5. Mai 2011
Gymnastikreifen, auch unter dem Namen Hula-Hoop-Reifen bekannt, sind Sportgeräte, die sich nicht nur bei Kindern großer Beliebtheit erfreuen. Ob in Sport- oder Tanzgruppen oder im Freizeitbereich angewandt, sie fördern Beweglichkeit und Koordinationsvermögen des Benutzers.
Dem Reifen mit seiner kreisrunden Form kam schon immer eine besondere Bedeutung zu. Nicht umsonst schmücken noch heute ringförmige Gestecke die unterschiedlichsten Festtafeln. Sie dienen als Adventskranz oder als letzter Gruß an den Verstorbenen bei Begräbnissen. Ein Kreis bedeutet Vollkommenheit, Unendlichkeit, oft auch Sonne oder Himmelsgewölbe. Eine Botschaft, die übermittelt werden soll. Diese Erkenntnis dürfte auch den berühmten Arzt Hippokrates im 4. Jh. v. Chr. veranlasst haben, gerade einen Reifen, damals noch Reif genannt, für verschiedene medizinische Anwendungen zu nutzen. Er empfahl Menschen, die unter zartem Gemüt und schwacher Verfassung litten, das Reifentreiben, das sich im 19. Jahrhundert sogar zu einem Wettkampfspiel unter Kindern und Jugendlichen entwickelte. Dabei musste der Reifen mit Hilfe eines Stockes vorwärts getrieben werden, ohne dass er umkippte. In anderen Kulturen ging es darum, mit dem Reifen auf spielerische Weise überlebenswichtige Jagdtechniken zu erlernen. Bei den Indianern beispielsweise diente die Reifenöffnung als Ziel, das es mit dem Pfeil zu treffen galt. Und auch heutzutage noch wird der Kreis, auch in seiner Form als Scheibe, gern als Ziel für sportliche Wettkämpfe genutzt.
Einige Übungen mit dem Gymnastikreifen können als eine Art Modeerscheinung betrachtet werden. Während der Reifen in der rhythmischen Sportgymnastik zu keiner Zeit weg zu denken war, erlebte er in den 60er Jahren eine Revolution als Hula-Hoop-Reifen, der besonders den sportbegeisterten jungen Frauen um die Hüften kreiste. Aber auch Kinder konditionierten ihren Körper mit solcherlei Übungen, wobei sie diese als unterhaltsames Spiel betrachteten. Natürlich fanden im Dauerhulahoop auch Wettkämpfe statt. Es ging darum, den Reifen möglichst lange kreisen zu lassen, ohne dass er den Boden berührte. Sei es um Hüften, um Arme, Beine, Hand- und Fußgelenke oder um den Hals. Im Zirkus oder im Varieté sah man Artisten, mit dutzenden Gymnastikreifen bestückt, die akrobatischsten Kunststücke vorführen. Aktuell ist der Gymnastikreifen immer noch Sportgerät in Gymnastikgruppen. Und außerdem ist er ein kostengünstiges und zudem noch gesundes Hilfsmittel, wenn jemand überschüssige Kalorien verbrennen möchte.
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