22. Juni 2011
Lowrider gehören zu den Ausnahmeerscheinungen unter den Fahrrädern. Sie überzeugen allein durch ihre beeindruckende Erscheinung, alltagstauglich sind sie aufgrund ihrer speziellen Konstruktion nur bedingt.
Lowrider sind Fahrräder, die durch ihr Design auffallen. Und das sollen sie auch. Ihre Alltagstauglichkeit spielt bei Lowrider-Liebhabern eher eine nebensächliche Rolle. Wer auf dem Lowrider unterwegs ist, möchte vor allem bestaunt, bewundert werden. Ein Lowrider lohnt sich also für Menschen, die von anderen Menschen gesehen werden wollen.
Einen Lowrider zu fahren bedeutet aber auch eine gewisse Portion Spaß. Selbst wenn längere Fahrten Kniegelenke, Rücken und Gesäß strapazieren, kann es als Erlebnis bezeichnet werden, einmal auf solch außergewöhnlichem Gefährt durch die Straßen zu cruisen. Eben, weil das Fahrgefühl ein ganz ungewöhnliches ist. Wer auf seiner Tour ein wenig Gepäck mitnehmen möchte, kann sich hierfür spezielle Transportmöglichkeiten konstruieren, die sich bevorzugt auf der Vorderachse anbringen lassen. Käuflich erwerben lassen sie sich natürlich auch, aber welcher Individualist möchte schon Anbauteile von der Stange?
Besonders ergonomisch ist ein Lowrider allerdings nicht. Wie bereits erwähnt, leiden unter anderem die Kniegelenke. Die Ursache hierfür ist im extrem kurzen Abstand zwischen Tretlager und Sattelmitte zu suchen, der durch die Tieferlegung des Rahmens nicht zu vermeiden ist. Durch die niedrige Sitzposition ist es dem Fahrer nicht möglich, den Körper bei Unebenheiten aus dem Sattel zu heben, wodurch die Bandscheiben trotz guter Federung extremen Belastungen ausgesetzt sind. Sind Gefahrensituationen absehbar, ist es dem Fahrer kaum möglich, noch rechtzeitig von seinem Gefährt abzusteigen. Dies erhöht natürlich das Verletzungsrisiko.
Die relativ kleinen Laufräder am Lowrider lassen nur langsam Tempo aufkommen. Die unergonomische Positionierung von Beinen und Füßen verlangt obendrein einen höheren Kraftaufwand, um den Lowrider zu bewegen. Wer sportlich unterwegs sein möchte, wird wohl eher auf ein anderes Fahrrad zurückgreifen, für Rennen ist er nicht konstruiert. Beachtenswert ist auch das relativ hohe Gesamtgewicht des Lowriders, welches seinen Transport schwierig gestaltet. Eben mal schnell auf die Schulter nehmen lässt er sich nicht.
Zusammenfassend kann der Lowrider als ein Liebhaberstück bezeichnet werden. Nicht umsonst liegt vielen Fans gar nichts daran, ihr Fahrrad zu bewegen. Sogenannte Showbikes dienen ausschließlich als Ausstellungsstücke und werden auf Veranstaltungen einem ausgewählten Publikum präsentiert.
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