Geeignete Selbstverteidigungsarten für Senioren

Selbstverteidigungskurse für Senioren geben ältern Menschen ein sicheres Gefühl, wenn diese allein unterwegs sind. Häufig sind es gerade Senioren, die Opfer von Gewalt werden. Durch für sie geeignete Techniken sind sie dazu in der Lage, sich zu wehren; gleichzeitig gewinnen sie an Selbstbewusstsein. Informieren Sie sich über die Möglichkeiten, auch im höheren Alter noch etwas in Sachen Selbstverteidigung zu lernen.

Von Jens Hirseland

Vor allem in Großstädten kommt es immer wieder vor, dass ältere Menschen von Jugendlichen angepöbelt oder sogar tätlich angegriffen werden.

Mancherorts trauen sich Senioren im Dunkeln sogar nicht mehr aus dem Haus, da sie sich den Tätern gegenüber hilf- und wehrlos fühlen. Eine gute Möglichkeit zum Abbau von Ängsten bieten Kurse in Selbstverteidigung und Selbstbehauptung.

  • Studien zufolge werden ältere Menschen, die selbstbewusst auftreten, seltener Opfer von Überfällen als Senioren, die Furcht zeigen.

Zurückzuführen sei dies darauf, dass die Täter in erster Linie nach Opfern suchen, die sich nicht wehren oder einen unsicheren Eindruck machen.

Geeignete Kurse

Daher wird Senioren empfohlen, möglichst selbstbewusst aufzutreten. Hilfreich dabei kann das Erlernen einer Kampfsportart sein. Als gut geeignet zur Selbstverteidigung gelten

Alter weißhaariger Mann trainiert mit Hanteln
Alter weißhaariger Mann trainiert mit Hanteln

Ziel dieser Kurse

Selbstverteidigungskurse für ältere Menschen liegen mittlerweile im Trend. Den Senioren soll durch das Beherrschen einer Selbstverteidigungsart mehr

vermittelt werden. Allerdings geht es beim Selbstschutz nicht nur darum, andere Menschen anzugreifen, sondern auch, gefährliche Situationen zu vermeiden. So lernen Senioren in manchen Selbstverteidigungskursen, wie man sich in einer bestimmten Situation am besten verhält. Gerät man zum Beispiel in eine Horde aggressiver Jugendlicher, ist es ratsam, diesen möglichst auszuweichen und auf Beschimpfungen nicht zu reagieren.

Für den Fall, dass es dennoch einmal zur Eskalation kommt, sollte man sich auf jeden Fall zur Wehr setzen, unabhängig vom Alter. Nicht immer handelt es sich dabei um eine Frage der Körperkraft, sondern auch um Treffsicherheit und Geschicklichkeit.

Die Übungen zielen darauf ab, einen Gegner möglich rasch außer Gefecht zu setzen, da alte Menschen meist nicht die Ausdauer für längere physische Auseinandersetzungen haben. Darüber hinaus gibt es auch Kurse, in denen Senioren lernen, sich mithilfe eines Gehstocks oder eines Regenschirms zu verteidigen.

Geeignete Kurse:

  • Boxen
  • Aikido
  • Judo
  • Karate
  • Kung Fu
  • Taekwondo
  • Wing Tsung

Kritik

Bei der Polizei steht man der Vielzahl an Senioren-Selbstverteidigungskursen jedoch eher skeptisch gegenüber.

  • So geben Polizeisprecher zu bedenken, dass erlernte Kampfsportarten bei aggressiven Überfällen meist wenig ausrichten.
  • Zudem könne es durch die Anwendung von Kampftechniken dazu kommen, dass der Täter noch aggressiver reagiert, wodurch eine Spirale der Gewalt entsteht.
  • Ein weiteres Problem ist, dass viele Senioren körperlich gar nicht mehr dazu imstande sind, sich durch Gewalt selbst zu verteidigen.

Nach Ansicht von Polizeipsychologen sei es daher sinnvoller, öffentlich auf sich aufmerksam zu machen, indem man laut ruft oder schreit. Die meisten Angreifer lassen dann von ihren Opfern ab.