29. September 2011
Das Houserunning wird im Gehen absolviert, wobei die Hauswand den gewohnten Untergrund ersetzt. Damit dieser Bewegungsablauf möglich ist, sind eine entsprechende Ausrüstung sowie Sicherheitsvorkehrungen notwendig. Es geht darum, die Gesetzmäßigkeiten der Physik auszuschalten und den Teilnehmer vor dem Absturz zu bewahren.
Wer versucht, über eine Dachkante zu steigen, um an der Hauswand hinabzusteigen, würde normalerweise aufgrund der Erdanziehung abstürzen. Je höher die Wand ist und je unglücklicher der Teilnehmer auf dem Boden aufschlägt, desto fataler wären seine Verletzungen. Schlimmstenfalls wäre er tot. Doch das Houserunning ist eine relativ sichere Trendsportart, nicht umsonst wird sie ironisch als "Bungeespringen für Weicheier" bezeichnet. Der Teilnehmer am Houserunning ist nämlich jederzeit kontrollierbar und kann sogar selbst die Geschwindigkeit des Abstiegs regulieren.
Wer am Houserunning teilnimmt, wird mit zwei Sicherheitsleinen ausgestattet, wovon eine dazu dient, den Teilnehmer zu halten. Sie ist an einem Spezialgurt befestigt, der dem Teilnehmer um den Leib geschnallt wird. Mit dem anderen Seil kontrolliert und reguliert der Teilnehmer die Geschwindigkeit, mit der er von der Wand absteigt. Die Seile sind so stark, dass sie auch schwergewichtige Personen halten würden. Dennoch schreiben Veranstalter aus Sicherheitsgründen ein Maximalgewicht für Teilnehmer vor. Das Halten des Seiles über längere Zeit würde aufgrund der Reibung zu Verletzungen an den Handinnenflächen führen, die Verbrennungen ähneln. Um diesen vorzubeugen, ist der Teilnehmer auf Handschuhe angewiesen.
Empfohlen wird außerdem festes Schuhwerk, auch wenn der Teilnehmer in den meisten Fällen sogenannte Überzieher tragen muss. Diese schützen Fassaden oder Fensterscheiben vor Verschmutzungen. Der Nachteil dieser Überzieher ist, dass die Haftung der darunter befindlichen Schuhsohle auf der Hauswand verloren geht. Trotzdem ist die Standsicherheit mit grobem Profil immer noch besser als mit glatter Sohle. Natürlich sollten die Schuhe so am Fuß sitzen, dass dieser nicht herausrutschen kann. Am besten eignet sich knöchelhohes Schuhwerk. Ansonsten muss keine Sportbekleidung getragen werden, nur für den Rock sollte man sich besser nicht entscheiden.
Bei einigen Veranstaltern besteht für den Teilnehmer eine Helmpflicht. Andere Anbieter verzichten auf diese. Nun könnte man spekulieren, dass im Falle eines Sturzes von einem Hausdach ein Helm ohnehin nicht mehr schützen würde. Ein besseres Gefühl an Sicherheit vermittelt er dem Teilnehmer allemal.
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