10. Oktober 2011
Immer wieder ist von schnellen und langsamen Disken zu hören. Man könnte meinen, über das Drehverhalten einer Wurfscheibe entscheidet das Material. Das stimmt nicht.
Geschwindigkeit und Weite eines Diskus werden bestimmt von dessen Größe und seinem Gewicht sowie der Masseverteilung innerhalb des Gerätes. Auch ein Kunststoff oder ein Verbundmaterial kann schwer sein wie Metall. Beide müssen nur die nötige Dichte besitzen. Dass die Wurftechnik des Sportlers ohnehin das wichtigste Element ist, dürfte unbestritten sein.
Zum Training werden häufig andere Disken benutzt als zu den Wettkämpfen und deren Vorbereitungsphasen. Das hängt damit zusammen, dass mit einem leichteren Gerät die Wurftechnik besser erlernt werden kann. Wer also Neuling auf dem Gebiet des Diskuswerfens ist, sollte mit einem leichten Diskus beginnen. Auch viele Profis greifen in Trainingszeiten auf leichte Disken zurück. Geht es auf den Wettkampf zu, wird auf den Wettkampfdiskus gewechselt, um wieder das Gefühl für ihn zu erlangen. Zum Wettkampf muss ein Diskus nämlich entsprechenden Regeln des DVL und des IAAF entsprechen.
Diese sehen kurz zusammen gefasst so aus: Schüler im Alter von 10 bis 13 Jahren werfen mit einem Diskusgewicht von 0,75 Kilogramm. Nach männlichen und weiblichen Teilnehmern wird nicht unterschieden. Die B-Jugend in der Altersklasse 14/15 Jahre benutzt für die Mädchen eine Scheibe von 0,75 Kilogramm und für die Jungen von einem Kilogramm. In der A-Jugend erhöht sich das Gewicht auf 1 beziehungsweise 1,5 Kilogramm. Der Diskus für einen erwachsenen Mann wiegt 2 Kilogramm, der einer Frau 1 Kilogramm. Die geschlechtsspezifische Unterscheidung macht Sinn, weil nicht nur das Körpergewicht von Mann und Frau sich unterscheiden, sondern auch die körperliche Statur, so dass die Hebelwirkung eine andere ist.
Die modernsten Disken bestehen aus Kohlefaser- und Verbundstoffen. Durch computertechnische Optimierung liegt deren Masseverteilung auf hohem Niveau. So kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass mit hochwertigen Disken ein optimaleres Werfen möglich ist. Allerdings liegen große Unterschiede in der preislichen Gestaltung. Wer sich lediglich ausprobieren möchte, sucht sich vermutlich ein Trenas- oder Schichtholzmodell aus. Wer im Diskuswerfen sein sportliches Betätigungsfeld bereits erkannt hat, nutzt wohl ein hochwertiges Kunststoffmodell. Zudem dürfte jeder Diskuswerfer mit der Zeit eine eigene Auswahl an Disken sein Eigen nennen.
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