladen wird oder nicht. Auch Sponsoren der Veranstaltungen erhalten eine gewisse Anzahl an Karten; diese können sie dann nach eigenem Ermessen vergeben.

Dresscode

Die Kleiderordnung kann für Herren wie folgt lauten:

  • Dunkler Anzug
  • Dunkler Anzug oder Smoking
  • Gesellschaftskleidung

Letzter Punkt besagt, dass ein Smoking oder Frack getragen werden muss; Anzüge sind tabu. Wird für die Herren ein dunkler Anzug gewünscht, können Damen bei einem Sommerball ein Sommerkleid tragen. Bei dem Wunsch nach Gesellschaftskleidung wird hingegen ein bodenlanges Ballkleid gefordert.

Tango Tanzpaar Arm in Arm
Tango Tanzpaar Arm in Arm

Typische Bestandteile

Zur Begrüßung erhalten die Gäste in der Regel ein Getränk. Sofern es ein Buffet gibt, wird dieses meist um etwa 23:30 Uhr geöffnet. Festlichere Anlässe bieten oft das so genannte Ball-Souper, bei dem es sich um ein spätes Abendessen zu Tisch handelt.

Der Tanz nimmt den wichtigsten Teil der Veranstaltung ein. Mindestens so wichtig ist jedoch auch das Flanieren. Die Musik stammt nicht selten von einer Live-Band.

Oft gibt es eine Mitternachtseinlage. Dabei kann es sich um verschiedene Aufführungen, beispielsweise im Bereich des Tanzes, aber auch als Zaubershow, handeln. Gibt es eine Tombola, werden anschließend die Preise gezogen.

Spezielle Formen

Es gibt einige Bälle, die zu besonderen Anlässen veranstaltet werden und entsprechende Bezeichnungen tragen. So gibt es etwa den Theaterball, bei dem neben dem tänzerischen Aspekt in Form von Darbietungen auch ein Einblick in das aktuelle Theaterprogramm gegeben wird.

Der Abschlussball wird zur Feier des Abschlusses einer Schulausbildung oder auch eines Hochschulstudiums veranstaltet. Umgangssprachlich wird er bei Bestehen des Abiturs auch als Abiball bezeichnet.

Als spezielle Ballform gilt auch der Kostümball. Auf diesem verkleiden sich die Gäste; ein Kostüm gilt somit als ausdrücklicher Kleidungswunsch. Solche Bälle finden beispielsweise zur Karnevalszeit statt.

Verbreitung

Wenn die Menschen früher ausgehen und sich amüsieren wollten, dann gingen sie zum Tanzen. Der Gesellschafts- und Paartanz stand hoch im Kurs, und ein fester Bestandteil eines jeden städtischen Freizeitangebots waren regelmäßige Tanzveranstaltungen. Diese wurden reichlich frequentiert.

Auch Tanzturniere und Wettbewerbe zogen sowohl viele Teilnehmer als auch Zuschauer in ihren Bann. In den letzten Jahrzehnten hat hier ein starker Wandel stattgefunden: Das Interesse an Tanzveranstaltungen geht immer mehr zurück. Woran liegt das?

Weniger Freizeit und besondere Hobbys

Im Vergleich zu früheren Zeiten haben die Menschen im Durchschnitt heute zwar mehr Geld, aber auch weniger Freizeit. Nicht zuletzt durch die Medien und das mediale Angebot haben wir viele interessante Hobbys kennen gelernt und entdeckt, denen wir nachgehen möchten. Dabei stehen die außergewöhnlichen Veranstaltungen mit Erlebnischarakter immer mehr im Vordergrund.

Ortswechsel sind in! Heutzutage werden für mehr Abwechlsung häufig mehrere Locations an einem Abend besucht.

Auf eine bloße Tanzveranstaltung zu gehen, womöglich noch mit dem eigenen Partner, das erscheint uns heute nur noch wenig verlockend. Die Jugend zieht es nach wie vor in die Discos und zu Konzerten, denn Musik steht immer noch hoch im Kurs.

Doch längst benötigt man zum Tanzen keinen Partner und keinen organisierten Rahmen mehr. Getanzt wird Freestyle, alleine oder mit schnell wechselnden Partnern. Livebands, wie sie früher bei Tanzveranstaltungen oft dazu gehörten, haben ebenfalls längst an Attraktivität verloren.

Im städtischen Umfeld kommt noch hinzu, dass es heute eher üblich ist, nicht den ganzen Abend in einer einzigen Lokalität zu verbringen. Der Ortswechsel gehört ebenso zum Amüsierverhalten wie die Ungebundenheit, kein festes Stammlokal mehr zu haben.

Rückzug des klassischen Tanzes

Mann und Frau im eleganten Outift beim Gesellschaftstanz auf weißem Hintergrund
Mann und Frau im eleganten Outift beim Gesellschaftstanz auf weißem Hintergrund

Bälle und klassische Tanzveranstaltungen scheinen ausgedient zu haben. Sie werden weitgehend nur noch von einer Zielgruppe aufgesucht, die sich dem Tanzsport und dem Turniertanz verschrieben hat, und hier ihren sportlichen Ambitionen nach geht.

