Funsport Allterrainboarding (ATB) - Merkmale, Ausrüstung und Herkunft

Weißer Turnschuh drückt Ende eines Skateboards nach unten

Wissenswertes zum Allterrainboarding

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  • von Paradisi-Redaktion

Auf einem schmalen Brett die Welt erkunden? Mit dem Skateboard ist das durchaus möglich. Aus Amerika schwappt nun aber ein neuer Trend nach Deutschland über. Und er besitzt echtes Kultpotenzial. Das Allterrainboarding (ATB) bietet den Vorteil, auf sämtlichen Untergründen ausgeführt werden zu können. Das Brett und insbesondere die Räder müssen dafür spezielle Merkmale mitbringen. Informieren Sie sich über den Funsport Allterrainboarding.

Allterrainboarding (ATB) - Merkmale und Vorzüge

Beim Allterrainboarding handelt es sich um die Fortbewegunga auf einem Brett, welches einem Skateboard ähnelt. Das so genannte Allterrainboard oder auch Mountainboard unterscheidet sich jedoch dadurch, dass es dank seiner besonderen Bauweise und vor allen Dinge auch Reifen auf zahlreichen unterschiedlichen Geländeformen fortbewegt werden kann.

Viele Sportler kennen das Problem: Während sie in der warmen Jahreszeit auf das Skatebord zurückgreifen können, bleibt ihnen im Winter nur der Umstieg auf das Snowboard. Und selbst dann ist es mit beiden Geräten nur in weitgehend ebenem Gelände möglich, halbwegs sicher zu fahren oder zu beschleunigen. Kleinste Hindernisse, die nicht selten für den Fahrer unsichtbar bleiben, rufen bereits erhebliche Gefahrenquellen hervor.

Das alles soll sich nun aber mit dem Allterrainboard ändern. Seine Name ist Programm – gefahren werden kann auf allen Untergründen, die eine gewisse Festigkeit bieten. Wiesen, Waldwege, selbst Pudersand und Schlamm stellen keine Widrigkeiten mehr dar. Das klingt zunächst einmal nach grenzenloser Freiheit.

Nahaufnahme zwei Beine auf Skateboard
Nahaufnahme zwei Beine auf Skateboard

Fahrstile

Beim Snowboarden können mehrere Fahrstile unterschieden werden:

  • Downhill: man fährt einen Hang ab und macht dabei verschiedene Sprünge oder fährt über Schanzen
  • Boarder-X: es treten mindestens zwei Fahrer gegeneinander an; es gibt Körperberührungen, die den Wettbewerb im K.o-System deutlich spannender machen
  • Freestyle: der Fahrer macht unterschiedliche Sprünge und Tricks
  • Kiteboarding: der Fahrer lässt sich von Lenkmatten ziehen und kann dadurch weite und sehr hohe Sprünge machen

Möglichkeiten für den Einsatz

Das Allterrainboard wird von den Fahrern so genutzt, wie sie das von einem Skateboard bereits gewohnt waren. Zumeist besteht der Sinn also darin, sich in schrägen oder sogar steilen Abfahrten gegeneinander zu messen oder lediglich Spaß bei der rasanten Fahrt zu gewinnen. Im Vergleich kann zudem aber auch die Fähigkeit erprobt werden, Tricks und Sprünge mit dem Brett zu absolvieren.

In jeder der genannten Disziplinen erweist das Allterrainboard ein hohes Maß an Sicherheit und Komfort. Es kann somit sehr vielseitig eingesetzt werden und ermöglicht selbst solche Manöver, die mit anderen Sportgeräten nicht denkbar wären. Das vor allem auf unwegsamen Untergründen.

Im Gelände jederzeit tauglich

So richtig entfaltet sich das Potenzial des Bretts aber erst, wenn es auf Wiesen, sandigen Strecken oder ähnlich widrigen Belägen zum Einsatz kommt. Dort also, wo jedes Skateboard bedingungslos aufgeben müsste, zeigt das Allterrainboard, was in ihm steckt.

Sind gerade einmal keine Hügel oder Hänge vorhanden, kann auch das Kiteboarding ausprobiert werden. Bei ihm wird ein Auto oder Motorrad mit dem Deck verbunden.

Meist geschieht das mit elastischen Seilen. Beschleunigt die Zugmaschine, ergibt sich auf dem Brett eine rasante Fahrt. Sogar in dieser Disziplin werden mittlerweile weltweite Meisterschaften ausgerichtet.

Komplizierter ist es dagegen, sich von einem Luftdrachen – dem eigentlichen Kite – ziehen zu lassen. Diese Version des Fahrens richtet sich jedoch ausschließlich an geübte Sportler.

