10. August 2011
Leistungssport ist für Körper und Psyche extrem belastend. Tägliches Training und der ständige Druck, seine Leistungen zu verbessern, zehren an der Seele. Kinder, die zu früh mit Leistungssport beginnen und sich dem Druck aussetzen, zerbrechen nicht selten daran, wenn die Leistung nicht stimmt. Außerdem können Muskeln, Gelenke und Sehen durch zu intensives Training dauerhaft beschädigt werden.
Die Gründe, warum Kinder mit Leistungssport beginnen, sind vielfältig. Häufig sind es übermotivierte Eltern, die selbst eine sportliche Karriere angestrebt, aber nie erreicht haben. Ihre Kinder sollen nun ihre Träume verwirklichen. Dabei wird oft übersehen, dass Leistungssport mit täglichem Training für die meisten Kinder viel zu anstrengend ist.
Kinder brauchen Freizeit, Zeit zum Spielen und Toben. Kinder möchten essen was sie wollen. Zu guter Letzt ist der psychische Druck für Kinder schlicht und einfach zu hoch. Wer also schon von klein auf täglich trainiert und sein ganzes Leben auf den Sport ausrichtet, kommt nicht selten in eine seelische Schieflage. Wenn Erfolge auf sich warten lassen oder die Leistung absinkt, geben sich die Kleinen oft selbst die Schuld. Sie möchten ihre Eltern und Trainer nicht enttäuschen und strengen sich noch mehr an. Doch ab einem gewissen Punkt kann der Körper nicht mehr mit den Erwartungen mithalten.
Neben den seelischen Auswirkungen gibt es natürlich auch körperliche Schäden, die durch Leistungssport hervorgerufen werden. Die Knochen und Gelenke sind im Kindesalter noch nicht vollständig ausgewachsen und halten intensivem Training daher auch nicht immer stand. Die Folgen sind meist nicht sofort sichtbar, treten aber in den meisten Fällen spätestens im Jugendalter auf. Auch regelmäßige sportmedizinische Untersuchungen können Gelenksabnutzung und anderen Erkrankungen nicht immer Einhalt gebieten. Wenn sich erst einmal Probleme bemerkbar machen, ist es oft schon zu spät. Abgenutzte Knorpel, chronisch entzündete Bänder und andere Krankheiten verursachen starke Schmerzen und verlangen nach einer intensiven Behandlung. Sind Gelenke und Knochen betroffen, so hilft oft nur mehr eine Operation. In vielen Fällen ist die Karriere im Leistungssport damit erst einmal vorüber.
Eltern und auch Trainer sollten also beachten, dass Leistungssport nicht unbedingt für Kinder geeignet ist.
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