Hubschrauber - Funktionsweise, Infos zur Hubschrauberlizenz und Wissenswertes zu Helikopterflügen

Hubschrauber bzw. Helikopter unterscheiden sich von gewöhnlichen Flugzeugen durch die Art von Start und Landung; sie starten und landen nämlich vertikal. Die Rotoren ersetzen dabei die Tragflächen eines Flugzeugs. Neben dem Einsatz in unterschiedlichen Berufen werden Hubschrauber auch gerne für Rundflüge genutzt. Wer selbst fliegen möchte, benötigt die entsprechende Lizenz. Lesen Sie alles Wissenswerte rund um den Hubschrauber und Hubschrauberflüge.

Wer sich für die Funktionsweise eines Hubschraubers interessiert, kann z.B. in Hubschraubersimulationen einiges über die Steuerung lernen

Bei einem Hubschrauber oder Helikopter handelt es sich um ein Luftfahrzeug, welches senkrecht startet und landet. Dabei wird Motorkraft auf einen oder mehrere Rotoren übertragen, was zum Auftrieb führt.

Hubschrauber sind Drehflügler. Sie können in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden:

  • Außenlastflüge
  • Flüge in der Forst- und Landwirtschaft
  • Flüge zur Überwachung von Gas-, Strom- und Öltransportleitungen
  • Flüge zur Waldbrandbekämpfung
  • Vermessungsflüge
  • Flüge zur Luftrettung
  • Flüge zur Polizeiarbeit
  • Flüge zum Frachttransport
  • Flüge zum Ziviltransport
  • Rundflüge

Funktionsweise des Hubschraubers

Zunächst einmal werfen wir einen Blick auf die Funktionsweise des Hubschraubers.

Auftrieb des Helis

Durch die anströmende Luft, die durch die Rotorblätter erzeugt wird, kommt es zu einem Auftrieb. Dieser ist von einigen technischen Details und physikalischen Kräften abhängig und dafür verantwortlich, dass der Hubschrauber aufsteigen kann. Anstellwinkel und Anströmgeschwindigkeit beeinflussen den Auftrieb.

Bewegt sich ein Hubschrauber nach vorne, so ändert sich automatisch die Anströmgeschwindigkeit der Luft. Bei älteren Modellen mussten die entstehenden asymmetrischen Kräfte durch Schwenk- und Schlaggelenke auf dem Rotorkopf abgefangen werden.

Neuere Modelle benötigen diese Gelenke nicht mehr, da bessere Materialien für die Herstellung der Rotorblätter verwendet werden. Diese können die sich ändernden dynamischen Kräfte besser aushalten.

Richtungswechsel

Möchte man mit einem Hubschrauber die Richtung wechseln, so muss man die Einstellwinkel der Rotorblätter verstellen. Durch verschiedene Neigung der Blätter wird ein

  • Seitwärts-
  • Vorwärts- oder
  • Rückwärtsflug

eingeleitet. Der sich verändernde Luftstrom sorgt in Kombination mit der Einstellung der Rotorblätter dafür, dass sich die Richtung des Hubschraubers ändert.

Natürlich kann ein Hubschrauber auch steigen oder sinken. Dafür muss der Pilot lediglich den Anstellwinkel der Rotorblätter ändern. Dies muss möglichst gleichmäßig erfolgen.

Richtungswechsel! Durch eine bestimmte Steuerung kann der Heli:

  • vorwärts fliegen
  • rückwärts fliegen
  • seitwärts fliegen
  • steigen
  • senken

Im Modellbau wird nur die Drehzahl verändert, der Hubschrauber reagiert hierbei aber nicht ganz so schnell. Die Rotorblätter lassen sich relativ einfach bedienen und ansteuern. Der Pilot kann ihre Position mithilfe eines Verstellhebels und eines Steuerknüppels ändern.