Um so mehr spezialisiert sich dieses kleine Grüppchen und zieht sich in kleineren Einheiten zurück, so dass es für einen neuen Interessenten ohnehin schwierig wird, in einer solch alt eingesessenen Gruppe Fuß zu fassen und einen eigenen Platz zu finden. Durch die zunehmende Mobilität der Bevölkerung zieht es die Menschen auch für kurze Unternehmungen an immer weiter entfernt liegende Orte, so dass die meisten regionalen Angebote unbeachtet bleiben.

Eine Tanzveranstaltung ist in jeder Stadt vergleichbar, also erscheint sie dem modernen Trendsetter von heute vergleichsweise unattraktiv, da sie leicht zu erreichen und keineswegs einzigartig ist. Unsere Ansprüche an unsere Freizeitgestaltung sind gestiegen und müssen dem Vergleich mit den Nachbarn und Kollegen Stand halten können.

Als wohl bekanntester berühmter Vertreter eines Balls gilt der Wiener Opernball...

Wiener Opernball - Der Ball der Schönen und Reichen

Die meisten Menschen nennen zuerst den Wiener Opernball, wenn man sie nach berühmten Bällen fragt. Nicht nur in Europa zählt der Wiener Opernball zu den gesellschaftlichen Großereignissen schlechthin. Hier trifft sich, was Rang und Namen hat.

Sich hier sehen zu lassen, das ist in bestimmten Gesellschaftsschichten ein richtiggehendes Muss. Dabei blickt der Wiener Opernball auf eine lange Tradition zurück. Mehr darüber erfahren Sie hier.

Der Wiener Opernball wird in jedem Jahr in der Wiener Staatsoper ausgerichtet, die eine wundervolle Kulisse bietet. Interessant ist dabei, dass der Ball in der Faschingszeit stattfindet, also in der kalten, für Bälle nicht unbedingt typischen Jahreszeit.

Das Ambiente fasst bis zu 12.000 Besucher. Österreichs Prominenz der

  • Künstler
  • Kulturschaffenden
  • Politiker und
  • Unternehmer

ist hier anwesend, doch ein Großteil der Gäste kommt auch aus dem Ausland. Besonders die Damen scheuen hier keine Kosten und Mühen, um sich optisch ins gewünschte Rampenlicht zu setzen. Der Ball wird durch einen Tanz von 180 Paaren eröffnet und für viele Besucher ist es das oberste Ziel, hier dabei zu sein.

Ansicht von oben: Junges Paar tanzt auf altem weiß-schwarzen Kachelboden
Ansicht von oben: Junges Paar tanzt auf altem weiß-schwarzen Kachelboden

Bedeutend für Wirtschaft und Tourismus

Hofopern-Soirée: Ein Opernball am heutigen Standort fand am 11. Dezember 1877 als Hofopern-Soirée statt.

Durch die umfassende mediale Vermarktung ist der Wiener Opernball inzwischen zu einem tatsächlichen Wirtschaftsfaktor für die Stadt Wien und den Tourismus geworden. Der Ball zieht 4.700 externe Besucher an, die Hälfte davon etwa aus dem Ausland.

Erstmals fand der Wiener Opernball in der Zeit des Wiener Kongresses von 1814 bis 1815 statt. Das politisch bedeutsame Ereignis wurde durch den ersten Opernball gekrönt.

Zum ersten Mal fand der Ball unter seinem heutigen Namen im Jahr 1935 zu karitativen Zwecken statt. Mit Ausnahme einiger weniger Kriegsjahre wurde er seither konsequent durchgeführt. Besonders erwähnenswert ist, dass seit 2005 das Rauchen beim Wiener Opernball nur noch in zwei separaten Rauchersalons gestattet war, seit 2008/2009 ist es sogar gänzlich untersagt.

Richard Lugner im Fokus der Boulevardpresse

Die Boulevardpresse berichtet zum Wiener Opernball meist sehr ausführlich über die Aktivitäten des Wiener Baulöwen Richard Lugner. Er lädt sich jedes Jahr einen prominenten weiblichen Gast als Begleitung für den Abend ein, und bezahlt für dieses Vergnügen mit hohen Summen.

Die mediale Berichterstattung hat dazu beigetragen, dass nicht nur Opern- und Ballfreunde am Opernball teilnehmen, sondern auch viele Personen, die einfach nur gesehen werden möchten, und die den Ball nutzen, um die Medien wieder auf sich aufmerksam zu machen. So sammeln sich jährlich die Schönen und Reichen aus den ganz unterschiedlichen Sparten.

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  • tango-bewegung © Jan de Vries - www.fotolia.de
  • Tango © Konstantin Sutyagin - www.fotolia.de
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  • ballroom dancing © Dancer01 - www.fotolia.de

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