8. November 2011
"Erst läuft man sich die Lunge aus dem Hals und ist vollständig aus der Puste – und dann soll man noch sein Gewehr mit ruhiger Hand führen?" - Mit diesen Worten beginnt der Deutsche Schützenbund seine Informationen über den Sommerbiathlon, der sich anschickt, von einer Trendsportart zu einem ähnlichen Massenphänomen zu werden, wie seine Schwester im Winter. Was aber zeichnet Biathlon im Sommer aus?
Rein äußerlich ähneln sich Biathlon im Winter und im Sommer: Die beiden Disziplinen sind Laufen und Schießen. Es werden die gleichen Wettbewerbe durchgeführt (Sprint, Verfolgung, Einzel, Massenstart, Staffel, Mixed-Staffel), die bis auf die Mixed-Staffel nach Geschlechtern getrennt werden. Auch der Sommerbiathlon unterteilt sich in einen Juniorenbereich und in die Erwachsenensparte. Bis zu einem Alter von einschließlich 21 Jahren darf man bei den Junioren mitwirken, anschließend muss der Wechsel in den Erwachsenenbereich erfolgen. Durchgeführt werden die Wettkämpfe von der Internationalen Biathlon Union. In Deutschland stehen sowohl der Sommer- als auch der Winterbiathlon unter der Schirmherrschaft des Deutschen Schützenbundes, der auch das nationale Regelwerk nach den internationalen Vorgaben ausarbeitet.
Der Sommerbiathlon kann mit einem Reiz aufwarten, mit dem seine winterliche Schwester nicht konkurrieren kann. Während man zwar im Winter zwar auch Strecken mit unterschiedlicher Schwierigkeit wählen kann, bleibt der Untergrund doch immer Schnee. Im Sommer betreiben die Athleten Crosslauf, dies bedeutet, Umgebung und Untergrund wechseln sich ab. Im Sommer ist deshalb nicht nur Schießstand für die Zuschauer ein besonderer Reiz, sondern auch die Laufeinheiten, die eine besondere Herausforderung darstellen. Der Charakter des Sommerbiathlons verändert sich aus diesem Grund von Wettkampfort zu Wettkampfort dramatisch.
Wie die meisten Sportarten, ist auch der Sommerbiathlon in Vereinen organisiert. Man unterscheidet die Wettkämpfe, an denen Sportler der unterschiedlichen Vereine teilnehmen können, zwischen Bezirks-, Landes- und Bundesebene. Die Mehrzahl der Turniere findet auf Landesebene statt, wo sogenannte Laufserien und Landesverbandsmeisterschaften ausgetragen werden. Aus Bundesebene gibt es den Deutschland-Cup (der wie der Weltcup im Winterbiathlon funktioniert) und die Deutschen Meisterschaften. Anfangs gab es kaum internationale Wettkämpfe, doch diese werden zunehmend häufiger durchgeführt. Der Sommerbiathlon hat die Chance, zu einem ähnlichen Event zu werden, wie der Zweikampf im Winter.
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