Rotorblätterkonstruktionen

Bei Hubschraubern gibt es verschiedene Rotorblätterkonstruktionen, die wiederum aus verschiedenen Materialien sein können. Die Steuerung ist weitgehend gleich, kann aber von Modell zu Modell geringfügig variieren.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit eines Hubschraubers liegt zwischen 200 und 300 km/h. Einzelne Kampfhubschrauber können bis zu 360 km/h fliegen.

Hubschraubersimulationen

Die Funktionsweise eines Hubschraubers können Laien heutzutage auch mit professionellen Computerspielen - im engeren Sinn: Hubschraubersimulationen - erlernen. Die meisten Spiele sind so professionell aufgearbeitet, dass sich die Steuerung nicht wirklich von der eines echten Hubschraubers unterscheidet.

Flugschulen besuchen

Wie ein Hubschrauber funktioniert, kann man in diversen Flugschulen lernen. Natürlich gehört auch ein umfassender Theoriekurs dazu, in dem verschiedene Fächer wie

unterrichtet werden.

Mit Rundflügen das Hubschrauberfliegen erleben

Vom Fliegen träumen viele. Auf Jahrmärkten, Messen und Volksfesten hat man hin und wieder die Möglichkeit, Rundflüge mit dem Hubschrauber zu machen. Die meisten Rundflüge dauern etwa 20 Minuten und sind ein wahres Erlebnis für die Passagiere.

Einmal mit einem Hubschrauber zu fliegen - davon träumen schon viele Kinder. Aber auch Erwachsenen gefällt die Vorstellung, von einem Hubschrauber aus die Umgebung zu erkunden. Wer auf einem Jahrmarkt oder bei einer anderen Gelegenheit einen Hubschrauber entdeckt, sollte die Möglichkeit nutzen, in einem Hubschrauber zu fliegen.

Die meisten Rundflüge kosten etwa 150 Euro pro Person. Dieser Preis lohnt sich jedoch, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um ein einzigartiges Erlebnis handelt. Außerdem sind in diesem Preis Start- und Landegebühren enthalten.

Rundflug: Pilot im Hubschrauber
Rundflug: Pilot im Hubschrauber

Ein unvergesslicher Rundflug

Sie sollten unbedingt Videokamera oder Fotoapparat mitnehmen, damit Sie unvergessliche Momente und Ausblicke festhalten können. Natürlich kann auch die Familie am Startplatz auf Sie warten.

Bei kleineren Hubschraubern ist eine Gewichtsbegrenzung möglich. Beide Passagiere zusammen sollten etwas weniger als 200 Kilogramm wiegen.

Bei vielen Hubschrauber-Rundflügen können Sie selbst bestimmen, wohin Sie fliegen möchten; die Passagiere einigen sich also schon vor dem Start über die Route. Mit schnelleren Hubschraubern kann man natürlich eine weitere Strecke innerhalb der vorgegebenen Zeit fliegen.

Selber Pilot sein

Heutzutage gibt es aber auch für Normalos die Möglichkeit, einen Hubschrauber selbst zu steuern und nicht nur mitzufliegen. Schnupperstunden für einen Hubschrauber werden beispielsweise als Geschenke immer beliebter.

Wer eine Schnupperstunde absolvieren und einen Hubschrauber selber steuern möchte,

Sie sind nicht allein

Rundflug: Passagier mit Kopfhörern in Flugzeug oder Hubschrauber
Rundflug: Passagier mit Kopfhörern in Flugzeug oder Hubschrauber

Für den Ernstfall ist ein erfahrener Pilot an Bord, der das Steuer jederzeit übernehmen kann. Es droht also keine Gefahr, selbst wenn man als absoluter Laie einen Hubschrauber steuert. Es gibt überall ein erstes Mal, also auch beim Hubschrauber fliegen.

Wer erst einmal in der Luft ist und das Fluggerät selbst steuert, wird begeistert sein und mehr wollen. Erkundigen Sie sich gleich mal nach der nächsten Gelegenheit für einen Hubschrauber-Rundflug oder eine Schnupperstunde in Ihrer Nähe.

