27. September 2011
Capoeira ist eine Kampfkunst, die von tänzerischen Bewegungen geprägt ist. Üblicherweise werden die Kämpfer auf traditionellen Instrumenten mit Musik begleitet. Der Rhythmus der Musik entscheidet über Art und Geschwindigkeit der Capoeira.
In der Capoeira unterscheiden sich diverse Stile, insbesondere die traditionelle Capoeira-Form und die moderne Capoeira-Form. Erstere wird Capoeira Angola genannt, während sich die Capoeira Regional erst später entwickelte. Ebenso unterscheiden sich die Rhythmen, von denen die Capoeiristas durch die Musiker begleitet werden. Der Rhythmus wird als Toque bezeichnet.
Als traditionelle Instrumente in der Capoeira kommt unter anderem der Berimbau zum Einsatz, bei dem es sich um einen gebogenen Holzstock handelt, der mit einer Saite bespannt ist. Als Resonanzkörper dient ein ausgehöhlter Flaschenkürbis. Dieses einfache Instrument eignet sich dazu, einen einfachen, sich stets wiederholenden Rhythmus zu beschreiben. Unterstützt wird der Berimbau von einer Fasstrommel, der Atabaque. Ebenfalls häufig kommt das Pandeiro zum Einsatz, wobei es sich um eine Art Tambourin handelt.
Passend zur Stilrichtung Angola gibt es einen Rhythmus mit derselben Bezeichnung. Er ist die älteste Musikform in der Capoeira. Geklatscht wird dabei nicht. Im Angola kommt es zu spektakulären Aufführungen, die sich in heftigen Rhythmus- und Bewegungswechseln auszeichnen, wobei Letztere in Bodennähe ausgeführt werden. Das durchschnittliche Tempo des Angola ist eher gemäßigt.
Schneller geht es im Sao Benti Grabde de Angola zu, langsame Formen sind möglich. Dieser Rhythmus gehört zu den verspielteren Formen, wobei akrobatische Übungen in die Darbietung eingeflochten werden. Ebenfalls von Akrobatik geprägt ist Benguela. Direkte Tritte auf den Gegner kommen kaum zum Einsatz, so dass es sich um ein reines Spiel handelt.
Sao Bento Grande de Bimba zeichnet sich durch Toleranz im Hinblick auf Tritte und Akrobatik aus. Dieser Rhythmus ist ein sehr schneller, kraftvoller. Sao Bento Pequeno legt das Augenmerk auf die Choreographie des Caopeirista und fällt durch besonders freundliches Spiel auf.
Eine Besonderheit ist Iuna, der nach einer Vogelart benannt wurde. Dieser Rhythmus wird unter anderem eingesetzt, wenn Verstorbener gedacht werden soll. Um an ihm teilnehmen zu dürfen, muss der Capoeirista sich bewähren. Die Bewegungen im Iuna sind von reiner Akrobatik geprägt. Es ist der einzige Rhythmus, zu dem nicht gesungen wird.
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