Der Amateur- und Profiboxsport: Regeln, Voraussetzungen und Gewichtsklassen

Beim Boxen unterscheidet man den Amateur- sowie den Profiboxsport. Dabei kommen bestimmte Regeln zum Einsatz, die sich teils unterscheiden, teils jedoch auch gleich sind. Geboxt wird drei Minuten lang pro Runde; dabei sind mehrere Gewichtsklassen zu unterscheiden. Informieren Sie sich über die Regeln des Amateur- und Profiboxsports und die nötigen Voraussetzungen.

Merkmale und Unterschiede im Amateur- und Profiboxsport: Alter, Kleidung, Regeln und Gewichtsklassen

Amateur- und Profiboxsport existieren nebeneinander. Neben gewissen Ähnlichkeiten in Ausführung und Taktik gibt es viele Unterschiede, was das Reglement anbelangt. Innerhalb des Profiboxsport kommen leichte Abweichungen zwischen den Boxverbänden hinzu.

Das Alter

  • In internationalen Wettkämpfen darf als Amateur antreten, wer das 10. Lebensjahr vollendet hat und das 34. Lebensjahr noch nicht überschritten. Für nationale Wettkämpfe gilt ein Höchstalter von 36 Jahren.
  • Im Profiboxen hingegen gibt es Festlegungen über das Höchstalter nicht.

Der Altersunterschied zwischen den Gegnern darf innerhalb eines Vergleichswettkampfes nicht mehr als zwei Jahre betragen, wobei Amateure nach Stichtagen in entsprechende Altersklassen eingeteilt werden.

Wer im Amateurboxen an olympischen Spielen teilnehmen möchte, muss Mitglied im Weltverband AIBA sein. Dieser gibt das Reglement für den Amateurboxsport vor.

Junge Frau mit roten Boxhandschuhen
Junge Frau mit roten Boxhandschuhen

Die Kleidung

Vorschriften in der Kleiderordnung gibt es einerseits zum Schutz des Boxers, andererseits zur besseren Erkennbarkeit von Treffern.

  • Bei den Amateuren ist das Tragen eines Kopfschutzes sowie eines Oberteils Pflicht, wobei Letzteres sich farblich von der Hose unterscheiden muss.

Grund hierfür ist eine deutlichere Unterscheidungsmöglichkeit der Kampffläche ober- und unterhalb der Gürtellinie.

  • In beiden Disziplinen gilt, dass Schläge unterhalb der Gürtellinie nicht erlaubt sind.
  • Die Boxhandschuhe der Amateure weisen an den Trefferflächen eine weiße Markierung auf.

Die Regeln

  • Ein Kampf im Amateurboxen geht über 3 Runden a 3 Minuten mit Pausenzeiten über je eine Minute.
  • Im Profiboxen dauert eine Runde ebenfalls 3 Minuten an, die Rundenzahl kann allerdings frei festgelegt werden.

Über den Sieg bei den Profis entscheidet allein die Anzahl der erzielten Treffer. Die Wertung erfolgt durch - üblicherweise drei - Punktrichter. Geht der Gegner im Ring mit einem K.O. zu Boden, kann auch der Ringrichter die Wertung vornehmen.

Im Amateursport zählen fünf Punktrichter die Treffer. Damit diese gültig sind, müssen sie von mindestens drei Punktrichtern gleichzeitig anerkannt werden. Neben der Punktentscheidung stehen noch andere Möglichkeiten der Kampfentscheidung zur Verfügung.

Gibt ein Boxer während des Kampfes auf, ist der Kampf beendet. Gleiches gilt bei einer schwerwiegenden Regelverletzung, durch die ein Boxer disqualifiziert wird. Auch der Ringrichter kann unter gewissen Voraussetzungen einen Boxer aus dem Kampf nehmen.

Junger muskulöser Mann trainiert am Boxsack
Junger muskulöser Mann trainiert am Boxsack

Gewichtsklassen

Sowohl im Amateurboxen als auch im Profiboxen erfolgt eine Einteilung nach Gewichtsklassen, wobei es eine zusätzliche Einteilung nach Altersstufen im Amateurboxsport gibt. Hierbei unterscheiden sich die jeweiligen Reglements.

Amateurboxsport

Für Amateurboxer gelten bei internationalen Wettkämpfen die Vorschriften der AIBA. Die Einteilung erfolgt nach dem Geschlecht.

  • Im Halbfliegengewicht kämpfen Jugendliche und Männer zwischen 46 und 49 Kilogramm sowie Kadetten und Frauen zwischen 45 und 48 Kilogramm.
  • Zum Fliegengewicht zählen Amateure bis zu 52 beziehungsweise 51 Kilogramm.
  • Jugendliche und Männer bis zu 56 Kilogramm sowie Kadetten und Frauen bis zu 54 Kilogramm kämpfen im Bantamgewicht.
  • Das Federgewicht gilt nur für Kadetten und Frauen bis 57 Kilogramm.

In den nachfolgenden Klassen gibt es keine Unterscheidung der Geschlechter. Es gelten

  • für das Leichtgewicht bis zu 60 Kilogramm
  • für das Halbweltergewicht bis zu 64 Kilogramm
  • für das Mittelgewicht bis zu 75 Kilogramm und
  • für das Halbschwergewicht bis zu 81 Kilogramm.
  • Kadetten und Frauen ab 81 Kilogramm treten in der Schwergewichtsklasse an. Für Jugendliche und Männer gilt diese Klasse von 81 bis 91 Kilogramm.
  • Ab 91 Kilogramm gehören sie zum Superschwergewicht.

Für nationale Wettkämpfe gelten der Paragraph 23 des Reglements des DBV sowie dessen Anhang zu den Vorschriften für das Frauenboxen. Im Vergleich zu den Gewichtsklassen der AIBA ist die Klasse Federgewicht bei Junioren und Männern eine Besonderheit.

Außerdem gibt es nicht nur für Junioren und Männer, sondern auch für Juniorinnen und Frauen ein Superschwergewicht. Für Letztere über 95 Kilogramm gilt die Klasse Superschwerplus.

Profiboxsport

Im Profiboxsport haben die Reglements ihre Bezeichnungen nach der jeweiligen Organisation erhalten. Sie unterscheiden sich inhaltlich allerdings nicht. Die Unterteilung erfolgt nur nach Geschlechtern. Die Angabe der Gewichtsobergrenzen ist in englische Pfund und in Kilogramm möglich.

  • Hiernach zählen Männer bis zu 105 englische Pfund zum Minifliegengewicht, für welches gleichzeitig die Bezeichnungen Strohgewicht und Minimumgewicht zutreffen. Bei den Frauen gibt es eine zusätzliche Unterteilung bis zu 102 englische Pfund.
  • Das Juniorfliegengewicht für die Männer gilt bis zu 108 englische Pfund,
  • das Fliegengewicht bis zu 112 englische Pfund.
  • Zum Superfliegengewicht zählen beide Geschlechter bis zu 115 englische Pfund,
  • zum Bantamgewicht bis zu 118 englische Pfund.

Fortlaufend erfolgt eine weitere Unterteilung, die mit dem Schwergewicht endet.

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  • young man shadow boxing © david hughes - www.fotolia.de
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  • Kampfsport: Schlag © Kzenon - www.fotolia.de

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