10. Oktober 2011
Die Bewegungsabläufe und Techniken der Kampfkunst Kung Fu sind hauptsächlich aus der Natur abgeschaut. Grundsätzlich symbolisieren sie den Kreislauf aus Werden, Wandeln und Vergehen. Für den Zuschauer ergeben sich durchaus ästhetische Akrobatikvorführen, die durch geschicktes Hinzufügen von Showeffekten neben dem Eindruck von sportlichen Höchstleistungen einen Hauch von Mystik hinterlassen.
Kung Fu ist hierzulande hauptsächlich als Kampfkunst bekannt, deren Techniken sich zur effektiven Selbstverteidigung einsetzen lassen. Kung Fu bedeutet im eigentlichen Sinne aber Weg der harten Arbeit, der zur Befähigung führt. Die Techniken dieser Kampfkunst sind eng mit den veränderlichen Prozessen der Natur verbunden und spiegeln diese. Insbesondere wird diese Lebensphilosophie in den unterschiedlichen Bewegungsabläufen und Schlagtechniken deutlich. Es geht um Effektivität und Ästhetik, es entsteht ein Bild von Anmut und Eleganz.
Insgesamt soll es in China über 400 unterschiedliche Stile des Kung Fu geben. Deren wichtigstes Trainingselement sind immer die Formen, wobei all diese aus der Natur imitiert werden. Insbesondere werden Bewegungsabläufe von Tieren nachgestellt, beispielsweise die von springenden Tigern, überraschend angreifenden Affen oder in sich ruhenden Schlangen. Das stete Üben und Perfektionieren der Formen trainiert Körper und Geist. Es kräftigt Muskeln, Sehnen und Gelenke, stärkt neben der Koordination das Selbstbewusstsein und die Auffassungsgabe.
Weiche und harte Bewegungen wechseln sich in verschiedenen Hand-, Boden-, Hebel- und Standtechniken sowie mit künstlerischen Elementen ab, so dass sich insgesamt eine Choreographie ergibt, die sich absolut in die Kunst der Akrobatik einordnen lässt. Die Grundausbildung im Kung Fu umfasst sieben Jahre, wobei neben Grundstellungen und ersten Selbstverteidigungstechniken sofort auch Elemente aus der Akrobatik geübt werden. Immer jedoch wird auch die philosophische Lebenseinstellung vermittelt. Die Lehre vom Kung Fu ist nie beendet, ebenso, wie sich der Mensch auf einem ständigen Weg der Arbeit befindet.
Nicht zuletzt jedoch wird Kung Fu auch in nationalen und internationalen Meisterschaften sowie in Shows präsentiert. Dabei wird unterschieden in traditionelle Wettkämpfe und in moderne Stile des Kung Fu, die neben akrobatischen Einlagen und Kampftechniken jede Menge Mystik offenbaren. Auch wenn die Art der gezeigten Showeffekte nicht unbedingt der Lebensauffassung des Kung Fu entspricht, erhält der Zuschauer auf diese Weise einen kleinen Einblick in die Gesamtheit einer ihm eher unbekannten Welt.
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