18. Mai 2011
Eine dem klassischen Barren verwandte, jedoch komplett anders eingesetzte Art von Sportgerät ist der Russische Barren. Er wird nicht im Wettkampfsport verwendet, sondern als Showelement im Zirkus und im Variete verwendet. Dabei zählt er zu den spektakulärsten, aber auch zu den gefährlichsten Attraktionen.
Der Russische Barren besteht aus einem einzelnen Holmen, der von zwei Trägern gehalten und geführt wird. In vielen Shows sind mehrere solcher Barren parallel im Einsatz, an denen dann synchron oder choreographisch geturnt wird.
Die Stange eines Russischen Barrens ist etwa 5 Meter lang. Ihr Querschnitt ist oval und misst in der Breite etwa 15 Zentimeter, in der Höhe etwa 5 Zentimenter. Im Unterschied zu den Holmen des klassischen Barrens sind die Holmen des Russischen Barrens sehr elastisch. Sie geben unter den Sprüngen des Turners nach und federn mit.
Die Turner auf dem Russischen Barren sind meist sehr leichtgewichtig, daher überwiegend Frauen. Die Träger dagegen müssen sehr kräftig sein. Sie müssen nicht nur den Barren halten, indem sie ihn auf ihre Schulter auflegen, sondern auch durch eigene Bewegungen die Absprünge und Flüge des Turners unterstützen. Diese Bewegungen erfolgen zum größten Teil aus den gebeugten Oberschenkeln heraus und fordern eine sehr hohe Sprung- und Schnellkraft.
Beide Träger stehen jeweils am Ende des Barrens, das Gesicht einander zugewandt. Der Turner, der auch Flieger genannt wird, beginnt mit seinen Übungen in der Mitte des Barrens sitzend oder stehend. Viele Figuren finden auch im Handstand statt. Mit dem Impuls der Sprungbewegung können Salti, hohe Sprünge und Flugrollen vorgeführt werden. Die Figuren ähneln dabei sehr stark denen, die aus dem Trampolinsport bekannt sind.
Damit der Flieger sicher wieder auf dem Barren landen kann, müssen die Träger sehr flexibel auf Positionsänderungen reagieren können. Es erfordert die höchste Aufmerksamkeit, den Barren stets so zu führen, dass der Flieger wieder sicher darauf landen kann. Diese notwendigen Positionswechsel machen den Einsatz von Auffangmatten nahezu unmöglich, da die Träger sich über die Matten nicht frei bewegen könnten. Die Darbietungen am Russischen Balken erfolgen also in den meisten Fällen ohne Sicherungen der Turner. Stürze haben hier oft schwerwiegende Folgen. Aus diesem Grund bleiben Darbietungen am Russischen Balken nach wie vor eine Seltenheit.
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