Zieht man ernsthaft in Erwägung, einen Hubschrauber zu steuern, benötigt man natürlich eine entsprechende Ausbildung...

Wissenswertes zur Lizenz zum Hubschrauberfliegen

Wer mit einem Hubschrauber nicht nur mitfliegen, sondern ihn selbst steuern möchte, muss erst einmal einige Flugstunden absolvieren, theoretische Kurse besuchen und Prüfungen bestehen, bevor er die Lizenz zum Hubschrauberpilot in Händen halten kann.

Ausbildungsinhalte:

  • Theorie
  • (Solo-) Flugstunden
  • Landungen
  • Abund Anflüge
  • Technik

Theorie und Praxis

Für eine Ausbildung zum Hubschrauberpilot muss man mindestens 16 Jahre alt sein; erwerben kann man die Lizenz ab 17 Jahren. Zur umfangreichen Ausbildung gehören theoretische Kenntnisse in den Fächern

  • Luftrecht
  • Funksprechzeugnis
  • Flugsicherungsvorschriften
  • Technik
  • Meteorologie
  • Navigation
  • Aerodynamik
  • Verhalten in besonderen Fällen sowie
  • menschliches Leistungsvermögen.

Ein theoretischer Kurs alleine reicht aber noch nicht aus. Natürlich muss man auch Flugstunden absolvieren, um seine praktischen Fähigkeiten und Kenntnisse auszubauen.

Flugstunden

Die Ausbildung zum Hubschrauberpilot sieht mindestens 45 Flugstunden vor. 25 davon müssen mit einem Fluglehrer geflogen werden, zehn Stunden sollte man alleine fliegen.

Die Flugausbildung enthält außerdem 20 Außenlandungen, die auf mindestens fünf Geländen ausgeführt werden. Davon sollten fünf Landungen alleine absolviert werden, eine davon mit einem Fluglehrer. Zwei Ab- und Anflüge auf einem Verkehrsflughafen gehören ebenfalls zur Ausbildung dazu.

Der zukünftige Pilot sollte

  • alles selbstständig vorbereiten
  • zwischenlanden und
  • mit dem Sprechfunk umgehen können.

Für den Erwerb der Lizenz sind eine theoretische sowie eine praktische Prüfung nötig. Nur wer beide Teile besteht, bekommt eine Fluglizenz für Hubschrauber. Viele Ausbildungszentren erleichtern ihren Schülern die Ausbildung mit Flugsimulatoren oder Computerunterstützung.

Nachtfluglizenz

Wer in der Nacht mit dem Hubschrauber fliegen will, muss zusätzlich fünf Flugstunden bei Nacht absolvieren, davon drei Stunden mit einem Lehrer. Außerdem muss der Schüler fünf Alleinstarts und Alleinlandungen bestehen und mindestens 100 Stunden mit Hubschraubern geflogen sein - nach dem Erwerb der Lizenz. Eine zusätzliche Nachtflugqualifikation wird in die Lizenz eingetragen.

Gültigkeit beschränkt

Wer die Fluglizenz für Hubschrauber erst einmal hat, hat diese nicht unbeschränkt oder für immer. Die Lizenz wird für 60 Monate ausgestellt, sofern der Schüler das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres gilt die Lizenz 24 Monate. Nach dem 60. Lebensjahr gilt sie nur 12 Monate. Ein gültiges Tauglichkeitszeugnis sollte man immer mitführen, außerdem muss man bestimmte Voraussetzungen für die Verlängerung der Lizenz erfüllen.

Quellen:

  • Helmut Mauch: Das große Buch der Hubschrauber: Geschichte, Modelle, Einsatz, Geramond, 2008, ISBN 3765470015
  • Marcus Aulfinger: Typenkompass Zivile Hubschrauber: Alle Serienmodelle seit 1946, Motorbuch, Stuttgart, 2009, ISBN 3613030039

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  • Rettungshubschrauber © Manfred Steinbach - www.fotolia.de
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  • passagier © Michael Homann - www.fotolia.de

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