28. Mai 2010
Von Andreas Hadel
In jüngster Zeit mehren sich die Hinweise, dass Sport in freier Natur wie zum Beispiel Joggen oder Radfahren äußerst positiv auf die mentale Gesundheit auswirken. In einer neuen Analyse, die im Vereinigten Königreich durchgeführt wurde und die Ergebnisse aus 10 Studien mit über 1.250 Probanden auswertete, konnten klare Hinweise dafür gefunden werden, dass "grünes Trainieren" nicht nur die Laune, sondern auch das Selbstwertgefühl deutlich verbessern kann.
Die Ergebnisse der Analyse wurden im internationalen Fachmagazin für Umweltforschung und Technologie ("Environmental Science and Technology Journal") veröffentlicht und zeigen, dass die größte Wirkung bei jungen Menschen festzustellen war. Bei der Untersuchung wurden Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Gärtnern, Radfahren, Fischen, Rudern oder Reiten in einer grünen Umgebung wie Park, Gärten oder Wäldern berücksichtigt.
Die größte Wirkung scheint sich innerhalb der ersten fünf Minuten des Trainings in freier Natur bemerkbar zu machen. Je länger die körperliche Aktivität an der frischen Luft ausgeübt wurde, um so geringer wurde die Wirkung mit fortschreitender Dauer.
Bei der Analyse wurden die Daten von Männern und Frauen unterschiedlichen Alters und gesundheitlicher Kondition untersucht. Wie sich herausstellte, ist der positive Effekt auf die körperliche wie psychische Gesundheit bei Jugendlichen und psychisch erkrankten Menschen besonders groß. Die stimmungsaufhellende Wirkung konnte zudem erhöht werden, wenn die körperliche Aktivität in einer Umgebung ausgeübt wurde, in der es einen See oder Wasserfall gab.
Der Leiter der Untersuchung, Jules Pretty von der britischen Universität von Essex sagte, dass jene Personen, die eher einen passiven Lebensstil führen, chronisch unter großem Stress leiden oder psychisch erkrankt sind, wahrscheinlich den größten Nutzen aus Aktivitäten in der Natur ziehen würden. Er regt außerdem dazu an, dass Arbeitgeber ihre Angestellten dazu ermutigen sollten, bei gutem Wetter die Mittagspause in nahe gelegenen Parks zu verbringen.
Ferner schloss er aus den Ergebnissen seiner Untersuchung, dass Personen, die an Depressionen leiden, mit Sport in der Natur eine weitere Therapie-Option zur Verfügung gestellt werden könne und man die Verwendung von Medikamenten unter Umständen einschränken oder gar ganz vermeiden könnte.
Wer in der Großstadt lebt und auf Grund eines hektischen Alltags nur schwer unter der Woche in der freien Natur trainieren kann, sollte als Option zum Fitness-Studio eine Trainingseinheit auf Sportplätzen, Leichtathletikstadien, Tennisplätzen, Beach-Volleyball-Platzen und ähnlichen Orten in Erwägung ziehen. Man kann das freilich nicht mit Jogging im Wald vergleichen, aber es bietet bis zu einem gewissen Maße einen ähnlichen Nutzen auf die Psyche. Diese Schlussfolgerung lassen zumindest die Ergebnisse der britischen Studie zu.
Auch die Psyche wirkt stark auf das Immunsystem. “So kann positiver Stress, wie etwa beim Sport, dem Ausüben eines Hobbys oder des Erlernen ne...
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