22. September 2011
Die Austragung von Eisrennen ist hauptsächlich von den vorherrschenden Wetterverhältnissen abhängig. In zu milden Wintern fallen geplante Veranstaltungen buchstäblich ins zu warme Wasser. Deswegen eignen sich als Austragungsorte für Eisrenn-Rallyes am besten solche Gebiete, in denen strenge Winter selbstverständlich sind.
In Frankreich wurde erstmals 1970 ein 24-Stunden-Eisrennen ausgetragen. Es erhielt den Namen 24 Heures sur Glace de Chamonix. Die Strecke führte über den 1350 Meter langen Circuit de Grépon. Gefahren wurden insgesamt 6 Rennen. Anfangs benutzte man normale Rallyefahrzeuge, nach und nach wurden spezielle Prototypen entwickelt, die über Allradantrieb und Synchronlenkung für Vorder- und Hinterräder verfügten. 2004 wurde die Rallyeserie überraschend eingestellt.
Besser erging es der Andros-Serie, die 1990 ihr Debüt feierte. Den Namen erhielt sie von ihrem Sponsoren, dem gleichnamigen Kompott- und Konfitürenhersteller. Austragungsorte sind Frankreich und Andorra. Für besondere Schlagzeilen sorgte der Fahrer Yvan Muller, der die Trophäe zehn Jahre in Folge gewann.
Die ISRI-Serie kann als Pechvogel des Eisrallyes bezeichnet werden. 2001 ging sie an den Start, aufgrund des zu warmen Wetters fielen gleich zwei von fünf Rennen aus. Im Folgejahr gab er erneut Terminprobleme. 2003 plante man nur noch drei Läufe. Und selbst von diesen musste einer abgesagt werden. Ein Jahr später war Schluss. Es gab nur noch einen einzigen Lauf in Italien, dann wurde das Rennen eingestellt.
Bessere Bedingungen bietet Nordeuropa. In Schweden, Norwegen und Finnland kommt es zu solchen Ausfällen kaum. Das Besondere an den Eis-Rallye-Fahrzeugen sind die Spikesreifen, die mit bis zu 25 Millimeter langen Nägeln versehen sind. Ein Wegrutschen der Reifen ist dadurch nicht möglich, so dass die Kurvengeschwindigkeiten recht hoch ausfallen können. Oft steuern die Fahrer ihr Gefährt auf zwei Rädern durch die Biegungen.
Einzelrennen werden auch im Alpenraum ausgetragen. Besonders begehrt war zeitweise die Region Piancavallo im Friaul. Andere Veranstaltungen finden in Reuthe bei Bezau und in Krumbach statt. Witterungsverhältnisse sorgten auch hier wieder im Laufe der Jahre für einige Ausfälle. 2011 hatten die Veranstalter in Krumbach wieder Glück. Das Wetter bot beste Voraussetzungen für einen idealen Rundkurs von 700 Metern Länge und den Besuch von hunderten Zuschauern. Die Teilnehmer kamen aus fünf Nationen und traten in diversen Disziplinen an.
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