Junge mit grauer Strickmütze trägt Skateboard auf Schulter
Junge mit grauer Strickmütze trägt Skateboard auf Schulter

Allterrainboard: Merkmale und Unterschiede zum Skateboard

An sich ähnelt das Allterrainboard bzw. Mountainboard einem Skateboard. Lediglich mit einem ganz speziellen Unterschied ist es versehen. Statt kleinerer und zumeist harter Rollen lagert das Deck – also das Brett an sich – auf größeren und luftbereiften Felgen.

Der Gummi weist regelmäßig sogar ein kleineres Profil auf, mit dem auf weichen oder nassen Untergründen ohne Beeinträchtigung gefahren werden kann. Das Deck und die Räder sind mit Achsen verbunden.

Auf dem Brett wiederum wird die zweite Besonderheit sichtbar: Hier sind Bindungen angebracht. Eine Maßnahme also, die eher auf ein Snowboard deutet. In ihnen findet der Fahrer genügend Standsicherheit, um auch bei riskanten Manövern nicht zu stürzen und das Brett jederzeit koordinieren zu können.

Bei den Bindungen unterscheidet man zwischen Snowboardbindungen sowie steifen Schlaufen. Der Vorteil letzterer liegt darin, dass der Fahrer auch seitlich abspringen kann, dennoch aber einen festen Halt darin hat.

Im Vergleich zu einem Skateboard wird das Allterrainboard deutlich robuster errichtet. Das Holz, das für das Deck zum Einsatz kommt, ist mit einer zusätzlichen Schicht aus Glasfasern versehen.

Auch der Aufbau der Achsen und Räder wurde so konzipiert, dass er Schläge und Stöße abfangen kann. Die aufprallende Energie soll also einzig durch die Luft in den Reifen gemildert werden, geht ansonsten aber auf alle Bestandteile des Bretts über und kann von dort auf den Fahrer einwirken.

Dieser benötigt somit eine besondere Sicherheit, die über die Schlaufen und Bindungen gewährleistet wird. Bei gröberen Unfällen bieten diese aber immer noch die Möglichkeit, vom Board abzuspringen und Stürze somit zu vermeiden.

Die Fläche, auf der der Fahrer steht, wird als Deck bezeichnet. Seine Größe dürfte zwischen der eines Skate- und Snowboards liegen.

Typisch sind federnde Eigenschaften, sodass auch Sprünge absolviert werden können. Je nach Fahrstil kkomen längere und starre oder kürzere und flexiblere Bretter zur Anwendung.

Herkunft

Die Sportart hat sich aus eben jenem Bedarf entwickelt, möglichst vielseitig nutzbare Boards zu entwickeln. Das sollte für mehr Komfort bei der Fahrt sorgen, ebenso aber die Kosten reduzieren. Denn statt zwei oder mehr Geräten wurde nunmehr lediglich eines benötigt.

Mit Beginn der 1990er Jahre tüftelten daher gerade die Skater des amerikanischen Kontinents an alternativen Möglichkeiten, alle Wünsche und Bedürfnisse auf einen Nenner zu bringen. Das Allterrainboard stellt das Ergebnis dar. Sein Siegeszug von den Vereinigten Staaten nach Europa vollzog sich bis zur Jahrtausendwende. Gerade in England und Frankreich, gegenwärtig aber auch in Deutschland, Italien und Spanien lassen sich die etwas eigentümlich wirkenden Bretter finden.

Das neue Zeitalter des Skatens?

Viele Sportarten konnten über die letzten Jahre hinweg mit Änderungen aufwarten. Einige von ihnen setzten sich durch, andere haben ihr Schattendasein nie ablegen können.

Das Allterrainboarding besitzt aber das Potenzial, zu einem Kult zu werden. Die Fahrt bei hohem Tempo ist gegenwärtig mit nichts vergleichbar.

Zudem können je nach Aufbau des Bretts auch Strecken absolviert werden, die bislang für Boarder verschlossen waren. Es bleibt somit zu hoffen, dass künftig weiter an den Brettern getüftelt wird und sich vielleicht sogar bahnbrechende Entwicklungen einstellen – denn gerade bei der Sicherheit besteht noch einiger Bedarf. Können diese Frage aber gelöst werden, steht der freien Fahrt bald nichts mehr im Wege.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Man's leg on skateboard © Yuri Arcurs - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: skateboarder © NorthShoreSurfPhotos - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Cool blickender Jugendlicher Mann vor Graffiti © Gina Sanders - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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