12. Oktober 2011
Das Steinstoßen gehört zu den ältesten Formen des Kraftsportes. Im Laufe der Zeit wurden nicht nur diverse Regelungen zur Durchführung dieser Sportart entwickelt, auch die Beschaffenheit des Steines ist je nach Austragungsort des Wettkampfes vorgeschrieben.
Das Steinstoßen besitzt eine lange Tradition. Schon im 13. Jahrhundert wurde diese heute als Sportart anerkannte Technik in der Schweiz und im Appenzellerland angewandt, um unter Hirten und Sennen in einer Region die Kräfte zu messen und um Gegner auszuschalten. Der Stein diente also als Sportgerät und als Waffe gleichermaßen. Damals entnahm man die entsprechenden Wurfgeräte aus der näheren Umgebung, vorrangig aus dem Gebirge. Inzwischen handelt es sich bei den verwendeten Steinen um solche, die im eigentlichen Sinne gar keine sind.
Mit der Entwicklung des Steinstoßsports änderten sich auch die Anforderungen an das zu verwendende Wurfgerät. Nicht immer standen Gebirge mit entsprechenden Steinen zur Verfügung. Erstmals wurde das Steinstoßen im Jahre 1860 in Coburg ausgetragen. Hier fand das Deutsche Turnfest statt. Der damalige Stein war ein Eisenquader mit einem Gewicht um 15 Kilogramm. Dieses Gewicht wird auch heute noch bei Wettkämpfen von den männlichen Teilnehmern verwendet. Eine kleinere Ausführung von 6,4 Kilogramm gelangte bei den Olympischen Zwischenspielen 1906 ins Programm. Seit 1983 kämpfen auch Frauen bei den Deutschen Meisterschaften. Weitere Wettbewerbe finden auf nationaler und internationaler Ebene statt.
Entsprechend der Art des Wettkampfes legt das jeweilige Wettkampfkomitee die Besonderheiten des zu verwendenden Steines fest. Grundsätzlich besteht dieser aus Kunststein oder Gusseisen. Immer muss er die Form eines Quaders besitzen, in einigen Regelungen ist explizit auf einen achteckigen Quader hingewiesen. Das Gewicht des Steines kann variieren. Während bei den meisten Wettkämpfen Männer einen Stein von 15 Kilogramm und Frauen ein Wurfgerät von 5 Kilogramm verwenden, schreibt das Niedersächsische Jahn-Bergturnfest im Ernst-Stahlhut-Werfervierkampf für Männer bis zu einem Lebensalter von 50 Jahren einen Stein von 15 Kilogramm vor, für Frauen und Männer über 50 Jahren einen Stein von 10 Kilogramm. Die Anzahl der Versuche ist im Normalfall mit 3 festgelegt, beim Ernst-Stahlhut-Werfervierkampf sind es 4 Versuche, wobei zweimal mit der linken Hand und zweimal mit der rechten Hand zu stoßen ist. Hinzu kommen besondere Regelungen für weitere Altersklassen.
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