5. Mai 2011
Von Andreas Hadel
Personal-Trainer stehen mit Ärzten an der vordersten Gesundheitsfront. Sie bilden die erste Verteidigungslinie gegen Übergewicht und Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes. Um der sozialen Verantwortung und den Wünschen der nach einem schlankeren Äußeren hungernden Kundschaft gerecht zu werden, bedarf es eines besonders ausgeprägten Fingerspitzengefühls und eines nicht zu löschenden Wissensdurstes. Trotzdem kann sich mit der Zeit hier und da ein typischer Fehler einschleichen, der weder Ihnen als Trainer, noch Ihren Schützlingen gut tut. Folgend nennen wir drei typische Fehler, die immer wieder auftreten, aber auch schnell zu beheben sind.
Immer häufiger sieht man, dass Personal-Trainer ihre Schützlinge auf einen Gymnastikball oder andere destabilisierende Geräte stellen und sie dann Kniebeugen oder Seitheben ausführen lassen. Unweigerlich stellt sich die Frage nach dem Warum. - Wenn Sie es nur im Sinne der Abwechslung tun, sind Sie nicht unbedingt auf dem richtigen Weg. Man kann keine Kanonenkugel von einem Ruderboot abfeuern. Wer Kraft generieren will, braucht Stabilität. Dieses einfache Grundgesetz der Physik lässt sich nicht einfach so wegdiskutieren. Wenn Sie Ihre Klienten stärker machen wollen, dann lassen Sie die Gymnastikbälle im Regal. Diese sind nur dann sinnvoll, wenn Sie den Rumpf trainieren oder den Gleichgewichtssinn ihrer Klienten verbessern wollen.
Sit-Ups und Crunches sind solide Bauchübungen und es gibt im Prinzip wenig, was gegen sie spricht. Allerdings sollten sie nicht die beiden einzigen Übungen sein, die Sie von Ihren Schützlingen ausführen lassen. Machen Sie sich bewusst, dass die meisten Ihrer Kunden im Berufsleben einer sitzenden Tätigkeit nachgehen. Daher ist es nicht nur im Sinne der Abwechslung, sondern auch vorbeugend notwendig, Bauchübungen in den Trainingsplan zu integrieren, die ein komplettes Öffnen der Hüfte ermöglichen. Hängendes Beinheben oder Crunches am Kabelzug sind dafür nur zwei Beispiele. Ferner dürfen Sie nicht vergessen, dass auch schwere Grundübungen wie Kreuzheben, Frontkniebeugen und vorgebeugtes Rudern ebenfalls den Rumpf stark beanspruchen. Deshalb sollten Sie das Bauchtraining eher an das Ende der Trainingseinheit stellen, um nicht die Körpermitte im Vorfeld der Grundübungen zu schwächen.
Wir Trainer haben unter den vielen Trainingsystemen unsere ganz eigenen Lieblinge. Ein Yoga-Fan wird seinen Kunden immer eher Trainingsprogramme erstellen, die sich an Dehngymnastik orientieren. Ein Trainer mit Gewichthebervergangenheit sieht eher in Schulterdrücken und Kniebeugen den wahren Kern eines Fitnesstrainings. Aber ist es das, was Ihr Kunde wirklich will und braucht? Sofern Sie sich nicht auf eine Nische spezialisieren wollen, macht es Sinn, immer die Augen und Ohren offen zu halten und neuen und Ihnen bisher unbekannten Trainingssystemen aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Versuchen Sie das beste Trainingsprogramm für Ihren Kunden – und nicht das beste Trainingsprogramm für Sie – zu finden. Je mehr Sie auf die Belange und Wünsche ihres Klienten eingehen, um so mehr verdienen Sie den Titel Personal-Coach.
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