10. November 2011
Seit Jäger in England und Frankreich vor Jahrhunderten erstmals zu Übungszwecken auf lebende Tauben schoßen, gehört die heute als Tontaubenschießen oder Wurfscheibenschießen bezeichnete Sportart zu den am meisten respektierten Disziplinen unter den Schützen. Inzwischen müssen die angehenden Sportler in Vereine eintreten, um das Wurfscheibenschießen zu erlernen und auszuüben. Doch anders als in benachbarten Disziplinen können sich die Lehrer nicht nur auf Praxis, sondern auch auf die Theorie stützen.
Das Wurfscheibenschießen machte im 19. Jahrhundert in Deutschland Karriere. Anders als in den europäischen Nachbarländern wurde es kaum von Jägern ausgeübt, sondern fand seinen Niederschlag sofort in der aufkommenden Vereinskultur. Der Hintergrund war politisch: Die herrschende Klasse der Zeit wollte nicht, dass mit Flinten bewaffnete Bürger ohne Aufsicht durch die Wälder streiften. Die Vereine waren so nicht nur der Ort, wo die Menschen das Schießen ausüben und unter Anleitung von fachkundigem Personal lernen konnten, sondern auch die Stelle, wo man sie im Auge behalten konnte. Oft mussten die Waffen im Verein gelassen werden und durften nicht mit nach Hause genommen werden. Bis heute haben sich diese traditionellen Elemente gehalten. Der Verein ist noch immer der Ort, der über die nötigen Sportstätten verfügt, um zu schießen und außerdem stellt er nach wie vor fachkundiges Personal, das sich um die Ausbildung kümmert. Zudem bieten die entsprechenden Organisationen noch immer an, die Waffen zu lagern. Was als Schutz der Herrschenden vor ihrem Volk eingeführt wurde, hat sich als Schutz der Familie vor tragischen Unfällen bewährt.
Auf der Suche nach einem passenden Verein kann man sich am besten an den Deutschen Schützenbund (DSB) wenden. Dieser kann einem mit der passenden Kontaktinformation von einem entsprechenden Schützenverein (heute häufig auch Club genannt) versorgen. Viele dieser Organisationen bieten in heutiger Zeit Schnuppertage. Das bedeutet, sie laden unverbindlich ein, einmal die Anlage, die Ausrüstung des Vereins und die Trainer kennenzulernen.
Das Wurfscheibenschießen bietet eine Besonderheit im Vergleich mit anderen Schießdisziplinen. Dadurch, dass sie so besonders beliebt ist und auf eine derart lange Tradition zurückblickt, haben einige sehr erfolgreiche Sportler die Schriftsteller in sich entdeckt und über ihre Leidenschaft Lehrbücher verfasst, die sich nicht nur wie "graue Theorie" lesen. Im ersten Moment mag man solche Dinge für überflüssig halten, doch wer einen schriftlichen Leitfaden von Experten hat, wie man eine Flinte lädt oder reinigt, der kommt doch immer wieder dankbar auf derartige Hilfestellungen zurück.
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06.04.11 | |
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15.02.11 | |
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