15. Dezember 2010
Beim Hürdenlauf ist eine ganz besondere Technik notwendig, damit der Athlet die Hürde im Lauf überspringen kann. Dabei liegt der Unterschied zu anderen Sprungdisziplinen wie dem Hochsprung oder dem Weitsprung darin, dass die Landung so erfolgen muss, dass danach sofort und ohne Geschwindigkeitsverlust weiter gelaufen werden kann. Ideal ist also der Ansatz, die Hürde nicht zu überspringen, sondern im direkten Bewegungsfluss zu überlaufen. Doch wie geht das?
Wichtig ist die Sprungtechnik bereits beim Absprung: Hier wird aus einer sehr aufrechten Haltung abgesprungen, der Aufsatz des Fußes bleibt dabei wie beim Sprint. Das bedeutet, der Fuß wird schnell wieder abgehoben, die Stemmphase ist relativ kurz. Dabei ist der Fuß in der Nähe des Körperschwerpunkts, und nicht sehr weit vorgelagert. Das Schwungbein ist dabei jedoch stark gebeugt und wird nach vorne und nach oben gezogen. Wichtig ist auch die Armarbeit, bei der ein Führungsarm dynamisch nach vorn bewegt wird. Erst wenn der Bodenkontakt gelöst wurde, beugt sich der Oberkörper weiter nach vorne. Der Gegenarm bleibt in einer blockierten Haltung am Körper.
Kurz bevor das Schwungbein die Lattenkante der Hürde erreicht, wird es nach unten gedrückt. Diese Bewegung erfolgt aus der Hüfte heraus. Der Gegenarm vollführt dabei eine Rückwärtsbewegung am Nachziehbein entlang und nach hinten. Auf diese Weise kann das Schwungbein sehr knapp hinter der Hürde senkrecht aufsetzen. Der Körperschwerpunkt wird kurz auf dem Ballen gehalten und dann in die gewünschte Laufrichtung positioniert.
In der Laufphase zwischen der übersprungenen und der nächsten Hürde muss der Athlet einen sehr gleichmäßigen Laufrhythmus einschlagen, wobei er jedoch die nächste Hürde bereits anvisiert. Die Zwischenphase ist besonders wichtig, damit keine Zeit im Wettbewerb verloren wird. Hier profitiert der Athlet von dem Sprinttraining, das er bereits absolviert hat.
Kleinere Fehltritte werden durch die Variation der Schrittlänge ausgeglichen. Dazu benötigt der Sprinter ein sehr gutes Augenmaß und viel Erfahrung, die ihm hilft, sich selbst einzuschätzen und abzuschätzen, wie viele oder wie große Schritte bis zur nächsten Hürde noch anstehen. Auch die Auswahl des Absprungbeins für die nächste Hürde wird auf diesem Weg getroffen. Je nach Körpergröße und Schrittlänge ist es variabel, ob ein Sportler immer mit demselben Bein abspringt, oder ob die Sprungbeine alternieren. Für alle Fälle müssen jedoch beide Beine gleichermaßen gut trainiert sein, damit der Sportler im Wettkampf flexibel auf Unvorhergesehenes reagieren kann.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
09.04.11 | |
![]() | HüRDENLAUF |
09.02.11 | |
![]() | HüRDENLAUF |
12.11.10 | |
![]() | HüRDENLAUF |
31.05.10 | |
![]() | HüRDENLAUF |
30.04.10 | |
![]() | HüRDENLAUF |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Hürdenlauf Forum


Gibt es eine Gleichstellung von Männern und Frauen, solange Männer physisch überlegen sind? Und sind Männer wirk...