Tipps zur Überwinterung und zum Frühjahrscheck des Motorrads

Grafik blaue Schneeflocke im Schnee

Wo Motorradbesitzer ihre Maschine am besten überwintern und wie man das Motorrad nach der Winterpause wieder fit macht

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  • von Paradisi-Redaktion

Nach der Überwinterung des Motorrads folgt der Frühjahrscheck - vor und während dieser Zeitspanne gitl es, einige Punkte zu beachten. Ist es sinnvoll, das Motorrad über den Winter abzumelden? Wie sieht der perfekte Lagerort aus? Was muss vor der ersten Fahrt im Frühjahr überprüft werden? Holen Sie sich Tipps zur Überwinterung sowie zum Frühjahrscheck des Motorrads.

Lagermöglichkeiten für die Offroad-Saison

Die jährliche Offroad-Saison dauert vom Frühjahr bis in den Spätherbst hinein. Das Break ist für viele Motorradfahrer der Wechsel von der Sommer- zur Winterzeit, also das letzte Oktoberwochenende.

Spätestens dann muss geklärt sein, wie und wo das Motorrad die Monate bis zum Beginn der nächsten Offroad-Saison im kommenden Frühjahr verbringen soll. Dazu gibt es verschiedenartige und ganz individuelle Gelegenheiten, von denen einige aufgezählt werden.

Das Motorrad sollte nach Möglichkeit in einem abgeschlossenen Raum abgestellt werden. Der Schutz vor extremer Witterung wie Minustemperatur, Eis und Schnee ist nicht nur für den Werterhalt wichtig, sondern auch für die zukünftige Fahrtüchtigkeit.

Bei Schnee und Eis gilt auch für Motorräder Winterreifenpflicht

Grafik hellblaue Schneekristalle auf weißem Hintergrund
sfondo invernale © Anna Khomulo - www.fotolia.de

Draußen wird es langsam kälter und ungemütlich und wer schlau ist, macht sein Motorrad jetzt winterfest und stellt es in seine Garage. Motorradfahren auf glatten und schneebedeckten Straßen kann schnell gefährlich werden. Wer sich bei so einem Wetter trotzdem auf sein Bike schwingt, muss künftig eine neue Vorschrift beachten.

So hat das Bundesverkehrsministerium bereits einen neuen Gesetzesentwurf für die Straßenverkehrsordnung vorgestellt, der da lautet: "Bei Schneeglätte, Schneematsch, Reifglätte oder Glatteis darf ein Kraftfahrzeug nur mit Reifen gefahren werden, deren Laufflächenprofil, Laufflächenmischung oder Aufbau für die genannten winterlichen Wetterverhältnisse ausgelegt sind (Winterreifen)". Zu den Kraftfahrzeugen zählen auch die Motorräder.

Wer sich also bei Schnee und Eis mit Sommerreifen auf die Straße begibt, muss - wie beim Autofahren auch - mit einer Strafe rechnen. Trockenes und sonniges Winterwetter stellt hingegen keine Gefahr dar.

Garage mieten

Wenn keine eigene Garage vorhanden ist, dann sollte Ausschau nach dem Anmieten einer fremden Garage gehalten werden. Dazu bietet sich ein Kleininserat in der örtlichen Tageszeitung oder in der Wochenendausgabe des lokalen Anzeigenblattes an.

Das Motorrad kann, muss aber nicht als einzelnes Fahrzeug untergestellt werden. Es benötigt wenig Platz und kann beispielsweise in einer Doppelgarage abgestellt werden, oder zusammen mit einer oder mehreren Maschinen in einer Garage. Dadurch lassen sich die Mietkosten halbieren, dritteln oder gar vierteln.

Unterstellmöglichkeiten beim Händler

Örtlich ansässige Motorradhändler bieten oftmals Unterstellmöglichkeiten für ihre Stamm- oder Dauerkunden. Der Kontakt kann schon während der Offroad-Saison geknüpft werden. Die Händler verfügen in aller Regel über eine ausreichend große, überdachte und meistens auch verschlossene Abstellfläche.

Bikeport

Was für das Auto der Carport ist, dass kann für das Motorrad der Bikeport sein. Er ist zwar kein gleichwertiger Ersatz zur abgeschlossenen Garage, bietet jedoch mit seinem Dach eine vor Regen, Eis und Schnee geschützte Abstellfläche.

Der Bikeport beansprucht denkbar wenig Platz. Benötigt werden dafür vier massive Pfosten und ein leichtes Dach. Auch für den ungeübten Heimwerker ist es ein Leichtes, den Bikeport aufzustellen. Zusätzlich können die Seiten ganz oder teilweise mit einer Plane abgedeckt werden, die am Dach sowie an den Pfosten befestigt wird.

