6. Juli 2011
In den Jahren zwischen 1900 und 1920 zählte das Tauziehen zu den olympischen Disziplinen. Danach verlor es bis in die 70er Jahre an Attraktivität, bis der Weltverband TWIF 1964 die ersten Europameisterschaften organisierte. Inzwischen gehört das Tauziehen zu den World Games mit festen Regeln und Vorgaben.
"Seil auf!" lautet das Kommando des Kampfrichters, bei dem beide Mannschaften das Seil fassen und vom Boden aufnehmen sollen. Acht Zieher gehören auf beiden Seiten dazu, nur bei den Jugendlichen ist die Anzahl der Kämpfer variabel. Beim Kommando "Spannen!" gilt es, die Startposition einzunehmen. Das bedeutet, dass die Mannschaften das Seil auf Höhe ihrer Hüften strecken, ohne an ihm zu ziehen. Die am Seil markierte Mittel muss sich oberhalb der Markierung auf dem Boden befinden, damit beide Mannschaften dieselben Chancen besitzen. Dann heißt es zu warten, bis das Startzeichen gegeben wird.
Dieses lautet "Pull!", was aus dem Englischen kommt und "Zieht!" bedeutet. Ein Coach gibt Anweisungen, wann und in welcher Stärke am Seil gezogen wird. Dabei kommt es darauf an, dass er die gegnerische Mannschaft genau beobachtet, um deren schwache Momente auszunutzen. Außerdem beeinflusst er die eigenen Leute durch aufmunternde Zurufe, erkennt Fehler in den eigenen Reihen und korrigiert. Schnell wird klar, dass es beim Tauziehen nicht nur auf Stärke ankommt.
Eine Zeitvorgabe gibt es nicht. Gewonnen hat die Mannschaft, welche die weiße Markierung des Seiles über die Mittellinie am Boden gezogen hat. Dies ist die Distanz von vier Metern. Ein Wettkampf besteht aus 2 Zügen. Pro gewonnenem Zug wird ein Punkt verteilt. Der Sieger gelangt in das Halbfinale. Hier gibt es 2 Wettkämpfe, anschließend geht es ins kleine und große Finale. Bei einem Unentschieden gibt es einen Entscheidungszug.
Das Seil muss eine Länge von 33,5 Metern besitzen, der Durchmesser beträgt zwischen 100 und 125 Millimeter. Als Material sind Hanf oder Kunstfaser vorgeschrieben. Die Sportbekleidung muss aus einem langen Sporthemd und einer kurzen Hose bestehen. Außerdem sind Stulpen zu tragen. Die Schuhe dürfen keine Spikes oder Noppen aufweisen, lediglich eine Metallplatte am Absatz. In Abwandlung ist ein Hufeisen möglich. Der Wettkampfplatz sollte eine ebene Fläche von mindestens 45 mal 12,5 Metern je Bahn sein.
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