5. August 2008
Das Bungee Jumping findet seit Jahren wachsenden Anklang. Kein Wunder, denn bei kaum einer anderen Sportart ist der Nervenkitzel so groß. Doch eine gehörige Portion Mut gehört schon dazu, denn beim Bungee Jumping geht es wahrlich hoch hinaus.

Adrenalinkick pur
Mit seliger Ruhe besteigt man die Höhe, die von unten noch wenig schwindelerregend aussieht. Einige Minuten später steht man zum ersten Mal auf dieser Plattform und lässt sich den Wind um die Nase blasen. Während einem der Lehrer das Gummiseil um den Körper legt, der Wendepunkt - plötzlich schießen tausend Ängste durch den Kopf. Wird das Seil mein Gewicht halten, wird mir im freien Fall nicht fürchterlich übel und mein Körper beim Abfedern nicht in hundert Teile zerspringen? Der Lehrer erklärt noch einmal, dass die Gefahr einer gefährlichen Verletzung sehr gering und ein Reißen des Seils fast unmöglich ist. Dann erzählt er noch irgendwas von einem Überdehnungsschutz, der im Falle eines Zerreißens des Gummiseils das Körpergewicht abfängt. Doch während er Mut einflößen will, drängt sich die Frage in das Bewusstsein, wieso man sich überhaupt zu einem Sprung aus der Höhe hat hinreißen lassen. Und die Erinnerung bringt ans Licht, dass es die Aussicht auf die einmalige Freiheit und das faszinierende Erlebnis der Schwerelosigkeit war, die einen Grossteil der Bedenken zerstreute. Die Bilder von springenden Rentnern und die Versicherung, dass eine durchschnittliche körperliche Fitness Voraussetzung genug ist, zerstreute auch das letzte Bedenken und schürten die Vorfreude auf den ersten Bungeesprung.
Nun gut, jetzt einen Rückzieher machen geht nicht. Immerhin hat man das Ereignis an die große Glocke gehängt und muss sich nun vor neugierigen Blicken beweisen. Also einfach fallen lassen. Bloß nicht nach unten sehen dabei. Und kaum ist der Gedanke zu Ende gedacht, da geben die Knie nach und man fällt. Augenblicklich stellen sich die Nackenhaare auf und das Adrenalin pocht in den Schläfen. Mit 100km/h rast man dem Boden entgegen und bevor man über diesen Umstand ins Fürchten geraten kann, wird man auch schon im Fall ausgebremst und nach oben geschleudert. Dann in dem Moment, in dem es wieder der Erde entgegengeht, der versprochene Augenblick der Schwerelosigkeit. Es ist berauschend.
Ein paar Sekunden später hat man wieder festen Boden unter den Füßen und kann es kaum fassen: Man hat sich überwunden, seine Angst besiegt. Der Stolz ist unbeschreiblich. Und so schnell, wie die durchstandenen Ängste vergessen sind, steht der Beschluss, dass das Erlebnis bald wiederholt werden muss.
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