18. Oktober 2011
Das Thaiboxen, auch unter dem Namen Muay Thai bekannt, gehört zu den asiatischen Kampfkünsten und wird nicht umsonst als Nationalsport Thailands bezeichnet. Hierzulande ist es eher eine Trendsportart. Einzelne Techniken und Elemente werden im Alltag unter anderem zur Selbstverteidigung genutzt.
Das Thaiboxen hat seinen Ursprung in anderen asiatischen Kampfkünsten. Der erste offizielle Wettkampf im Thaiboxen wurde 1921 ausgetragen. Gekämpft wurde im Ring, die Kämpfer trugen Bandagen an den Händen. Erst 1929 setzte man Boxhandschuhe ein. Kokosnussschalen kamen mehrere Aufgaben zu. Zum einen dienten sie als Tiefschutz, zum anderen als Zeitmaß, indem sie mit einem Loch versehen wurden und auf Wasser gelegt wurden. Eine Wettkampfrunde dauerte so lange an, wie die Kokosnussschale auf dem Wasser schwamm. Später legte man Rundenzeiten von 2x2 Minuten bis 5x3 Minuten fest.
In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurden durch mehrere Thaibox-Verbände Reglements ausgearbeitet, die sich in diversen Punkten unterschieden. Zwar gewann der Sport durch die Vorschriften an Ansehen, trotzdem kam es immer wieder zu Streitigkeiten, die erst mit der Gründung des World Muay Thai Council im Jahr 1995 beendet werden konnten. Diese Organisation ist seither der Dachverband der Thaiboxer.
Gekämpft wird in unterschiedlichen Stilen. Der traditionelle Stil wird Muay Thai Boran genannt. Er zeichnet sich durch komplexe Kampftechniken aus, die mit unterschiedlichen Waffen ausgetragen werden. Beim modernen Thaiboxen geht es häufig nur noch um den Sieg und die damit verbundenen Wetteinsätze, wodurch der traditionelle Stil immer mehr verloren geht. Damit Schulen auch weiterhin ein Interesse an der klassischen Ausbildung haben, fördert der König von Thailand sie finanziell.
Tradition beim Thaiboxen ist auch das Tragen eines Spitznamens, der sich aus verschiedenen Namen zusammensetzt. Der erste Name hat eine Bedeutung, es folgt der Name des Gyms, an dem der Kämpfer trainiert. Der bürgerliche Name wird meist nicht erwähnt.
In der Heimat des Thaiboxens wird auch heute noch an den Wurzeln der Kampfkunst festgehalten, damit es eine Nationalsportart bleibt. In Europa nimmt die Zahl der Anhänger zu, die das Thaiboxen als eine Art Trendsport betreiben. Dabei dient das Thaiboxen nicht nur der Förderung der Fitness, sondern wird auch als Technik zur Selbstverteidigung eingesetzt.
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