27. August 2008
Von Andreas Hadel
Auf dem ersten Blick ist es nicht mehr als ein Holzbrett auf vier Gummirädern. Doch das Skateboard ist mehr als ein trendy Fortbewegungsmittel für Jugendliche, die sich damit die Zeit vertreiben wollen. Das Skateboarden ist Sport, künstlerischer Ausdruck und politische Aussage zugleich.

Der Siegeszug des Skateboards lässt sich nur schwer auf seinen Ursprung zurückführen. Einen offiziellen Erfinder gibt es genauso wenig wie eine allgemein akzeptierte Entstehungsgeschichte. Bekannt ist aber, dass in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts Seifenkistenrennen bei den Kindern in Amerika sehr beliebt waren. Es war damals nicht unüblich, dass die fahrenden Seifenkisten ohne "Karosserie", also nur aus einem Brett mit Rädern, bestanden. Zum Skateboard wäre es dann nur noch ein kleiner Sprung gewesen. Sicher ist aber, dass in den 60er Jahren das Surfen einen großen Popularitätszuspruch erfahren und damit dem Skateboard zum Durchbruch verholfen hat, da es anfänglich auch als "Asphaltsurfen" verstanden wurde.
Obwohl das Skateboarden bisher eine beachtliche Entwicklung durchlebte und nun eine Bandbreite vom spaßigen Hobby bis hin zum Profisport bietet, hat es nichts von seiner ursprünglichen Ungezwungenheit eingebüßt. Ein Grund hierfür mag darin liegen, dass es keine übergeordnete Sportvereinigung gibt, die das Skateboarden in ein starres Regelwerk zwingt. Das deshalb das Skateboard auch gleichbedeutend für freiheitliche Impulse steht, liegt auf der Hand. Wer sich für ein Skateboard entscheidet, macht es nicht nur aus Freude an der Bewegung. Es ist auch das bewusste Rebellieren gegen gesetzte Regeln.
Bei Jugendlichen hat sich dieser Sport als gewaltlose Form des Kräftemessens entwickelt, bei dem sie zudem ihre kreativen Energien ausprobieren und entfalten können. Jeder Skateboarder versucht mit zum Teil selbst erdachten Tricks und Kunststücken, die in einer dynamischen Choreographie zusammenfließen, einen eigenen Stil darzubieten. Die Parallelen zum Ausdruckstanz sind verblüffend und zeigen die Vielschichtigkeit der Szene.
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