Japan gilt gemeinhin als das Land, in dem Judo ein Volkssport ist. Bereits viele Grundschüler lernen diesen Kampfsport, bei dem weder geschlagen noch geboxt wird. Dennoch haben innerhalb der letzten 25 Jahre mehr als hundert japanische Kinder beim Judo ihr Leben verloren. In einem weit beachteten Gerichtsverfahren wurde nun ein Judo-Trainer verurteilt. Er hatte einen Sechsjährigen während einer Stunde im Herbst 2010 immer wieder zu Boden geworfen. Der Junge erlitt dabei eine Gehirnblutung, an der er verstarb. Der Judo-Lehrer gab zu, beim Training zu grob gewesen zu sein. Nun muss er umgerechnet 10.000 Euro bezahlen.
Mit diesem Urteil war der Besitzer einer Judo-Schule in Osaka der erste, der sich jemals gerichtlich verantworten musste. Möglicherweise ist dies ein erster Schritt, um Missstände in diesem Bereich aufzudecken. Laut Professor Ryo Uchida sind seit 1983 in Schulen 114 Kinder beim Training gestorben. Die Judo-Lehrer müssten sich nach seinen Aussagen der Gefahr, die gerade durch Kopfverletzungen entstehen kann, deutlicher bewusst werden.
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