29. September 2011
Das Cliff Diving ist ein Zusammenspiel menschlicher Kräfte mit den physikalischen Gesetzen der Natur. Letztere sind durch den Sportler nicht beeinflussbar, so dass jeder Sprung ein gewisses Risiko birgt. Viele Springer begleitet vor der Sprungphase die Angst vor eigenen Fehlern.
Beim Cliff Diving treten die unterschiedlichsten physikalischen Kräfte auf, denen der Sportler während des Sprungs und in der Eintauchphase entgegentreten muss. Dazu ist es notwendig, dass er nicht nur seinen Körper und sein Leistungsniveau, sondern auch die physikalischen Gesetze und die Gegebenheiten am Absprungort einschätzen kann, bevor er sich auf die Felsplattform begibt.
Aus Gründen der Sicherheit beträgt die minimale Absprunghöhe beim Klippenspringen 10 Meter. Auf dieser Distanz erreicht der Springer beim Cliff Diving durch die Erdanziehungskraft innerhalb von 1,5 Sekunden in Abhängigkeit seines Körpergewichtes eine Geschwindigkeit von etwa 50 Kilometern in der Stunde. Die Last, welche auf den Springer wirkt, beträgt das Dreieinhalbfache seines Körpergewichtes. Die Wasseroberfläche bietet beim Eintauchen eine Gegenkraft. Die darunter befindlichen Wassermassen bremsen die sehr hohe Fallgeschwindigkeit innerhalb von Zehntelsekunden auf Tempo 0.
Allerdings wandeln sich diese Werte, sofern sich die Absprunghöhe verändert. Zwar bleiben dem Springer einige Sekunden mehr Zeit für den Sprung, doch die Fallgeschwindigkeit vervielfacht sich rasant. Bei einer Absprunghöhe von 26 Metern beispielsweise beträgt die Falldauer etwa 2,5 Sekunden. Die Geschwindigkeit aber ist beim Eintauchen mehr als doppelt so hoch wie beim Sprung von der 10-Meter-Klippe. Die Kraft des Aufpralls wirkt gar 9 Mal so stark. Vier Meter Wassertiefe werden benötigt, um die Geschwindigkeit abzubremsen.
Neben Masse, Geschwindigkeit und Temperatur wirkt auch der Druck auf den Sportler sowie auf die Umgebung. Taucht der Sportler nach dem Sprung ein, berühren sich Wasser und Haut. Durch die plötzliche Druckveränderung entstehen an den Berührungsflächen Dampfblasen, die dazu führen, dass etwa eine Sekunde später sogenannte Sekundärspritzer an der Wasseroberfläche erkennbar sind.
Diese starken Kräfte sind natürlich mit einem hohen Verletzungsrisiko für den Sportler verbunden. Bei Kopfsprüngen käme der Kopfbereich zu Schaden, so dass auf diese verzichtet wird. Und dennoch berichten viele Springer von der Angst, die sie ständig begleitet. Der kleinste Fehler beim Sprung hätte fatale Auswirkungen. Physikalische Gesetze lassen sich eben nicht einfach ausschalten.
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