Bei der Frage, ob die Autowäsche in der Waschstraße oder per Hand die für den Lack schonendere Variante ist, gehen die Meinungen weit auseinander. Aber es kommt bei der Auswahl der Art der Autowäsche nicht nur auf deren Pflegewirkung an.
Unter den Autowäschern gibt es drei Gruppen: Die einen lassen ihrem Fahrzeug mehr Pflege als dem Ehegatten angedeihen. Sie kämen nie auf den Gedanken, ihr Fahrzeug in der Waschstraße von Maschinen säubern zu lassen. Das erschiene ihnen zu unpersönlich. Und außerdem sind sie der Meinung, dass das Waschen mit rotierenden Bürsten dem Lack Kratzer zufügen könnte. Für diese Gruppe Autowäscher ist das Autowaschen eine Art Kult, so etwas wie Meditation. Und Geld gespart haben sie obendrein. Ob das Autowaschen vor der eigenen Haustür überhaupt erlaubt ist, interessiert sie nicht.
Dann gibt es die Autowäscher, die ihr Auto regelmäßig verkommen lassen, um es dann in der Waschstraße zu platzieren, wo sie ohne eigene Mitwirkung zusehen können, wie sich ihre Dreckschleuder innerhalb von Minuten in ein ansehnliches Gefährt zurückverwandelt. Diese Gruppe von Autowäschern gibt lieber ein paar Euro mehr aus, als sich selbst die Finger zu beschmutzen. Sie behauptet, niemand könne einen Lack schonender behandeln als eine Waschanlage. Und nicht nur das Wenigwaschen(lassen) macht sie zu ökologisch denkenden Bürgern. Sie gehen davon aus, dass die Wasserersparnis in einer Waschanlage erheblich größer ist.
Der dritten Gruppe geht es darum, ein gesundes Mittelmaß der Pflege zu wählen. Also eines, das dem Lack ebenso zuträglich ist wie dem Klima in der Familie. Zunächst einmal erkundigen sie sich beim Vermieter oder beim Ordnungsamt der Gemeinde, ob das Autowaschen per Hand erlaubt ist. Vielerorts wird dies nämlich als Ordnungswidrigkeit angesehen und mit einem Bußgeld geahndet. Normale Verschmutzungen auf ihrem Auto entfernen sie je nach Bedarf selbst. In Extremfällen fahren sie in die Waschstraße. Lackschädigungen gibt es in modernen Waschanlagen längst nicht mehr. Und nirgendwo anders kann eine so gründliche Unterbodenwäsche erfolgen. Die ist nach dem Winter Pflicht, um Salzreste gründlich abzuspülen. Wasserrückgewinnungsanlagen helfen bei der Wassereinsparung.
In welche Gruppe der Autowäscher der Fahrzeugbesitzer sich einordnet, bleibt ihm selbst überlassen, solange er nicht mit dem Gesetz in Konflikt gerät.
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16.09.10 | |
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