5. Mai 2011
Nur eine regelmäßige und fachmännische Wartung des Rades ist ein Garant für ein langes Fahrvergnügen. Fahrradfachgeschäfte bieten diese Dienstleistung an, der Radfahrer kann aber auch selbst zum Funktionieren seines Rades beitragen. Dabei machen nicht alle im Handel angebotenen "Pflegehilfen" einen Sinn.
Das dem größten Verschleiß ausgesetzte Bauelement ist die Kette. Selbst bei moderater Fahrweise muss sie hohen Belastungen Stand halten, so dass sie regelmäßiger Pflege bedarf. Zwei Grundregeln gibt es bei der Kettenpflege: Der Schmutz muss weg. Das Fett muss drauf. Nun könnte man meinen, Hilfsmittel, die Großvater benutzt hat, wären unmodern. Schließlich werden Kettenreinigungsgeräte angeboten. Wozu also die Hände schmutzig machen? Die Frage müsste lauten: Wozu die Kette unnötig strapazieren? Nach so einer Reinigung muss eine Kette von Grund auf neu gefettet werden. Das gelingt nur mit erwärmtem Kettenfett aus der Dose. Übliche Kettensprays erzielen diesen Effekt nicht. Zudem gelangt das Fett dabei weniger in die Gelenke als auf die Kette. Und dort schadet es, weil es Schmutz anhaften lässt. Das führt zu Verklebungen. Besser ist es, bei trockener Witterung die Kette mit einem Öllappen zu reinigen, bei schlechtem Wetter mit einer kleineren Bürste, die sparsam mit Öl oder Petroleum benetzt wurde. Rostige Ketten können mit Motoröl kurzfristig wieder gängig gemacht werden, grundsätzlich aber bedürfen sie eines Austausches.
Das Nachspannen der Speichen erfordert Ausdauer und Geschick. Unsymmetrische Räder, wie sie bei Kettenschaltungen vorkommen und solche, die nach einem Sturz eine Acht aufweisen, gehören in die Hände eines Fachmannes. Gleichmäßig gelockerte Speichen an Vorder- und Hinterrädern mit Nabenschaltung kann auch der Laie nachspannen. Um doppeltes Spannen zu vermeiden, wird am Ventil begonnen, dann arbeitet man sich Speiche für Speiche vorwärts, am besten im Uhrzeigersinn. Das richtige Werkzeug vermeidet gewaltsames Arbeiten. Entsprechende Nippel- oder Speichenspanner gibt es in jedem Baumarkt. Sie passen auf unterschiedliche Speichenstärken. Um Schädigungen der Speichennippel zu vermeiden, müssen diese genau auf der Öffnung des Nippelspanners aufsitzen.
Dass auch alle anderen Fahrradelemente funktionieren müssen, verrät der gesunde Menschenverstand. Oder spätestens der Ordnungshüter, wenn er das Fahrrad zufällig kontrolliert. Mit dem einstmals gängigen "Knochen" kommt man übrigens heute bei Wartungsarbeiten nicht mehr weit. Multitools sind das Mittel der Wahl.
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