Abdeckhaube und Faltgarage

Wenig aufwändig ist die Motorradhaube, auch Abdeckhaube genannt. Das Material aus atmungsaktivem Faserverbundstoff verhindert weitgehend die Bildung von Korrosion durch Kondenswasser, und die Atmungsaktivität des Materials wirkt sich lackschonend aus.

Die mobile Faltgarage kann mit einem Zelt verglichen werden. Auch der weniger geübte Biker kann seine Faltgarage auf einer freien Fläche aufstellen. Das Stahlrohrgestänge wird per Klickmechanismus montiert und mit Dübeln fest in Erdboden verankert.

Das Material der Faltabdeckung ist als Gemisch aus Polyester und Baumwolle wasserabweisend sowie wetterbeständig.

Motorrad kann so getarnt werden, dass es fast unsichtbar ist

Airsoft-Spieler getarnt im Gebüsch
Military training combat - forest/jungle amvironment © Pedro Monteiro - www.fotolia.de

Die Tarnkappenbomber haben es bei militärischen Einsatzgeräten schon vorgemacht: Sie können wegen ihrer besonderen Form und dem Einsatz verschiedener Materialien nicht vom Radar geortet werden. Damit gelten sie als fast unsichtbar. Diese Idee hat nun der Künstler Joey Ruiter in die zivile Nutzung für ein Motorrad übertragen: "Moto Undone" nennt er seine Kreation.

Der Fahrer gleitet förmlich fast in der Luft über die asphaltierten Straßen, weil der Künstler das Motorrad in eine besondere Hülle gesteckt hat. Diese reflektiert quasi den Straßenbelag und lässt nur unten ein wenig die Räder heraus schauen. Darüber hinaus gleitet es fast lauthals dahin, dank des Elektromotors.

Damit will Joey Ruiter wieder den Blick auf das Wesentliche bei Bikes richten, und sagt mit seiner Kunst übertriebenen Lackierungen oder riesigen Auspuffanlagen den Kampf an.

Self Storage

Eine ganz andere Möglichkeit ist Self Storage, also das Einlagern in einem professionell betriebenen Lagergebäude. Self Storage wird vielfach in Großstädten sowe Ballungsgebieten angeboten, wo Grundstücke und Platz ohnehin knapp sind.

In einem mehrgeschossigen Lagergebäude können Boxen als Lagerflächen angemietet werden - sie sind aufgrund der mobilen Wände ganz bedarfsgerecht gestaltbar. Die Lagerungsbox ist temperiert, verschlossen und versichert. Der Motorradfahrer kann sicher sein, seine Maschine einige Monate später direkt vom Self Store aus wieder starten zu können.

Jede Überwinterung kann als ein individuelles Problem gesehen werden. Für den Fahrzeughalter ist entscheidend, auf seine eigene Situation bezogen in alle Richtungen nachzudenken, also auch unkonventionell. Im Grunde genommen gibt es nichts, was es nicht gibt.

Für die Wintermonate abmelden?

Wenn das Motorrad während der Wintermonate nicht bewegt wird, dann lohnt sich die Überlegung, es stillzulegen, also bei der Zulassungsbehörde sowie bei der Kfz-Versicherung ab- und im kommenden Frühjahr wieder anzumelden.

Dieser Vorgang erübrigt sich bei einer saisonalen Zulassung, dem sogenannten Saison-Kennzeichen. Hier lohnt sich im Einzelfall ein Preis-Leistungs-Vergleich aller anfallenden Kostenarten wie Verwaltungsgebühren, Steuer und Versicherung.

Kleinere Nummernschilder für Motorräder

Ausschnitt Motorrad vor Gebirgslandschaft mit See
moto guzzi 75° anniversario © alessandro contarin - www.fotolia.de

Ab Anfang April soll es neue Nummernschilder für Motorräder geben. Wie in den USA sollen die Kennzeichen kleiner als bisher sein. Dies beschloss jetzt der Bundesrat. Die Schilder sollen nur noch 18 mal 20 Zentimeter groß sein. Damit die neue Regelung Rechtskräftigkeit erlangt, muss sie noch im Bundesgesetzblatt verkündet werden.

Die verkleinerten Kennzeichen gelten auch für Oldtimer-Bikes. Ähnliche Schilder existieren bereits in Österreich, Frankreich und Italien. Die neuen Kennzeichen sind jedoch nicht verpflichtend. Motorradbesitzer können vorhandene Schilder problemlos weiterverwenden. Eine weitere Neuerung: Künftig sind auch selbstleuchtende hintere Kennzeichen gestattet.

