22. Juni 2011
Voltigierpferde werden speziell für den Voltigiersport ausgebildet. Das Pferd muss gewisse Eigenschaften mitbringen, es sollte vor allem brav und ruhig sein. Außerdem muss das Pferd gutmütig und geduldig sein. Bei gewissen Wettkämpfen spielt auch die Ausdauer eine große Rolle, da bis zu 12 Minuten galoppiert werden muss.
Der Galopp sollte schwungvoll und dennoch gleichmäßig und ruhig sein. Die Qualität der verschiedenen Übungen und Techniken wird direkt durch die Galoppade des Pferdes beeinflusst. Der Turner sollte sich vollständig auf das Pferd verlassen können, ebenso muss ihm das Pferd vertrauen und alle Übungen ruhig ausführen.
Voltigierpferde müssen bei internationalen Wettkämpfen mindestens sieben Jahre alt sein. Nationale Wettkämpfe lassen auch sechsjährige Pferde zu. Pferde sind erst ab einem Alter von etwa fünf Jahren in der Lage, gute Voltigierpferde zu sein und die Ausbildung zum Voltigierpferd zu absolvieren. Vorher kann es den physischen und psychischen Anforderungen meist nicht genügen.
Nicht jedes Pferd kann ein gutes Voltigierpferd werden. Voraussetzung dafür ist neben guten Charaktereigenschaften auch ein breiter und relativ unempfindlicher Rücken sowie eine wenig abfallende Kruppe. Ein empfindliches Pferd, das bei jeder Berührung des Rückens erschrickt, eignet sich nicht zum Voltigieren, da bis zu drei Turner gleichzeitig auf dem Rücken des Pferdes Übungen ausführen. Außerdem ist es von Vorteil wenn das Pferd einen breiten Brustkorb und keinen zu stark ausgeprägten Widerrist hat. Die Beine sollten gesund, kräftig und gerade sein. Bei den Voltigierpferden gibt es keine vorgeschriebene Größe, die meisten Tiere sind jedoch zwischen 1,70 und 1,85 Meter groß.
Zum Schutz des Pferdes wird eine Gurtunterlage aus Schaumstoff auf dem Rücken angebracht. Der Gurt vereint zwei Fußschlaufen, zwei Handschlaufen und eine Mittelschlaufe, an der sich die Reiter festhalten können. Üblich sind bei Turnieren Trense und Ausbinder oder Dreieckszügel oder auch ein Kappzaum. Das Pferd muss sich vom Longeführer, der in der Mitte steht, exakt führen lassen und Signale wie Stimmhilfen oder Signale mit der Teleskoppeitsche ohne zu Zögern ausführen. Die Beine der Pferde werden hin und wieder bandagiert, um sie zu schützen. Auch Gamaschen sind üblich.
Pferd, Longeführer und Reiter bilden eine Einheit, die aufeinander eingespielt sein muss.
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