1. Juni 2011
Judomatten müssen hohen physikalischen und chemischen Belastungen Stand halten. Regelmäßige und sachgemäße Pflege hilft, die Lebensdauer einer Judomatte entscheidend zu erhöhen.
Judo ist eine Sportart, die von Körperkontakten und Würfen geprägt ist. Und außerdem von Fall- und Bodentechniken, weshalb es natürlich auch zu Kontakten zwischen Körpern und Matten kommt. Diese Kombination führt dazu, dass Judomatten mit den unterschiedlichsten Partikeln in Verbindung gelangen: Staub, Speichel und Schweiß sind nur einige davon. Gerade die Verbindung von Staub und Körperflüssigkeiten macht eine Judomatte schnell unansehnlich. Während die einen Judoka der Meinung sind, so ein bisschen Dreck stärke die körpereigenen Abwehrkräfte, beginnen andere bereits mit den Hygienemaßnahmen. Sie sind der Meinung, viel helfe viel. Gemeint sind insbesondere die chemischen Reinigungsmittel. Einige Sportler kommen gar auf die Idee, einer Judomatte mittels Chlorbleiche zu einem neuen Aussehen verhelfen zu wollen.
Dabei sollte die Reinigung der Judomatte ihrem tatsächlichen Verschmutzungsgrad angepasst sein. Besonders adrett wirken staubige Judomatten natürlich nicht, doch handelt es sich um keine Kontaminierung, die den Einsatz eines Sondereinsatzkommandos erfordert. Oberflächlicher Dreck lässt sich mit einem trockenen Tuch leicht entfernen. Besonders auf glatten Flächen zeigt ein normales "Staubwischen" bereits Effekte. Sitzt der Dreck tiefer in den Poren der Matte, kann das Tuch zuvor angefeuchtet, eventuell in einer niedrig konzentrierten Spülmittellauge getränkt werden. Nach einer Feuchtreinigung muss die Matte allerdings vollständig abtrocknen, bevor sie zum nächsten Einsatz kommt. Ansonsten würde man eher ein gegenteiliges Resultat erzielen.
Das Reinigen einer Judomatte in einer Waschmaschine ist aufgrund ihrer Größe nicht möglich. Viele Kampfsportler schwören deshalb auf den Einsatz eines Dampfreinigers, der unter hohem Druck heißen Wasserdampf bis in das tiefliegende Gewebe der Judomatte dringen lässt. Dass bereits vorhandene Flecken dadurch vollständig verschwinden, kann nicht garantiert werden, eine Keimfreiheit der Matte wird auf jeden Fall erzielt. Und das ohne den Einsatz von Desinfektionsmitteln. Ohnehin sollte auf chemische Keulen besser ganz verzichtet werden. Sie schädigen auf Dauer nur die Gewebestruktur. Und auch die negativen Auswirkungen auf Haut und Atemorgane der Judoka sind nicht zu unterschätzen.
Viele Judoka veranstalten aus der Mattenreinigung eine Zeremonie. Nach getaner Arbeit sitzen sie gemütlich beisammen. Dies sollte der Lehrer für Körper und Geist doch entgegenkommen.
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