Das Bike für den Winterschlaf vorbereiten

Das Motorrad selbst muss auf seine Überwinterung vorbereitet werden. Dazu gehören:

  1. der Motorölwechsel,
  2. das Entleeren der Vergaser-Schwimmkammern, sowie
  3. das Herausnehmen der Batterie, die separat trocken und frostgeschützt gelagert wird.
  4. Korrosionsgefährdete Bauteile wie Auspuff, Felgen und Speichen sollten mit einem Konservierungsmittel aus dem Fachhandel eingesprüht werden.

Je umsichtiger das Motorrad zum Winterbeginn gepflegt und behandelt wird, umso einfacher ist seine Inbetriebnahme einige Monate später mit Beginn der neuen Offroad-Saison.

Der Winter naht: So kommt das Motorrad gut durch die kalte Jahreszeit

Reinigung, Kettenfettung und Co. - Tipps zur schadenfreien Überwinterung des Motorrads

Motorradhandschuhe vor grünem Motorrad
motorcycle gloves with carbon and bike © Laurentiu Iordache - www.fotolia.de

Der Sommer ist vorbei. Und auch wenn der Herbst uns vielleicht noch ein paar schöne Tage bringt, wird es langsam Zeit sich an fallende Blätter, dicke Jacken und Winterreifen zu gewöhnen. Langsam verschwinden auch die Motorradfahrer von den Straßen, denn für sie wird es in der kalten Jahreszeit naturgemäß besonders ungemütlich. Doch bevor das Zweirad zum Winterschlaf in die Garage kommt, sollten ein paar Dinge beachtet werden.

Reinigung und Wartungsarbeiten

Unerlässlich ist eine Grundreinigung, denn Schlamm und Schmutz schaden langfristig dem Lack und können zu Rost führen. Ketten sollen gefettet und der Lack eventuell zusätzlich mit einem Anti-Korrosionsöl versiegelt werden.

Wenn man schon mal bei der umfassenden Pflege ist, kann auch ein Öl- und Filterwechsel vorgenommen werden. Normalerweise kommt es ohne zwar nicht zu Korrosionen, aber sicher ist sicher. Zudem ist die Maschine dann fit für den nächsten Frühling.

Damit es auch die Reifen in die nächste Saison schaffen, sollten sie auf schadhafte Stellen untersucht werden. Eventuell ist es ratsam, das Motorrad ab und zu etwas zu bewegen, damit der Druck nicht nur auf einer Stelle lastet. Und: einmal volltanken ist der beste Schutz für das Tankinnere.

Das Motorrad nach der Winterpause wieder fit machen

Angesprochen ist in erster Linie das sogenannte Straßenmotorrad, im Gegensatz zum Geländemotorrad mit seinen Bauarten Enduro oder Motocross, oder zu den Sonderformen wie Stehrennen- beziehungsweise Steilwandmotorrad.

Der normale Motorradfahrer hat ganz einfach Spaß daran, mit seinem einspurigen Zweirad am öffentlichen Straßenverkehr teilzunehmen.

Damit das verkehrssicher möglich ist, muss das Motorrad auf seinen mehrmonatigen Einsatz vom Frühjahr bis in den Spätherbst hinein gut vorbereitet werden. In den vergangenen Monaten wurde es bestenfalls in einer abgeschlossenen Garage geparkt.

Reifen auf Funktionsfähigkeit prüfen

Die Motorradreifen sind für die Fahrsicherheit buchstäblich lebensnotwendig. Sie müssen auf ihre Funktionsfähigkeit sowie Beschaffenheit in Bezug auf Risse oder poröse Stellen penibel überprüft werden.

Auch bei den kleinsten Beeinträchtigung sollte der Reifen ausgetauscht, also ersetzt werden. Ebenso wie bei Autoreifen beträgt die gesetzliche Mindestprofiltiefe 1,6 Millimeter. Bei einem Unterschreiten werden Bußgeld sowie Punkte im neuen FAER, dem Fahreignungsregister in Flensburg als dem Nachfolger des VZR Verkehrszentralregisters, fällig.

Abgesehen davon, dass sich der Motorradfahrer durch ein abgefahrenes Reifenprofil selbst gefährdet, muss er auch mit einem Verlust des vollen Versicherungsschutzes bei einem Verkehrsunfall rechnen. Letztendlich sollte auch der Reifenluftdruck entsprechend dem Motorradtyp aktualisiert werden.

Für die Sicherheit nur funktionstüchtige Motorräder fahren
Für die Sicherheit nur funktionstüchtige Motorräder fahren

Brems- und Kühlflüssigkeit auffüllen

Die Flüssigkeitsstände für Brems- und Kühlflüssigkeit sowie für Motoröl müssen jeder für sich überprüft und ausgeglichen werden. Zu Beginn der Freiluftsaison sollten sie allesamt bis zu den vorgegebenen Markierungen aufgefüllt sein.

Hier darf der Biker nicht an der Qualität sparen - verwendet werden ausschließlich Markenprodukte aus dem Fachhandel am Ort beziehungsweise aus dem Onlineshop.

Elektrische Anlage checken

Die elektrische Anlage ist ein eigener Bereich, der auf seine Funktionsfähigkeit hin überprüft wird. Dazu gehören:

  1. das Bremslicht,
  2. die seitlichen Blinker,
  3. der Scheinwerfer sowie
  4. die Motorradhupe.

Kettenrad und Kette

Kettenrad und Kette sind, vergleichbar mit den Motorradreifen, nach dem Reinigen auf ihre richtige Spannung hin zu überprüfen. Auf Verschleißspuren wie die sogenannten Haifischzähne muss besonders geachtet werden, bis hin zum notwendigen Austausch.

Bremsanlage und Schrauben

Die Bremsanlage mit Scheiben, Belägen, Klötzen und Leitungen muss auf einen möglichen Rostbefall sowie auf Scheuerstellen hin geprüft werden.

Sämtliche Muttern und Schrauben sollten auf ihren festen Sitz hin gecheckt werden. Sie lockern sich zwar nicht gravierend - erfahrungsgemäß sorgt das leichte Nach- oder Anziehen jedoch für ein insgesamt sicheres Gefühl beim Motorradfahren.

Putzen

Zum Fitmachen des Motorrades gehört das ganz allgemeine Reinigen. Hilfreich ist die Verwendung eines Hochdruck- oder eines Dampfstrahlgerätes, Die Unterfläche des Motorradtanks sowie empfindliche Stellen müssen vom reinigenden Strahl im wahrsten Sinne des Wortes verschont bleiben.

Der Strahl schadet eher, beispielsweise der gesamten Elektrik, als dass er wirksam reinigt.

Waschanlage für Zweiräder

Auto in der Autowaschanlage
Autowaschanlage © RRF - www.fotolia.de

Die Firma Powerwash Anlagen GmbH mit Sitz in Ibbenbüren hat eine Waschkabine für Motorroller und Motorräder entwickelt.

So haben nun auch die Zweiradfahrer die Möglichkeit ihr Kraftrad automatisch waschen zu lassen. Der Waschvorgang findet in einer achteckigen Kabine statt, in der das Kraftrad auf einem Drehteller steht und mit speziellen Schmutz lösenden Mitteln und Wasser gereinigt wird.

Der siebenminütige Waschgang wird ohne Bürsten und Tücher durchgeführt. Wieder ähnlich zur Autowaschanlage wird das Zweirad mit Hilfe eines Gebläses getrocknet.

Zur Zeit ist die Total-Tankstelle in Ibbenbüren, Autobahnausfahrt Nr. 11 an der A30, die einzige schon in Betrieb genommene Zweirad-Waschanlage.

Auch der Fahrer muss fit sein

Der Fahrer muss körperlich fit sein
Der Fahrer muss körperlich fit sein

So fit wie der Motorradfahrer sein Fahrzeug macht, so fit sollte er selbst auch werden. Das Motorradfahren über einen längeren Zeitraum hinweg, also mehrere Stunden oder einen Tag lang, ist körperlich anstrengend.

Wintersportler bereiten sich mit Trockenübungen auf ihren Abfahrtski in den Bergen vor. Der Biker sollte sich auf die Motorradsaison auf eine spezielle Art und Weise vorbereiten. Das betrifft sowohl seine körperliche Fitness als auch die Konzentrationsfähigkeit.

Eine Zehner- oder Monatskarte im örtlichen Fitnesscenter reicht aus, um Arm- und Beinmuskeln an die zum Motorradfahren benötigte dauerhafte Anstrengung zu gewöhnen. Dabei kommt es auf das Durchhalten der vorgegebenen Übungseinheiten an. Denn die Fahrt mit dem Motorrad kann nicht beliebig oder nur deswegen unterbrochen werden, weil der Biker körperlich schlappmacht.

Grundinformationen und Hinweise zu Motorrädern

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: snowflake © Olga Lyubkina - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: woman on bike © Massimiliano Serra - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: man in motorbike helmet © aliola - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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